Erfurter Bundesliga-Volleyballerinnen: Katerstimmung in Schwarz-Weiß

Steffen Eß
| Lesedauer: 2 Minuten
Beobachtet von Hanna Hellvig holt Erfurts Libera Romy Brokking (links) den Ball.

Beobachtet von Hanna Hellvig holt Erfurts Libera Romy Brokking (links) den Ball.

Foto: Sebastian Dühring

Erfurt.  Statt mit frischem Schwung geht der Erfurter Volleyball-Bundesligist mit einem herben Dämpfer ins neue Jahr. Auch auf Suhl lastet zum Auftakt Druck.

Die Mannschaft von Wiesbaden schoss mit ihrem kleinen Fan-Trupp das obligatorische Siegerfoto, die Erfurter Volleyballerinnen hatten sich in die Kabine verkrümelt, wo ihr Trainer bereits war. Statt Partylaune herrschte zum Abschluss des alten Jahres durch das verdiente 0:3 (-18, -19, -21) Katerstimmung.

Erst recht bei Konstantin Bitter. Der Blick geht für ihn und sein Team als Vorletzter Richtung Tabellenende statt zu den Play-off-Plätzen. Im letzten Spiel der Rückrunde am Samstag bei Straubing (20 Uhr) droht, dass der Erfurter Coach wohl zu allem Übel aus der Entfernung zusehen muss. Wie vor kurzem in Vilsbiburg, nachdem er wegen lauter Kritik am Schiri mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen worden war.

Entschuldigt hatte er sich gleich nach Spielende für die Äußerungen. Bei seinem Urteil aber blieb Bitter. „Ei­ne krasse Fehlentscheidung“, erklärte er einige Zeit später und schaute zum Beweis immer wieder den Videoausschnitt. „Der Ball war voll am Block“, ärgerte er sich, dass Schiedsrichter Henning Schaum das direkt vor seinen Augen nicht so sah. Statt ei­nes Punktes für die Einheimischen entschied er auf vierte Ballberührung seitens der Erfurterinnen und schickte den sich heftig aufregenden Trainer aus der Halle.

Der Punkt zum 12:11 im dritten Satz für die Wiesbadenerinnen ist einer von 75 gewesen. Er besaß aber Wirkung. Bis dahin sind die Erfurterinnen am Drücker gewesen. So allerdings kamen die Hessinnen in Vorhand. „Das hat uns den Zahn gezogen“, meinte der Erfurter Coach.

Was Bitter aber wesentlich mehr wurmte als der Punkt, war die dürftige Leistung seiner Mannschaft in dem hochwichtigen Duell. „Ich bin tief enttäuscht. Wie wir in das Spiel gestartet sind, hat in der Liga nichts zu suchen“, wetterte er, „da muss sich jede einzelne hinterfragen“. Es fehlte über weite Strecken an Willen und daran, Druck gegen den stabiler spielenden Gast aufzubauen.

Auch die Suhlerinnen gehen mit der Hypothek ins neue Jahr, punkten zu müssen. Vor dem Duell am Samstag gegen den Siebten Vilsbiburg (19 Uhr) gelang es den Südthüringerinnen nicht, Zuspielerin Jenni Liu zum Abschied für ihren Hilfseinsatz nach dem Ausfall aller drei Zuspielerinnen zu belohnen: 0:3 (-15, -23, -16) hieß es in Aachen, Trainer László Hollósy sah zwischenzeitlich nach Gelb noch Rot.

Am Mittwoch geht es für die 22-Jährige in die USA. Sie setzt in Michigan ihr Studium fort. Schwester Yina hat derweil ihre Fußverletzung auskuriert. Der Verein ist auf der Suche nach einer zweiten Zuspielerin. Wann sie vorgestellt wird, ist offen.