Westvororte galt als Abstiegskandidat Nummer eins

Gera.  Fußball: Der 23-jährige Tom Eichberger hat sich bei der SG Gera-Westvororte zum Führungsspieler gemausert

Tom Eichberger lässt sich im Spiel gegen Sondershausen nach seinem Fernschusstor zum 4:0-Endstand feiern.

Tom Eichberger lässt sich im Spiel gegen Sondershausen nach seinem Fernschusstor zum 4:0-Endstand feiern.

Foto: Jens Lohse

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Fußball-Thüringenliga-Aufsteiger SG Gera-Westvororte war von vielen vermeintlichen Experten vor der Saison als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt worden. Dass es bisher nicht so kam und die Scheubengrobsdorfer nach der Hinrunde mit beachtlichen 17 Punkten auf Platz zwölf liegen, liegt auch an Tom Eichberger.

Der 23-jährige defensive Mittelfeldspieler war schon in der Landesklasse-Saison ins Saarbachtal gewechselt und hat sich nun zu einem echten Leistungsträger gemausert. Tom Eichberger ist ein Geraer Eigengewächs. Begonnen hatte er einst beim 1. SV Gera in der Bambini-Gruppe von Steffen Geisendorf, der später als Coach den SV Schott Jena in den DFB-Pokal führte. 2007 hatte er den damaligen 1. FC Gera 03 schon im zweiten E-Junioren-Jahr verlassen und war zum FC Carl Zeiss Jena gewechselt.

Zusammen mit Maximilian Kurth, Christopher Lätz, Nick Oelsner, Lukas Kokott, Dominik Drechsler und David Gruner hatte er damals unter Trainer Steffen Hadlich, dem heutigen Präsidenten des JFC Gera, die Schuhe geschnürt. „Die Zeit in Jena hat mich geprägt, nicht nur fußballerisch. Ich war ziemlich auf mich allein gestellt, musste mich durchbeißen. Das prägt die Persönlichkeit“, so Tom Eichberger, der es im Paradies bis zu den Bundesliga-A-Junioren schaffte, teilweise mit den Profis trainieren durfte und nach zwei Jahren in der Zeiss-Reserve zum Oberligisten FC Einheit Rudolstadt weiterzog.

„In dieser Zeit war ich auf der Suche, wusste auch beruflich nicht, wohin mein Weg führen könnte. Deshalb habe ich ein halbes Jahr Pause gemacht und mich dann Gera-Westvororte angeschlossen. Manchmal ist ein Schritt zurück eben auch ein Schritt nach vorn“, weiß der 23-Jährige, der auf einem guten Weg ist, zum Führungsspieler zu werden. In Gera studiert er mittlerweile dual Immobilienwirtschaft. Mit der Entwicklung der Mannschaft ist er zufrieden. „Anfangs hatten wir ein paar Probleme, haben uns dann aber zusammengerauft und richtig gute Spiele abgeliefert. Aber wir sind ein sehr junges Team. Da fehlt manchmal die Konstanz“, sagt Tom Eichberger und ergänzt: „Zunächst haben die Ergebnisse noch nicht gestimmt. Das unglückliche 1:2 gegen Heiligenstadt zum Auftakt würde uns jetzt wahrscheinlich nicht mehr passieren. Bestimmte Erfahrungen muss man eben erst sammeln.“

Richtig stark präsentierte sich Westvororte beim 1:1 gegen Herbstmeister Fahner Höhe. Auch beim 2:1 gegen Eintracht Eisenberg und beim 4:0 gegen Sondershausen trumpfte man zu Hause groß auf. „Aber man darf nicht nachlassen. Ein Hauch von Selbstzufriedenheit und schon unterliegt man gegen Weida mit 1:4. Daran müssen wir arbeiten“, weiß der Kicker mit dem schon etwas schütteren Haar. Von den Zugängen in der Winterpause hält er viel. „Gerade Bosse Struz hat einen sehr starken Eindruck hinterlassen und wird unser Offensivspiel beleben, das in der Hinrunde noch recht statisch war“, so Tom Eichberger, der mit fünf Treffern bester Westvororte-Torschütze der Hinrunde war. „Das als Sechser zu schaffen, zeigt, wo die Säge bei uns noch klemmt“, sagt er.

Ziemlich überrascht wurde auch der 23-Jährige vom Trainerwechsel nach der ersten Halbserie. „Ich bin mit Mike Baumann gut ausgekommen. Sportlich konnte man ihm nichts vorwerfen. Aber er hat wohl nicht alle Spieler mitgenommen“, verrät der Mittelfeldspieler. Mit Frank Schäfer als neuem Coach hätte sich das Team nicht verschlechtert, meint er und sieht die ersten 20 Minuten vom Testspiel in Schmölln als Maßstab für die nächsten Wochen, als der Ball oftmals wie an der Schnur gezogen durch die eigenen Reihen rollte. „Wir wollen die Klasse halten, egal wie. Wir werden alles geben und am Ende der Saison schauen, wo wir stehen“, sagt Tom Eichberger, der im Geraer Fußball nach wie vor das Potenzial für die Oberliga sieht: „Nur müssten dann alle an einem Strang ziehen und erst einmal konstruktiv miteinander reden.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.