Vom Handicap nicht bremsen lassen

Mechterstädt  Special Olympics-Sportler vom Bodelschwingh-Hof Mechterstädt starten bei Jedermann-Radmarathon in Österreich

Den Start der Mechterstädter beim Tannheimer Radmarathon halten auch die Mitglieder des Rotarierclubs Gotha für eine tolle Idee und greifen den Sportlern finanziell mit 3000 Euro unter die Arme. Seit 1998 können die Mechterstädter regelmäßig auf Förderungen der Rotarier für Reise- und Startgebühren bauen. Dass das Geld gut angelegt ist, davon überzeugten sich Präsident Michael Hofmann (2. v. re,) und Volker Schreiber kürzlich bei einer Stippvisite in Mechterstädt.

Den Start der Mechterstädter beim Tannheimer Radmarathon halten auch die Mitglieder des Rotarierclubs Gotha für eine tolle Idee und greifen den Sportlern finanziell mit 3000 Euro unter die Arme. Seit 1998 können die Mechterstädter regelmäßig auf Förderungen der Rotarier für Reise- und Startgebühren bauen. Dass das Geld gut angelegt ist, davon überzeugten sich Präsident Michael Hofmann (2. v. re,) und Volker Schreiber kürzlich bei einer Stippvisite in Mechterstädt.

Foto: Falk Böttger

Los Angeles, Athen, Abu Dhabi. Fast auf der ganzen Welt haben Sportler vom Bodelschwingh-Hof Mechterstädt in den vergangenen Jahren Erfolge gefeiert. Regelmäßig kann die Mechterstädter Werkstatt für Menschen mit Behinderung Athleten zu nationalen und internationalen Spitzen-Wettkämpfen entsenden. Bei den alle zwei Jahre ausgetragenen Special Olympics-Nationale Spiele zählten Mechterstädter in den vergangenen Jahren sowohl in Sommer- als auch in Winterdisziplinen gleichermaßen zum Favoritenkreis und holten Podestplätze.

„Insgesamt bedienen wir am Bodelschwingh-Hof elf Wettkampfsportarten“, berichtet Michael Sieber, Sporttherapeut am Bodelschwingh-Hof. Besonders Im Handball, Kraftdreikampf und vor allem auch im Radsport waren seine Schützlinge in den letzten Jahren erfolgreich und vertraten als Teil der deutschen Delegation die Bundesrepublik auch bei Weltspielen auf internationaler Bühne.

So wie beispielsweise erst vor wenigen Monaten Radrennsportler Tobias Göring. Bei den Weltspielen 2019 in Abu Dhabi fuhr der Wintersteiner zu einer Silber- und einer Bronzemedaille. Oder Kathrin Reichenbach, die 2005 von den Weltspielen in Athen 2011 und 2015 aus Los Angeles Medaillen mit nach Mechterstädt brachte. Andy Kost hat bereits Gold- und Silbermedaillen bei Weltspielen feiern konnte.

Doch nicht nur bei Special Olympics-Wettkämpfen wollen die Mechterstädter mitmischen, sondern auch bei herkömmlichen Breitensportveranstaltungen wollen die Sportler vom Bodelschwingh-Hof in Zukunft verstärkt an den Start gehen.

So wie dem Tannheimer Radmarathon am 7. Juli 2019 — einem Jedermann-Radrennen in Österreich über 58 Kilometer und 400 Höhenmeter. Dass dass auch für Menschen ohne Handicap kein Spaziergang ist, weiß auch Michael Sieber ganz genau. Zweifel, dass seine Schützlinge das packen, hat der Sporttherapeut keineswegs. Nicht nur, weil derzeit zweimal pro Woche fleißig trainiert wird. Sondern wohl auch, weil die Idee nicht ganz neu ist.

Im vergangenen Jahr drehten bereits Andy Kost und Christian Zinserling vom Bodelschwingh-Hof beim Velorace in Dresden ihre Runden. „Die beiden haben sogar das Tempo gemacht. Dass sie eine Behinderung haben, ist den anderen Fahrern dahinter nicht im Geringsten aufgefallen“, erklärt Sieber, der überzeugt war, dass dies eine gute Sache ist. Nicht nur für seine Schützlinge, die bei Wettkämpfen Spaß am Sport verbunden mit Erfolgserlebnissen haben. Und wohl auch nicht allein aus sportlicher Sicht, sondern auch .aus gesellschaftlicher: „Wenn Sportler mit Handicap bei einem Jedermann-Wettkampf mitmachen, ohne dass es jemandem auffällt oder es als etwas besonderes wahrgenommen wird, dann ist das doch absolute Inklusion“, so Sieber, der sicherlich recht hat, dass Sport auf diese Weise dazu beitragen kann, gesellschaftliche Barrieren abzubauen.

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