VC-Gotha-Trainer Martin Fischer fordert mehr Konzentration

Gotha.  Interview der Woche: Martin Fischer, Trainer des VC Gotha II, über die aktuelle Situation und mögliche Folgen von Corona.

Schwieriges Neuland: Trainer Martin Fischer (links) und die Regionalliga-Volleyballer vom VC Gotha II sind in der neuen Liga deutlich stärker gefordert.

Schwieriges Neuland: Trainer Martin Fischer (links) und die Regionalliga-Volleyballer vom VC Gotha II sind in der neuen Liga deutlich stärker gefordert.

Foto: Gabi Fischer

Nach dem guten Auftakt mit einem 3:2-Sieg über Bad Düben mussten die Regionalliga-Volleyballer vom VC Gotha II zuletzt Federn lassen. Drei zum Teil deutliche Niederlagen sorgen dafür, dass der Aufsteiger in den unteren Tabellenregionen zu finden ist. Unsere Zeitung sprach mit Trainer Martin Fischer (36) über die sportliche Situation, Erwartungen an sein Team und über mögliche Folgen, sollte sich Corona wieder stark ausbreiten.

Ein Auftaktsieg, nun drei Niederlagen – ist die Aufstiegseuphorie schon verflogen?

Nein. Wir haben erwartet, dass es in der neuen Liga nicht einfach wird. Hier wird ganz anders aufgeschlagen und Druck ausgeübt. Wir müssen uns auch erst einmal reinfuchsen in die Sache. Man darf auch nicht vergessen, dass wir jetzt gegen drei Topteams gespielt haben, die in den letzten Jahren immer weit oben standen. Klar ist aber auch, dass wir uns langsam wieder steigern müssen.

Beim der klaren 0:3-Niederlage beim USV TU Dresden war ihr Team trotz guter Besetzung chancenlos. Können Sie sich das erklären?

Das war ein richtiges Durcheinander bei uns und hat nicht richtig gepasst. Die Annahme hat nicht gestimmt, wir konnten keinen Aufschlagdruck umsetzen und uns über die Außen nicht durchsetzen. Wenn man so eine Leistung anbietet, bekommt man die Bälle um die Ohren gehauen.

Im Team stehen genug erfahrene Spieler. Was fordern Sie im Training und Spiel nun ein?

Wir trainieren dreimal die Woche und versuchen, die Defizite auszugleichen. Wir müssen uns vor allem mehr konzentrieren. Die Liga ist ein Neustart für uns alle, auch für die älteren Spieler, die früher höherklassig gespielt haben. Aber die Erfolge von damals zählen nicht mehr. Wir müssen alle anpacken, mehr aus uns rausholen und uns nicht auf alten Sachen ausruhen.

Die Zweite spazierte durch die Thüringenliga. Ist der Unterschied zur Regionalliga sportlich doch größer als gedacht?

Er ist schon sehr groß. In den letzten Jahren war es ja quasi eine reine Sachsenliga. Ich kann mich noch erinnern, dass Tröbnitz (Gemeinde im Saale-Holzland-Kreis/d. Red.) mal aufgestiegen ist und glaube ich nur einen Satz geholt hat. Sie ist auf jeden Fall weitaus stärker als die Thüringenliga.

Mit den L.E. Volleys II aus Leipzig kommt am Samstag um 19 Uhr ein unmittelbarer Tabellennachbar und Konkurrent nach Gotha. Ein Pflichtsieg?

Wir sollten das Spiel schon gewinnen. Ich kenne sie aber gar nicht, und in dieser Liga kann man nicht so gut scouten, da es kaum Videomaterial gibt. Bei uns muss die Annahme passen und aus dem Aufschlag mehr Druck kommen. Das sind die Grundelemente, um ein Spiel zu gewinnen.

Überall liest man von steigenden Corona-Zahlen. Haben Sie die Befürchtung, bald nicht mehr spielen zu können?

Diese haben wir, leider. Ich bin gespannt, wie damit in den nächsten Wochen umgegangen wird. Natürlich geht die Sicherheit vor, aber wir wären schon traurig, wenn der Volleyballsport erneut wegfällt. Ich persönlich rechne schon damit, dass da in den nächsten Wochen etwas passiert. Vielleicht ist das Duell am Samstag ja schon das vorerst letzte. Deshalb heißt es, alles reinzuhauen, um den Sieg einzufahren. Danach müssen wir schauen, wie es sich entwickelt.