Taktik war der Schlüssel

Gotha  Fußball: Im Kreispokal-Finale feiert der TSV 1860 Sundhausen einen 3:2-Außenseitersieg gegen die SG Gospenroda

Kapitän Daniel Werner (links) bringt den TSV Sundhausen aus der Distanz mit 2:1 auf die Siegerstraße und kann im Westthüringer Kreispokal-Finale gegen die favorisierte SG Gospenroda am Ende einen 3:2-Heimssieg feiern.

Kapitän Daniel Werner (links) bringt den TSV Sundhausen aus der Distanz mit 2:1 auf die Siegerstraße und kann im Westthüringer Kreispokal-Finale gegen die favorisierte SG Gospenroda am Ende einen 3:2-Heimssieg feiern.

Foto: Falk Böttger

Es war schon eine kleine Sensation: Im Finale des Westthüringer Fußball-Kreispokals 2018/19 hat sich am Pfingstmontag mit dem TSV Sundhausen der Außenseiter durchgesetzt. In ihrem „Finale daheim“ triumphierte die Kreisliga-Elf von Trainer Achim Röse mit 3:2 über die SG Gospenroda – aktuell Zweiter der Kreisoberliga. Sensationell auch: Insgesamt 853 Zuschauer verfolgten den Pokal-Fight im Jürgen-Karstedt-Sportpark. „So viele Zuschauer gab es seit Jahren nicht mehr bei einem Westthüringer Finale“, wusste KFA-Staffelleiter Bertram Schreiber.

Während die Sundhäuser unter Sekt- und Bierduschen ausgelassen den Pott feierten, war den Gästen die Enttäuschung nach dem Abpfiff anzusehen. „Wir hatten uns eigentlich gut auf den Gegner und die Partie vorbereitet. Allerdings sind wir schlecht ins Spiel gekommen, haben auch nach Umstellungen kein Mittel gegen die kompakte Sundhäuser Abwehr gefunden“, erklärte Gospenrodas Trainer Olaf Gabriel.

Großchancen boten sich in der ersten Hälfte auf beiden Seiten wenige. Als Fabian Mirtschink kurz vor der Pause eine Ecke zum 0:1 direkt im Sundhäuser Tor unterbrachte, war der Jubel auf Gäste-Seiten groß. Zwar brachte dies Gospenroda besser ins Spiel, doch geplatzt war der Knoten keineswegs.

Gabriel: „Hätten wir danach schnell das 2:0 nachgelegt, wäre die Partie möglicherweise eine andere geworden. Doch wir haben das Herz dann wohl in der Kabine gelassen.“ Die Röse-Elf dagegen drehte nach dem Seitenwechsel auf . So brachte Tobias Meisel nach einem Freistoß die Hausherren wieder ins Spiel (1:1/ 52.). Nur zehn Minuten später schoss Daniel Werner die Gastgeber aus der Distanz sehenswert mit 2:1 in Front (62.) Als Steve Riedel kurz darauf auf 3:1 erhöhte, schien die Vorentscheidung gefallen (69).

Doch im Rückstand begann die Gäste plötzlich zu kämpfen und hatten in der Schlussphase durchaus noch Chancen (unter anderem zwei Hochkaräter in der Nachspielzeit), um zumindest die Verlängerung zu erzwingen. Doch mehr als den Anschluss durch Marcus Hohmann ließ die TSV-Abwehr nicht zu. „Am Ende hat sich Sundhausen den Sieg einfach mehr verdient“, meinte Gabriel im Anschluss.

Das angestrebte Double ist für Gospenroda damit vom Tisch. Nun hofft Gabriel, der kommende Saison als Trainer zum Thüringenliga-Absteiger Schweina wechselt, dass seine Elf den Staffelsieg und den Aufstieg in die Landesklasse in trockene Tücher bringt. Da sich Kaltennordheim am Wochenende mit einem 4:3-Heimsieg über Mosbach wieder an die Kreisoberliga-Spitze setzte, muss Gospenroda zum Saisonfinale daheim gegen Apfelstädt mit einem Sieg Platz eins perfekt machen.

Keine Chance mehr auf den Staffelsieg hat indes Sundhausen, die den Titel kurz vorm Saison-Schluss noch an die SG Mühlhausen/Wandersleben abgeben musste. TSV-Trainer Achim Röse: „Natürlich hätten wir gerne Meisterschaft und Pokalsieg gefeiert. Aber ich denke, dass wir uns mit dem Pott trotzdem für eine sehr gute Saisonleistung belohnt haben.“ Der Schlüssel, dass sich seine Kreisliga-Elf gegen einen Landesklassen-Aufstiegsaspiranten als klarer Außenseiter behaupten konnte, war für den Trainer eine Frage der Taktik. Röse: „Wir haben im ersten Durchgang abgewartet und den Gegner laufen lassen und auf Fehler gelauert. Auch wenn es in der ersten Halbzeit dadurch kein richtiges Fußballspiel war, so war es doch die richtige Entscheidung, wie sich in Hälfte zwei gezeigt hat, als wir dann das Mittelfeld eng gemacht haben und vorne unsere guten schnellen Leute immer wieder in Szene gesetzt haben.“

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