„Die Atmosphäre ist faszinierend“

Nordhausen.  Nordhausens Tischtennisspieler Martin Wiegner über seinen Verein und jüngsten Erfolg

Ein Selfie für zu Hause: Nach dem Turnier und vor allem nach der Dusche präsentierte Martin Wiegner seinen Pokal.

Ein Selfie für zu Hause: Nach dem Turnier und vor allem nach der Dusche präsentierte Martin Wiegner seinen Pokal.

Foto: Verein

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Seinen neuerlichen Erfolg kann er selbst kaum glauben. Am Wochenende schnappte sich Martin Wiegner, Tischtennisspieler von Hydro Nordhausen, das Ticket für die Mitteldeutschen Meisterschaften, die am 8./9. Februar in Weißensee stattfinden werden. Bei den Landesmeisterschaften in Bad Blankenburg musste sich der sympathische Hallenser nur im Finale geschlagen geben. Doch das reichte für die Teilnahme am nächsten hochklassigen Turnier. Der 34-jährige Beleuchtungsmeister am Theater Nordhausen lebt seit zehn Jahren in der Rolandstadt, spielt aber erst seit der Rückrunde 2019 für Hydro Nordhausen. Zuvor zog es ihn immer wieder in seine Heimat Halle/Saale. Wir sprachen mit ihm über den aktuellen Erfolg, wie es dazu kam, über die Zukunft im Verein und die Chancen Anfang Februar.

Haben Sie mit Erreichen der Mitteldeutschen Meisterschaft gerechnet?

Gerechnet habe ich damit nun gar nicht. Es kam schon überraschend. Aber ich bin stolz darauf und freue mich sehr. Mein Ziel war der zweite Tag, also das Viertelfinale. Alles andere war dann Zugabe. Und vor allem dann im Viertelfinale habe ich mein bestes Tischtennis gespielt.

Erklären Sie das mal genauer!

Ich habe gegen den Topfavoriten Philipp Tresselt vom TTC Schwarza 4:2 gewonnen. Das hätten ich und auch viele andere nicht gedacht. So ein Spiel erlebt man nicht allzu oft. In der Vorrunde habe ich gemerkt, dass es mit den Leistungen immer besser wurde. Ich bin ein Turnierspieler, der sich immer gesteigert hat. Das ging bis ins Finale hin gut.

Und dann?

Dann kam Robert Göpfert vom USV Jena. Gegen ihn hatte ich keine Chance. Ich kam mit seinem Spiel nicht zurecht. Und nach zwei Tagen schwanden dann auch die Kräfte. Gerne hätte ich wenigstens einen Satz gewonnen. Robert hat das Turnier verdient gewonnen.

Nun geht es zu den Mitteldeutschen Meisterschaften. Was ist dort Ihr Ziel?

Dabei sein ist alles. Das ist mein Motto. Allein die Teilnahme ist für mich das Größte. Und wenn ich realistisch bin, weiß ich, dass es für weit vorne kaum reichen wird. Und ich freue mich, ehemalige Spieler aus Sachsen-Anhalt zu treffen. Zusammen mit meinem Teamkollegen Andreas Wenzel, der sich über Ranglistenturniere qualifiziert hat, fahre ich auch nicht allein hin.

Haben Sie solch einen Erfolg schon mal gehabt?

Ja, einmal. Das war der zweite Platz bei den Landesmeisterschaften Sachsen-Anhalt. Und nun genau zehn Jahre später wiederholt sich das Ganze.

Seit 2010 sind Sie in Nordhausen. Warum erst vergangenes Jahr der Wechsel zu Hydro?

Ich habe es einfach nicht übers Herz gebracht, bei meinem Heimatverein in Halle aufzuhören. Ich bin immer hin- und hergependelt. Ich konnte einfach nicht loslassen. Nun ist es mir aber gelungen und ich bin mit dabei, hier in Nordhausen etwas aufzubauen. Und das, nachdem wir vergangenes Jahr fast abgestiegen wären. Die Atmosphäre hier ist sehr familiär. Und noch was: Ich habe es noch nie erlebt, dass so viele Zuschauer (zwischen 50 und 150 im Durchschnitt, Anm.d.R.) Woche für Woche zu den Spielen kommen. Das kenne ich so nicht und ist faszinierend. Über weitere Unterstützung freuen wir uns natürlich sehr.

Was wird bei Hydro aufgebaut?

Die Mannschaft ist quasi fast komplett neu zusammengestellt worden. Mit Markus Domnick ist ein Urgestein und feste Größe im Team geblieben. Und schnell haben sich Erfolge eingestellt. Das kommt nicht von ungefähr. Und so soll es auch weitergehen.

Ist der Aufstieg das Ziel?

Ja, auf alle Fälle. Wir wollen in die Oberliga. Und am besten wollen wir auch ungeschlagen bleiben. Momentan sieht es sehr gut aus, dass wir das schaffen. Wir müssen nur weiter hart dafür arbeiten.

Erst im Dezember durften Sie einen Erfolg feiern. Wie kam es zum Gewinn der Bezirksmeisterschaft?

Damit fing alles an. Ich musste, da ich den Verband gewechselt habe, von ganz unten anfangen. Zwar liebäugelte ich mit den Landesmeisterschaften, dass es aber sogar mit dem Titel der Bezirksmeisterschaft klappt, war die Kirsche auf dem Eisbecher. Ich bin wirklich angekommen im Nordhäuser Tischtennis.

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