Weimars Michael Junker sieht als Coach zum ersten Mal den gelben Karton

Weimar.  Fußball, Verbandsliga: Der SC 03 Weimar muss morgen, 15 Uhr, bei der SpVgg. Geratal antreten

Michael Junker, der Trainer des SC 03 Weimar, sah am vergangenen Wochenende die Gelbe Karte. Nun gelobt er Besserung …

Michael Junker, der Trainer des SC 03 Weimar, sah am vergangenen Wochenende die Gelbe Karte. Nun gelobt er Besserung …

Foto: Jürgen Scheere

Nein, das hat er noch nie erlebt, sagt Michael Junker und schmunzelt. Die letzte Partie gegen die BSG Wismut Gera hat für den Trainer des Fußball-Verbandsligisten SC 03 Weimar noch ganz besondere Nachwehen – den Gelben Karton hat er schließlich am vergangenen Wochenende vor die Nase gehalten bekommen. Schiedsrichter Martin Ritter war der Mann, der für Junker die Premieren-Verwarnung parat hielt. „Das wollte ich schon immer mal haben“, sagt Junker und lacht.

Dabei war doch alles halb so schlimm, wie er sich erinnert. Ein Spieler des Kontrahenten aus Gera reklamierte lautstark ein Handspiel eines Weimarers in dessen Box – was einen Elfmeter zur Folge gehabt hätte. Michael Junker wollte derlei Lamentieren nicht unkommentiert lassen. „Ich habe dann einfach nur gerufen: ‘Halt die Klappe’. Na da hatte ich was gesagt ...“, bemerkt der SC-Coach.

Obolus für Mannschaftskasse

Der Unparteiische sei sofort zu ihm gekommen, erklärt, dass er den Geraer Spieler quasi beleidigt habe. Junkers Einlassungen, dass ‘Halt die Klappe’ doch fern jedweder unflätiger Verunglimpfung sei, änderten aber die Meinung des Referees nicht. Solche Ausdrücke gehören nicht auf den Fußballplatz. Gelb! Basta! Und obendrein muss Junker nun auch in die Mannschaftskasse einzahlen. Den Strafenkatalog hat er selbst mit entworfen. Einen kurzen Blick später weiß er: „Zehn Euro bei Gelb wegen Meckerns“, erklärt er. Nun, gut, fügt er an, „dann werde ich wohl mal ein Feierabendbierchen weniger trinken ...“

Nun, vielleicht schafft es ja seine Truppe, ihm wenigstens eine Siegerbrause an diesem Wochenende zu ermöglichen. Morgen, Samstag, rollt das Leder bei der SpVgg. Geratal. Los geht es 15 Uhr. Die Gastgeber haben bislang erst eine Partie gewinnen können, sind 14. der Thüringenliga. Junker will jetzt aber nicht die Favoritenrolle bei seiner Elf sehen. „Wir sind doch prädestiniert dafür, eine solche Mannschaft aufzubauen“, sagt er. Deshalb gelte auch für Geratal die Warnung: „Wir müssen Vollgas geben, auch dort – sonst wird das nichts“, sagt Junker. Und weiter: „Wenn wir nur glauben, dass wir besser sind, wird’s doof. Dann holen wir dort nichts, dann haben wir gegen jeden Gegner Probleme.“

Personell sieht es beim SC gar nicht so rosig aus. Hannes Boden ist langzeitverletzt mit Kreuzbandriss, Clemens Runge fehlt aus privaten Gründen, Florian Sachs ist beruflich eingespannt, probiere aber noch, die Schicht zu tauschen. Stephan Pabst könnte zurückkehren, die Entscheidung werde das Abschlusstraining bringen. Christopher Dam wird dagegen noch drei Wochen ausfallen. Seine Rückkehr wird sehnlichst erwartet – denn: Luca Albrecht wird es in Kürze aus Weimar wegziehen.

„Spätestens dann sollte Dam wieder fit sein“, sagt Junker, der in seinem Aufgebot niemand sieht, der allein ein Spiel entscheiden könne. Albrecht sei gerade ja recht treffsicher, stehe aber nur noch bis Ende des Monats zur Verfügung. „Deswegen betone ich ja immer wieder, dass wir nur über die mannschaftliche Geschlossenheit Spiele gewinnen können“, sagt Junker. Einer, der sich in der jüngeren Vergangenheit aus dem eigenen Nachwuchs angeboten hat, ist Luca Ruffert. „Der Junge hat gute Anlagen, hat jetzt schon mal bei uns reingeschnuppert“, erzählt der Trainer.

Den Gegner schätzt er ähnlich ein wie seine Mannschaft, auch Geratal komme über den Teamgeist. „Vorn haben die den Torwarth, der immer trifft – und hinten drin den Bischof, über den der Spielaufbau läuft“, berichtet Junker. Nichtsdestotrotz sei diese Partie eine, die gern gewinnen möchte.

Und noch mal Gelb kassieren? „Ich habe schon im Spaß überlegt, ob sich das lohnt. Schließlich ist man nach vier Gelben Karten als Trainer gesperrt. Doch unsere weiteste Reise nach Teistungen ist schon in drei Wochen. Das schaffe ich also nicht mehr“, sagt Junker und lacht. Nein, nein, Spaß beiseite. Sportlich soll es werden dieses Wochenende, fair sowieso – und eben möglichst siegreich.