Es reicht nicht für den Südharzer VC

Nordhausen  Die Volleyballer aus Nordhausen verlieren gegen den VC Dresden II mit 0:3 und stehen sportlich vor dem Abstieg aus der Regionalliga.

Die Nordhäuser Routiniers Willy Suhr und Chris Kampmeyer greifen beim Block gegen den Dresdener Angreifer daneben .

Foto: Christoph Keil

Ein fieser Netzroller zum 23:25. Ein kurzer Dresdner Jubel. Dann herrschte Stille. Vielleicht eine Minute lang, ehe doch noch leiser Beifall die enttäuschten Nordhäuser Volleyballer verabschiedete.

Das 0:3 (12:25, 19:25, 23:25) gegen den unmittelbaren Konkurrenten VC Dresden II bedeutete praktisch den sportlichen Abstieg des Südharzer VC aus der Regionalliga. Auch wenn noch vier Spiele ausstehen.

„Ich bin eigentlich immer Optimist, aber jetzt haben wir nur noch eine rein theoretische Chance“, sagte Kapitän Matthias Gäpler, der den heftig an Grippe erkrankten Sebastian Buntfuß vertrat. „Er hat mich ja noch auf der Heimfahrt aus Delitzsch angesteckt. Aber bei mir ging es heute gerade noch“, schniefte Gäpler, der seine Karriere nach der Saison wie der ebenfalls am Samstag fehlende Dominik Rieger beenden wird. Auch Buntfuß wird dann fehlen. Er geht als Bundeswehrsoldat nach Litauen. Dazu kommt noch der 16-jährige Sportgymasiat Ben Bierwisch, der kein Doppelspielrecht mehr erhält.

Ein mächtiger Verlust für den SVC, der für den Neuaufbau in der Thüringenliga oder – falls deren Meister wieder nicht aufsteigen will – in der Regionalliga. „Wir werden auf jeden Fall oben weiterspielen wollen, wenn es die Chance wie im Vorjahr für Reudnitz diesmal für uns geben sollte. Auch wenn wir die Jacke vollkriegen. Aufsteigen ist immer schwieriger, als oben bleiben“, stellte Karl-Heinz Steglich, der sportliche Leiter beim SVC klar. Bereits gestern rauchten die Köpfe. Steglich, Präsident Uwe Törpe, Jörn Bierwisch und Trainer Alexander Metelski diskutierten. „Vielleicht gibt es die Möglichkeit junge Spieler aus Thüringen in einer WG zusammenzufassen“, sagte Bierwisch. „Oder wir lotsen Volleyball spielende Maschinenbaustudenten an die Fachhochschule“, meinte Gäpler.

Das Gute an der schlechten Situation beim Südharzer VC ist, dass die Stimmung trotz des sportlichen Misserfolgs nicht in Schuldzuweisungen umschlägt.

„Wir sind weiter ein Team, das zusammensteht, und wollen die Saison ordentlich zu Ende spielen. Vielleicht gelingt uns noch ein schönes Spiel wie in Delitzsch. Das war eine komplett andere Welt gegenüber unserem Auftritt gerade gegen den VC Dresden “, sagte Gäpler.

Mitentscheidend war wohl das Fehlen von Kapitän Buntfuß, der von Patrick Ohm im Außenangriff nicht ersetzt werden konnte. „Wir haben keinen Stammsechser. Ich musste immer wieder wechseln“, beschrieb Coach Metelski seine Leiden, weil der SVC die ersten beiden Sätze (-12, -19) komplett verschlief. Dabei schlugen die Volleyballer des Flüchtlingsteams aus Eritrea für ein Freibier unverdrossen auf die Trommeln ein. Die mehr als 150 Fans quittierte jeden guten Ball mit Beifall. Doch erst als die Partie im dritten Satz bei 7:12 quasi gelaufen, erwachten der SVC. Mit einer 7:1-Aufholjagd zum 14:13 machten Gäpler und Co. es noch einmal spannend und gingen am Ende mit erhobenen Kopf aus dem verlorenen Spiel.

Nach einem Frustbier räumte die Mannschaft allein die Stühle und die Teppiche aus der KKS. Mit traurigen Blicken und dem Wissen, dass die Leistungen in dieser Saison einfach nicht für die Regionaliga gereicht haben.

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