Thüringer Digitalpreise 2020: Gewinner aus Weimar, Erfurt und Jena

Erfurt.  Die Auszeichnung würdigt die Kreativität regionaler Unternehmen. Der Preis wurde in drei Kategorien verliehen.

Die Rooom AG Jena entwickelt ein virtuelles Messesystem. Im Foto: Vorstandschef Hans Elstner.

Die Rooom AG Jena entwickelt ein virtuelles Messesystem. Im Foto: Vorstandschef Hans Elstner.

Foto: Tino Zippel

Die Gewinner im Wettstreit um die Thüringer Digitalpreise 2020 kommen aus Weimar, Erfurt und Jena.

Die Auszeichnungen wurden am Dienstag beim Kongress Innocon 2020 in Erfurt verliehen. Der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis wurde in drei Kategorien verliehen. Für ihre Lösung einer dezentralen Vermietung von Arbeitsgeräten unter Nutzung der Blockchain-Technologie erhält demnach die Erfurter Firma Lint GmbH den Preis in der Kategorie digitale Geschäftsmodelle.

In der Kategorie digitale Produkte setzte sich die Jenaer rooom AG durch, die eine Komplettlösung für die Durchführung virtueller Veranstaltungen in einer dreidimensionalen Umgebung geschaffen hat.

Zahl der Bewerber hat sich verdoppelt

Der Preis in der Kategorie Open-Source-Lösung geht an das Unternehmen IG Papiergraben e. V. welches mithilfe von Open-Source die Durchführung von Ferienveranstaltungen für sozial schwache Familien wesentlich vereinfacht.

Verliehen wurden die Ehrungen von Thüringens Wirtschaftsminister Wolfang Tiefensee (SPD) und dem Geschäftsführer der Digitalagentur Thüringen Heiko Kahl. „Mit dem heute verliehenen Preis wollen wir die Kreativität regionaler Unternehmen und Institutionen im Bereich der Digitalisierung honorieren", erläuterte Tiefensee die Überlegungen zur Ausschreibung.

Wesentliche Entscheidungskriterien für die Jury seien der Innovationsgrad der Lösung, die Relevanz für die Praxis sowie die Übertragbarkeit und Skalierbarkeit gewesen. „Gerade für kleine Unternehmen können digitale Lösungen und das Open-Source-Modell einen Zugang zu Geschäftsmodellen schaffen, von denen sie sonst ausgeschlossen wären", sagte Tiefensee.

Der Thüringer Digitalpreis – der gemeinsam von der Digitalagentur, dem Kompetenzzentrum Wirtschaft4.0 und dem Branchenverband IT Net organisiert wurde – wurde zum zweiten Mal verliehen. Mit 23 Bewerbungen hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

Milliarden für Forschung und Entwicklung

Nach Ansicht des Wirtschaftsministers ist die Thüringer Wirtschaft in den zurückliegenden Jahren deutlich innovativer geworden. „Unsere Unternehmen haben bei der Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen enorm aufgeholt", zeigte sich Tiefensee überzeugt.

Demnach seien die Ausgaben für Forschung und Entwicklung seit dem Jahr 2008 um rund 48 Prozent auf mittlerweile gut 1,4 Milliarden Euro angestiegen. Gut die Hälfte dieser Mittel werde vom Land zur Verfügung gestellt. Damit reagiere man darauf, dass sich die überwiegend mittelständische Wirtschaft im Freistaat teure Entwicklungskosten allein nicht leisten könne, so der Minister.

Innovationen seien aber für die Thüringer Betriebe unerlässlich, wenn sie mit ihren Erzeugnissen auf den Weltmärkten konkurrenzfähig bleiben wollen. Daher appellierte Tiefensee an den Landtag, auch in den laufenden Haushaltsverhandlungen einen klaren Schwerpunkt auf Wirtschaft und Forschung zu legen und die Kofinanzierung europäischer Fördermittel sicherzustellen.

„Die Innocon zeigt, dass unsere Innovationsstrategie durch erfolgreiche Projekte mit Leben erfüllt wird", erklärte der Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen Andreas Krey. Das Anliegen des Kongresses sei es gewesen, diese Projekte der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Der Austausch habe der weiteren Zusammenarbeit verschiedener Akteure im Freistaat gedient, so Krey. Gemeinsames Ziel des Bemühungen aller Beteiligte sei es, die künftige dynamische Entwicklung des Wirtschafts- und Innovationsstandortes Thüringen sicherzustellen.

Deshalb habe man die – digital durchgeführte – Konferenz mit 350 Besuchern unter das Motto „Auf dem Weg zu innovativen Wertschöpfungsnetzwerken“ gestellt. Im Hauptreferat gewährte der Vorstandschef der Jenoptik AG, Stefan Traeger, Einblicke in das Innovationsmanagement seiner Firma.