Warum das Weitsprung-Meeting in Bad Langensalza in der Warteschleife steckt

Bad Langensalza.  Das Internationale Weitsprung-Meeting in Bad Langensalza muss wegen des Umbaus der Salza-Halle pausieren. Frühestens 2022 gibt es eine Neuauflage.

Frühestens 2022 werden wieder die weltbesten Weitspringer in Bad Langensalza an den Start gehen.

Frühestens 2022 werden wieder die weltbesten Weitspringer in Bad Langensalza an den Start gehen.

Foto: Sascha Fromm

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Mit einem Paukenschlag hatte sich das Internationale Weitsprung-Meeting im Juli 2018 aus Bad Langensalza verabschiedet, als der kubanische Hallen-Weltmeister Juan Miguel Echevarria mit 8,68 Meter eine Weltjahresbestleistung aufstellte und damit die kleine Kurstadt ganz oben in den Ergebnislisten der großen Leichtathletik-Welt einordnete.

Längst dominieren die Bauarbeiter die Szenerie an der Salza-Halle, wo aus heutiger Sicht frühestens 2022 wieder gesprungen werden kann. Die Weltklasse-Leichtathleten sollen zurückkehren, sobald die Sanierung abgeschlossen ist. „Ich verspüre durchaus die Lust und die Motivation, die Veranstaltung neu zu etablieren“, sagte Meetingchef Konstantin Krause. Der Bürgermeister von Bad Langensalza hat sich inzwischen ebenso zur Fortsetzung klar bekannt. Das Meeting sei über Jahre hinweg ein Höhepunkt mit Ausstrahlung über die Stadtgrenzen hinaus, sagte Matthias Reinz unserer Zeitung. „Nach Fertigstellung aller erforderlichen Baumaßnahmen im Innen- und Außenbereich arbeiten wir darauf hin, das internationale Weitsprungmeeting wieder an seinem Ursprungsort austragen zu können“, erklärte Reinz: „Wir als Stadt werden dafür im Rahmen unserer Möglichkeiten alles Erforderliche tun.“

Fest steht, dass die im Mai 1994 erstmals ausgetragene Veranstaltung im kommenden Sommer nicht stattfinden wird. Im vergangenen Jahr fand man beim Hallenmeeting Erfurt Indoor eine vorübergehende Heimat. Weil jedoch die Weitspringer im Programm zahlreicher Disziplinen dort untergingen und auch die sportlich reizvolle Acht-Meter-Marke weit verfehlt wurde, will Krause lieber eine Pause einlegen.

Wie lange die Auszeit andauern wird, ist allerdings noch offen. Im kommenden September sollen zwar die Arbeiten an der Salza-Halle abgeschlossen sein. Die Sanierung der Außenanlage mit der Weitsprunggrube allerdings ist ein davon abgetrenntes Projekt. Dafür hat der Landkreis nun einen Förderantrag gestellt. Wird dieser genehmigt, folgt 2020 die konkrete Planung, ein Jahr später würden die Maßnahmen realisiert. „Kommt es zu keiner Förderung, wird der Landkreis sukzessive die Herrichtung der Außenanlagen eigenständig veranlassen“, teilte die Verwaltung mit.

Dass nicht schon im bevorstehenden Jahr wieder gesprungen werden kann, ist für Konstantin Krause und seine Mitstreiter nicht unbedingt ein Nachteil, weil für ein mögliches Comeback erst noch die wirtschaftlichen Grundlagen geschaffen werden müssten. Der langjährige Hauptsponsor, der einen Großteil des Etats schulterte, hatte sich 2018 zurückgezogen.

Bis zur 25. Auflage erlebte das Meeting knapp 160 Sprünge über die magische Acht-Meter-Marke und hat sich so in der Branche einen Namen gemacht. Man habe in den vergangenen Wochen zahlreiche Anfragen von Athleten aus dem Ausland erhalten, die nicht wussten, dass wir wegen des Umbaus pausieren müssen, sagte Hardy Krause, der mit seinem Bruder Konstantin das Meeting organisiert: „Das zeigt, wie groß das Interesse nach wie vor ist.“

Frühestens 2022 wird die Veranstaltung wieder im Leichtathletik-Kalender auftauchen. Wenn es nach den Krause-Brüdern geht, genauso wie 2018 – mit einem Paukenschlag jenseits der acht Meter.

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