Bolivien stoppt Lithium-Projekt - Firma aus Thüringen betroffen

La Paz/Sondershausen.  Boliviens Regierung hat die Lithiumgewinnung mit deutschen Unternehmen annulliert. Die Entscheidung könnte auch Auswirkungen auf eine Thüringer Firma haben.

Bolivien, Uyuni: Aus einem Kanal werden Rohstofflösungen, die unter der Salzkruste des Salars de Uyuni in Bolivien lagern, abgesaugt. Ein deutsches Unternehmen soll erstmals direkten Zugriff in Südamerika auf den für Batterien von Elektroautos notwendigen Rohstoff Lithium bekommen.

Bolivien, Uyuni: Aus einem Kanal werden Rohstofflösungen, die unter der Salzkruste des Salars de Uyuni in Bolivien lagern, abgesaugt. Ein deutsches Unternehmen soll erstmals direkten Zugriff in Südamerika auf den für Batterien von Elektroautos notwendigen Rohstoff Lithium bekommen.

Foto: Archivbild: Georg Ismar / dpa

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Gemeinsam mit einem deutschen und einem bolivianischen Partner will die Firma Kutec Salt Technologies aus Sondershausen an einem Salzsee in Bolivien eine Anlage zur Gewinnung von Lithium für die Batterien für Elektroautos errichten. Dafür wurde im zurückliegenden Jahr eigens ein Joint Venture gegründet.

Jetzt kursiert eine Meldung, wonach die Regierung in Bolivien das Projekt per Dekret gestoppt haben soll. „Wir sind nicht über einen Abbruch des Vorhabens informiert worden, haben auch erst aus den Medien davon Kenntnis bekommen“, sagte der Vorstandschef der Kutec, Heiner Marx, gestern auf Anfrage. Man müsse erst einmal abwarten, wie sich diese Situation jetzt entwickele

Proteste gegen das Projekt

Die deutschen Projektpartner hätten bislang alle Absprachen eingehalten. So sei erst im Oktober das notwendige deutsch-bolivianische Gemeinschaftsunternehmen in La Paz offiziell registriert worden. Damit habe man die legale Basis für das geplante Großvorhaben geschaffen.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass Präsident Morales die Schaffung tausender Arbeitsplätze und eine Technologietransfer für sein Land einfach wegwerfen wird“, sagte Marx. Er vermutet einen Streit um die Verteilung der Erlöse in dem südamerikanischen Land als Grund für die Proteste gegen das Projekt in der Region um den Salzsee Salar de Uyuni.

Verlust dieses Auftrages würde wehtun

Man habe den Bewohnern der umliegenden Orte eine steuerliche Beteiligung in Höhe von drei Prozent der Erlöse zugesagt. „In den Nachbarländern Chile und Argentinien liegt dieser Anteil bei acht bis zehn Prozent“, sagte Marx. Diese Daten seien natürlich auch in Bolivien bekannt. „Daran entzündet sich der Unmut in den Kommunen in dieser Region“, erklärte Heiner Marx.

Er bezifferte das vorgesehene Investitionsvolumen der deutschen Vertragspartner – neben der Kutec ist daran auch die baden-württembergische Firma ACI Systems beteiligt – auf zunächst 3 bis 4,5 Millionen Euro.

Planungsleistungen seien bereits erbracht worden. Ein Verlust dieses Auftrages würde der Kutec schon wehtun, räumte Marx ein. Er rechnet aber damit, dass man letztlich an dem Projekt festhalten werde, hinter dem auch namhafte Autokonzerne und Hersteller von Batterien für Elektroautos stünden.

Sondershäuser Unternehmen erhält Millionen-Auftrag aus Bolivien

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