SV Hermsdorf: Heilwagen bleibt, Remde geht

Jan Heilwagen will noch eine weitere Saison für die Handballer aus dem SHK spielen, während Kapitän Maximilian Remde nach der Saison den Verein verlässt.

Eigengewächs, Identifikationsfigur und Publikumsliebling: Jan Heilwagen (36, links hier mit Cedric Schreiber) hat auch für die Saison 2021/22 beim SV Hermsdorf unterschrieben. Es ist dann seine nunmehr 17. Spielzeit bei den Männern. 

Eigengewächs, Identifikationsfigur und Publikumsliebling: Jan Heilwagen (36, links hier mit Cedric Schreiber) hat auch für die Saison 2021/22 beim SV Hermsdorf unterschrieben. Es ist dann seine nunmehr 17. Spielzeit bei den Männern. 

Foto: Christian Albrecht

Hermsdorf. So könne er nicht abtreten. Das sei kein schöner Abschied. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Lediglich fünf Spiele, das sei schlichtweg zu wenig – und deswegen hat sich Jan Heilwagen dafür entschieden, eine weitere Saison für die erste Handball-Mannschaft des SV Hermsdorf zu absolvieren.

Er habe diesbezüglich nicht lange überlegen müssen. Im Gegenteil, die Entscheidung sei ihm sehr leicht gefallen – lediglich ein Gespräch von zehn Minuten mit Trainer Mario Kühne sei dafür vonnöten gewesen, sagte Jan Heilwagen. „Wir haben am vergangenen Wochenende telefoniert und darüber sinniert, wie es mit mir weitergehen soll beim SV Hermsdorf“, berichtete der Handballer, der gewaltig ins Grübeln kommt am anderen Ende der Leitung, wenn man ihn nach der Anzahl seiner Spielzeiten für die erste Mannschaft der Kreuzritter fragt. Die 16.? Oder doch schon die 17.? Ad hoc kann er es nicht benennen.

„Es freut mich, dass die Trainer an mir festhalten“, sagt der kleine Flügelflitzer, der nun darauf hofft, dass er auch im fortgeschrittenen Alter von Verletzungen verschont bleibt. Denn mehr als einen Muskelfaserriss oder einen verstauchten Finger hatte er in all den Jahren nie zu beklagen. Ein paar Wehwehchen eben, sonst nichts. Okay, vor vielen Jahren habe er sich einmal den Ellenbogen ausgekugelt, doch das sei nicht beim Sport passiert, berichtet Heilwagen und muss lachen. „Das ist bei einer Abschlussfahrt mit der Mannschaft passiert.“ Besagter „Abschluss-Unfall“ hat dann auch zur Legendenbildung rund um Jan Heilwagen in den Reihen der Kreuzritter beigetragen. Tenor: Er verletze sich nicht auf dem Spielfeld, sondern nur daneben.

Seit 1993 spielt der nunmehr 36-Jährige für den SV Hermsdorf und kann damit zweifelsohne als lupenreines Eigengewächs bezeichnet werden. „Hier ist alles sehr familiär, das Miteinander stimmt. Ich fühle mich hier einfach nur wohl“, sagt Jan Heilwagen, der von allen in Hermsdorf nur „Heile“ genannt wird. In dem liebevollen Kosenamen spiegelt sich aber auch noch etwas anderes wider: Heilwagen ist Identifikationsfigur und Publikumsliebling in einem. Seine Tore lassen das Publikum in der "Hölle Ost" stets besonders frenetischen jubeln.

Neben Jan Heilwagen haben noch Hannes Rudolph und Sebastian Hammer (beide Linksaußen) sowie Martin Ehm und Oleksandr Petrov (beide Rückraum) und auch die Torhüter Robert Zehmisch und Damian Kowalczyk für ein weiteres Jahr bei den Kreuzrittern unterschrieben. „Das freut mich sehr, dass sie auch in der kommenden Spielzeit mit an Bord sein werden“, sagte Mario Kühne.

Nach der Saison 2020/21 muss der SVH-Coach jedoch einen neuen Kapitän benennen, denn Maximilian Remde wird nach der Spielzeit die Kreuzritter verlassen. „Das ist sehr schade“, sagte Mario Kühne. Der Trainer des SV Hermsdorf geht davon aus, dass Remde nach der Saison in seiner Heimstadt Weimar spielen wird. Beim dortigen HSV erlernte der Rückraumakteur einst den Umgang mit dem kleinen Leder.

Ach ja, für Jan „Heile“ Heilwagen wäre die Saison 2021/22 dann die 17. bei der ersten Mannschaft des SV Hermsdorf. Für fundierte Auskünfte dieser Art muss man sich nur an Holger Posse wenden, seines Zeichens Masseur, Chronist und eben auch Zahlen-Gedächtnis der Kreuzritter.