26 Chancen auf neue Unternehmen im Kyffhäuserkreis

Kyffhäuserkreis.  Gewerbeflächenkonzept für den Kyffhäuserkreis steht. Aussicht auf bis zu 90 Prozent Förderung vom Land.

Die Ruine der alten Schokoladenfabrik in Greußen soll abgerissen werden.

Die Ruine der alten Schokoladenfabrik in Greußen soll abgerissen werden.

Foto: Timo Götz

Auf mindestens 26 Flächen im Kyffhäuserkreis könnten sich in den kommenden Jahren Industriebetriebe ansiedeln. Zu diesem Ergebnis kommt die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostthüringen (WFG) im Entwurf eines Gewerbeflächenentwicklungskonzepts für Nordthüringen.

Wenn die darin aufgeführten Grundstücke tatsächlich als Industrie- oder Gewerbegebiet ausgewiesen und erschlossen werden, winken bis zu 75 Förderung vom Land. Werden auf diese Weise alte Industriebrachen neu belebt, schießt der Freistaat im besten Fall sogar 90 Prozent der Kosten für Erschließung und Ausbau der neuen Gewerbeflächen zu.

Greußen hat gute Aussichten

Aussicht auf den maximalen Förderbetrag habe die Stadt Greußen, wenn sie die alte Schokoladenfabrik zu einem innerstädtischen Gebiet für Unternehmensansiedlungen entwickeln lässt. Das war von Christoph Hörold, der sich in der Kreisverwaltung um das Gewerbeflächenkonzept kümmert, zu erfahren. Aus Greußen wurden sogar schon Entwürfe für Anträge auf die vom Land in Aussicht gestellten Fördermittel eingereicht. Diese liegen allerdings noch so lange auf Eis, bis das Entwicklungskonzept für ganz Nordthüringen fertig und beim Land vorgestellt ist.

Teilberichte für den Kyffhäuserkreis und den Landkreis Nordhausen lägen den jeweiligen Kreisverwaltungen und dem Regionalmanagement Nordthüringen bereits vor, schildert Hörold den Stand des Verfahrens. Bei dem Konzept soll es sich um eine gemeinsam getragene Handlungsstrategie zur nachhaltigen und bedarfsgerechten Gewerbeflächenentwicklung unter Aspekten der Effizienz und Nachhaltigkeit aller Kooperationspartner des Regionalmanagements Nordthüringen handeln. Neben den Landkreisen Kyffhäuser und Nordhausen soll darin auch der Unstrut-Hainich-Kreis betrachtet werden. „Coronabedingt gibt es Verzögerungen bei vereinzelten Kommunen im Unstrut-Hainich-Kreis“, so Hörold. Das Konzept könne erst veröffentlicht und damit wirksam werden, wenn es vollständig sei.

Weitere Flächen werden noch nicht verraten

Mit Greußen sei bereits vereinbart worden, den Start für das Projekt Schokoladenfabrik auf das kommende Jahr zu verschieben, wie Greußens Bürgermeister René Hartnauer (SPD) auf Nachfrage bestätigt. Die angestrebte Förderung gerate damit nicht in Gefahr, da die Mittel in voller Höhe ohnehin erst abrufbar sind, wenn das Konzept vorliegt. Geplant sei aber bereits, auf dem Gelände der Fabrikruine bis zu drei Gewerbestandorte neu zu erschließen, so Hartnauer.

Die dafür kalkulierten Kosten summieren sich auf zwei Millionen Euro. Die beim maximal möglichen Fördersatz von 90 Prozent nötigen 200.000 Euro Eigenanteil halte die Stadt bereit. Der Betrag werde für 2021 im Haushalt der neuen Landgemeinde Stadt Greußen festgeschrieben, versichert er.

Wo andere potenzielle Flächen für Gewerbeansiedlungen ausgemacht wurden, darüber schweigt Hörold, bis das Konzept veröffentlicht ist. Er verrät nur, dass sie über das gesamte Kreisgebiet verteilt lägen, sich jedoch tendenziell um die städtischen Kommunen konzentrierten.

„Das heißt jedoch nicht, dass kleinere Kommunen ausgenommen sind“, stellt Christoph Hörold klar Alle Gemeinden im Kyffhäuserkreise hätten sich bei der Suche nach geeigneten Standorten mit Vorschlägen beteiligt.