Tag der offenen Tore

Waltershausen  Im Landkreisderby der Landesklasse gelingt dem FC An der Fahner Höhe II ein 6:4-Erfolg in Waltershausen. Krumbein mit Dreierpack

Umkämpfte Duelle: Fahners Abdul Samet Ankaoglu (blaues Trikot) erzielte nicht nur das 4:1, sondern setzte seine Mitspieler in der Offensive immer wieder gekonnt in Szene. Till Schuchardts 4:6 kam für Waltershausen zu spät.

Umkämpfte Duelle: Fahners Abdul Samet Ankaoglu (blaues Trikot) erzielte nicht nur das 4:1, sondern setzte seine Mitspieler in der Offensive immer wieder gekonnt in Szene. Till Schuchardts 4:6 kam für Waltershausen zu spät.

Foto: Niklas Kubitz

Manchmal liegen Freude und Leid nicht weit auseinander. Auf dem Waltershäuser Sportplatz waren es am Samstag gefühlt sogar nur 20 Meter. Auf der linken Seite klatschten sich die Gäste ab und feierten ihren 6:4-Sieg. Etwas weiter rechts hatten sich die Waltershäuser allesamt rund um die kleine Kabine versammelt – vieler Fragen inklusive.

Denn das Ergebnis des Landkreis-Derbys hörte sich enger an, als es unterm Strich war. Die späten Treffer der sich nie aufgebenden Grün-Weißen zum 3:6 und 4:6 durch Ortlepp und Schuchardt (89./90.) zeugten zwar von guter Moral. Sie verhinderten jedoch nicht, dass die Fahner-Reserve einen verdienten Erfolg einfuhr, der trotz insgesamt drei Gegentoren in der Schlussphase zu keinem Zeitpunkt gefährdet war.

Dabei ging es für die Elf von Trainer Stefan Koch eigentlich gut los. Ein Klärungsversuch von Sichtig landete vor den Füßen von Sohnemann Alexander, der zunächst noch abgeblockt wurde, dann aber sehenswert per Schlenzer zum 1:0 traf (19.). Wirkliche Sicherheit gab die Führung aber nicht. Fahner schüttelte sich kurz und drehte die Partie innerhalb einer Minute. Zunächst machte Sichtig seinen Fehler wieder gut und war nach Kopfballablage von Ankaoglu im Nachsetzen erfolgreich (24.). Keine 60 Sekunden später schnappte sich Stürmer Krumbein den Ball, düpierte die gesamte Waltershäuser Abwehr und netzte hoch ins Eck zum 2:1 – so schnell kann es gehen.

Fahner abgezockter und konsequent vor dem Tor

Das zweite Gegentor brachte die Hausherren wie schon in der Vorwoche beim Pokalaus in Steinach (2:4) völlig aus dem Rhythmus. Spielerisch war das zwar alles gefällig und schön anzusehen, was der FSV anbot. Den reiferen Eindruck hinterließen aber die mit einigen Akteuren aus der Ersten verstärkten Blau-Weißen. Sie spielten schnörkellos, waren vor allem physisch präsenter und wirkten abgezockt. Ging es mal zu schnell, half ein kleines Foul, um Tempogegenstöße zu unterbinden – keineswegs unfair, aber ein Mittel, was die Waltershäuser so gut wie nie nutzten.

Neben der größeren Erfahrung wurde zudem der Unterschied in der Qualität der Offensive sichtbar. Wie einfach sich Waltershausen mitunter ausspielen ließ, war verwunderlich. So etwa beim 1:3 durch Krumbein, der von einem Pass Ankaoglus in die Schnittstelle profitierte (39.). Der Stürmer lief allein auf Böhm zu, umkurvte diesen und schob seelenruhig ein.

Im zweiten Durchgang Duell schnell entschieden

Das Bild blieb auch nach der Pause bestehen. Aus dem Spiel heraus begegneten sich die Mannschaften auf Augenhöhe, doch bei der Effizienz gab es klare Unterschiede. Als Cisse seinen Mitspieler Ankaoglu fand und dieser präzise mit rechts das 1:4 erzielte, war die Begegnung früh entschieden (50.), zumal sich die Hausherren in der Folge bei eigenen Chancen zunächst nicht abgezockt genug zeigten.

Besser lief es auf der Gegenseite. Krumbein schnürte mit dem 1:5 seinen Dreierpack (55.), ehe Martin das halbe Dutzend vollmachte (68.). Dass er nach dem Schuss Sichtigs wahrscheinlich im Abseits stand, schien aufgrund des Ergebnisses eher eine Randnotiz zu sein – ähnlich wie der verwandelte Handelfmeter durch Koch, nachdem Sichtig aus kürzester Distanz angeschossen worden war (73.).

Das Gefühl des sicheren Sieges ließ Gräfentonna zwar nachlässig in den Zweikämpfen werden, was Trainer Maik Thiel an der Seitenlinie heftig monierte. Doch neben Pech – so landete ein Freistoß der Waltershäuser am Innenpfosten und sprang heraus – lief den Gastgebern die Zeit davon. Die beiden späten Treffer zum Endstand wären bei einem engeren Spielstand wahrscheinlich nicht gefallen. So blieben sie Makulatur. „Egal Männer, die Punkte zählen“, meinte etwa Fahners Heim nach Abpfiff, während ein Anhänger der Heimmannschaft von „schülerhaften Fehlern“ sprach.

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.