Mehr als 500 Teilnehmer beim 25. Erfurt-Triathlon

Mehr als 500 Teilnehmer trotzten den widrigen Wetterbedingungen und sorgten beim 25. Erfurt-Triathlon für einen Rekord. Mit Anita Marquart und Henry Beck gewinnen die Favoriten auf der Olympischen Strecke.

Mehr als 500 Teilnehmer trotzen widrigen Bedingungen und sorgen beim 25. Erfurt-Triathlon für einen Rekord. Foto: Marco Kneise

Mehr als 500 Teilnehmer trotzen widrigen Bedingungen und sorgen beim 25. Erfurt-Triathlon für einen Rekord. Foto: Marco Kneise

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Erfurt. "Wind und Wellen wie auf Hawaii. Nur die Sonne hat gefehlt." Kai Röckert muss es ja wissen. Der frühere Amateur-Weltmeister von Hawaii kennt die weltweit härtesten Bedingungen für Triathleten. Was die 502 Teilnehmer und der eloquente Moderator beim 25. Erfurt-Triathlon erlebten, glich beinahe hawaiianischen Verhältnissen. Nun gut, die Temperaturen mit rund zehn Grad waren weit von tropischer Hitze entfernt, aber der Wellengang im Stausee Hohenfelden erinnerte manch einen an den Ostsee-Urlaub und machte sogar den Profis zu schaffen.

"Es war extrem wellig, so was habe ich noch nicht erlebt", sagte Henry Beck. Der Jenaer gewann nach seiner Zwangspause 2010 (Kreuzbandriss) zum dritten Mal die Olympische Strecke. Als er nach 1,5 Kilometern endlich aus dem Wasser stieg, lag vor ihm und den 120 Konkurrenten aber noch der härteste Teil. Die 40 Kilometer auf dem Rad forderten alles von den Triathleten ab. Beck brachte es auf den Punkt: "Es war arschkalt." Das Gespür für Hände und Füße sei sogar erst nach zwei der elf Lauf-Kilometer wieder zurückgekommen. Der 26 Jahre alte Profi, der in diesem Jahr für den HSV Weimar in der 2. Bundesliga startet, hielt die Konkurrenz bei diesen schwierigen Bedingungen zwei Stunden und zehn Minuten in Schach. Zweiter mit knapp drei Minuten Abstand wurde Eik Tietz (Team Triathlon-Laden/2:13:23 h) vor Philipp Heinz vom veranstaltenden LTV Erfurt (2:13:39 h).

Zwar gelang Anita Marquart wie Beck ein Start-Ziel-Sieg, aber auch sie haderte mit dem Wetter. "Meine Oberschenkel und Füße waren auf dem Rad so kalt. Ich habe mir anfangs sogar einen Platten gewünscht", gab die Triathletin vom HSV Weimar später zu. Dabei hatten ihr in den letzten Regionalliga-Rennen technische Probleme wertvolle Sekunden und einen möglichen Sieg gekostet. "Jetzt bin ich froh, dass ich mal wieder gewonnen habe. Das war mir wichtig", sagte Marquart, die nach 2:31:05 Stunden ihren Vorjahreserfolg wiederholte. Die zweitplatzierte Jana Richter aus Plauen (2:34:33) hatte zuletzt immer vor der Weimaerin gelegen. Dritte wurde Marquarts Vereinskollegin Sarah-Alicia Krause (2:40:24 h).

Bei den Staffeln setzte sich das favorisierte Trio mit dem früheren Langstreckenschwimmer Christian Hansmann, Radfahrer Kersten Kraus und dem starken Läufer Patrick Letsch (Team Linimed Erfurt) durch.

Dass Triathleten die härtesten sind, bewiesen auch 137 Jedermänner (ebenfalls Rekord) über die halbe Distanz (0,75/20/5,5 km) - manche zum ersten Mal überhaupt. 800-Meter-Olympiasieger Nils Schumann ("eine tolle Veranstaltung") war einer der Neulinge. Der Erfurter kam gut durch und wurde Neunzehnter. "Das hat Spaß gemacht, war mal eine schöne Belastung", meinte er. Sebastian Pflüger (Triathlon Jena/1:10:58) und Rebecca Gessat (1:23:24) vom Laufclub Dübener Heide siegten. Obwohl nun wahrlich kein Wohlfühl-Wetter war, schnupperten zudem auch 36 Teilnehmer beim sogenannten Wohlfühltriathlon.

Die Bedingungen stellten nicht nur die 502 Triathleten, sondern auch die Organisatoren vom LTV Erfurt vor größere Herausforderungen. Denn einige Teilnehmer kamen ohne Startnummer ins Ziel, weil diese weggeflogen waren. Als der Wind am frühen Nachmittag heftig auffrischte, gingen sogar zwei Zelte kaputt.

"Wir hatten insgesamt 70 Nachmeldungen und trotz des schlechten Wetters insgesamt eine tolle Teilnehmerzahl. Der Rekord ist auch ein Dank für die jahrelange Arbeit der Helfer", sagte Cheforganisator Dirk Gießmann. Einen Rekord bei miesem Wetter müssen erst einmal andere nachmachen...