Wacker Nordhausen: Sehnsucht nach einem Lichtblick

Nordhausen.  Nun gab es beim 0:1 gegen Viktoria Berlin die zweite Niederlage in Serie.

FSV Wacker 90 Nordhausen verliert im AKS gegen Viktoria Berlin mit 0:1.  Im Bild: Oliver Genausch 

FSV Wacker 90 Nordhausen verliert im AKS gegen Viktoria Berlin mit 0:1.  Im Bild: Oliver Genausch 

Foto: Christoph Keil

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Es war nur Zufall, dass die finanziellen Turbulenzen bei Wacker Nordhausen zu jenem Augenblick bekannt wurden, als das erste Heimspiel der Saison wegen der schlechten Witterung vom nicht bespielbaren Hauptfeld des Albert-Kuntz-Sportparks auf den benachbarten Trainingsplatz verlegt werden musste.

Aber die Angst der Fans des Viertligisten ist groß, dass künftig tatsächlich alles eine Nummer kleiner ausfallen könnte. Zu allem Überfluss erhielt die Mannschaft auch sportlich einen Dämpfer. Mit dem 0:1 (0:1) gegen Viktoria Berlin und damit der zweiten Niederlage in Folge vergrößerte sich der Rückstand auf Tabellenführer VSG Altglienicke auf sieben Punkte.

So sehr der Nebel bei frostigen minus zwei Grad über den Platz waberte, so bemüht war Hans-Joachim Junker nach dem Spiel, für Lichtblicke zu sorgen. „Ich bin optimistisch, dass wir die Probleme lösen werden“, sagte der Vizepräsident von Wacker Nordhausen: „Ich gehe davon aus, dass wir den Spielbetrieb ordentlich weiterführen werden.“

Ohnehin sei es nicht das erste Mal, dass der Klub im Herbst in Schwierigkeiten geraten sei. „In der Vergangenheit haben wir das immer klären können, ohne dass dies öffentlich bekannt geworden ist“, sagte Junker. Dass zwei Monatsgehälter ausstehen und Beiträge wie zum Beispiel an die Krankenkasse oder die Berufsgenossenschaft nicht geflossen seien, habe niemanden kalt gelassen, so Trainer Heiko Scholz: „Viele haben Existenzangst.“

Kapitän Tobias Becker wollte das 1:3 beim BFC Dynamo und nun die 0:1-Pleite gegen Viktoria Berlin allerdings nicht auf die turbulenten Tage in Nordhausen schieben, auch wenn es nicht schön sei, wenn Freunde oder Familie finanziell aushelfen müssten. „Alle haben gekämpft. Gegen Viktoria hätte das Spiel gut und gerne auch 3:3 ausgehen können“, sagte der 33-Jährige. Tatsächlich besaß Wacker vor 457 unerschrockenen Besuchern trotz des Gegentores des früheren Erfurters Christoph Menz (44.) viele gute Möglichkeiten. Vor allem Joy Lance Mickels hatte Pech, dessen Schuss in der 59. Minute von der Unterkante der Querlatte wieder zurück ins Spielfeld sprang.

Trotzdem geriet in Nordhausen in jenen trüben Tagen die sportliche Bilanz in den Hintergrund. „Wir stehen zu euch. Aufklären!“ hatten die Wacker-Ultras auf ein Plakat gemalt. Unterdessen stellte der Vizepräsident eine Lösung in Aussicht. „Unser Ziel ist es, die Probleme noch in diesem Kalenderjahr zu bereinigen“, sagte Junker. Im Nebel von Nordhausen sehnen sich die Fans nach genau diesem Lichtblick.

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