Schwarz-Weiß Erfurt plant erstklassig

Erfurt  Erfurter Volleyballverein stellt trotz Abstieg Antrag für die 1. Bundesliga der Frauen. Nachwuchs soll weiter integriert werden.

Begehrt: An Saita (in Rot) und Erika Mercado (li.) will Schwarz-Weiß in der 1. Liga halten.

Foto: Sascha Fromm

Schwarz-Weiß Erfurt will auch in der kommenden Saison in der 1. Volleyball-Bundesliga auflaufen. Das entschied am Dienstagabend der Vorstand des SWE Volley-Team als Spielbetriebsgesellschafter einstimmig.

Der Verein stieg in der abgelaufenen Saison als Tabellenvorletzter mit nur neun Punkten aus der 1. Bundesliga ab, kann aber aufgrund der Ligaerweiterung und der mangelnden aufstiegswilligen Mannschaften aus der 2. Bundesliga mit einer weiteren Saison im Oberhaus rechnen. Bis zuletzt hatten die Erfurter die Überlegung, in die 2. Bundesliga abzusteigen, um in der nächsten Saison erfolgreicher zu spielen. „Die Zuschauer stehen weiter zum Verein, auch wenn wir in der 1. Liga gegen den Abstieg spielen. Sie wollen ansprechend guten Volleyball sehen“, begründete Michael Panse, Präsident des SWE Volley-Teams, die Entscheidung. Die 1. Bundesliga wird wohl von elf auf zwölf Mannschaften aufgestockt. Erweitert wird die Liga durch NawaRo Straubing, die als Zweiter der 2. Bundesliga einen Erstliga-Antrag stellen. Die Staffelsieger der zweigleisigen 2. Liga (Printus Offenburg, SnowTrex Köln) verzichten hingegen aus wirtschaftlichen Gründen auf einen Aufstieg.

Den Lizenzantrag für die höchste Spielklasse, der bis zum 1. April abgegeben werden muss, reichte der Erfurter Verein gestern ein. Spätestens am 15. April müssen die wirtschaftlichen Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren beim Verband eingehen. „Wir können für die 1. Bundesliga planen“, so Manager Heiko Herzberg, denn der Verband gab bereits positive Signale. Wirtschaftlich steht der Verein sowie die GmbH auf gesunden Füßen, wie Panse betont. Der Etat wird sich wie in der Vorsaison bei etwa 550 000 bis 600 000 Euro bewegen. Eine endgültige Verbands-Entscheidung wird Mitte Mai erwartet.

Für Heiko Herzberg und Trainer Jonas Kronseder geht nun die Arbeit für die kommende Saison richtig los – der Kader muss geplant werden. Die sieben Ausländerinnen, die letzte Saison nach Erfurt wechselten, werden den Verein voraussichtlich alle wieder verlassen. Den Leistungsträgern Erika Mercado, Libera An Saita und Emily Thater legte der Verein Angebote vor. „Die Aussichten, dass wir sie halten können, sind aber sehr gering“, so Herzberg. Mit den deutschen Spielern aus der letzten Saison wird der Verein Gespräche führen. Michaela Wessely muss aber aus medizinischen Gründen ausscheiden, wird dem Verein jedoch als Physiotherapeutin zur Seite stehen.

Mit sechs, sieben deutschen Spielerinnen will Schwarz-Weiß in die Saison gehen, steht derzeit mit vier deutschen möglichen Neuzugängen in Kontakt. „Bis Mai soll das Team fertig sein“, so Herzberg. Zudem setzt der Verein weiterhin auf den eigenen Nachwuchs, der mit erneuten Qualifikationen für die deutsche Meisterschaften (U20 und U18) seine Klasse nachweisen konnte. Drei junge Spielerinnen (Reinisch, Brabetz, Greskamp) wurden bereits letzte Saison in das Bundesliga-Team integriert. Weitere sollen in der neuen Spielzeit den Sprung in die erste Mannschaft schaffen.

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