Eine Perle im Wiesengrunde von Heiligenstadt

Heiligenstadt  Beim Iba in Heiligenstadt wird das neue Laborgebäude eröffnet. 2,6 Millionen Euro kommen dafür vom Land Thüringen.

Bei der Einweihung des Laborgebäudes des Institutes für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (Iba) in Heiligenstadt ging es nach dem offiziellen Teil auf ­Erkundungstour durch die Labore. Ute Althaus, die Erste Beigeordnete der Kreisstadt, ließ es sich nicht nehmen, durch das aufgestellte Mikroskop zu schauen. Foto:

Bei der Einweihung des Laborgebäudes des Institutes für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (Iba) in Heiligenstadt ging es nach dem offiziellen Teil auf ­Erkundungstour durch die Labore. Ute Althaus, die Erste Beigeordnete der Kreisstadt, ließ es sich nicht nehmen, durch das aufgestellte Mikroskop zu schauen. Foto:

Foto: zgt

Den Kostenrahmen eingehalten, fristgerecht abgeliefert und unfallfrei abgeschlossen noch dazu – das hört man bei einer Baustelle dieser Tage nicht so oft. Da waren sich Dieter Beckmann, Direktor des Instituts für Bioprozess- und Analysemesstechnik (Iba), und auch der Staatssekretär des Thüringer Ministeriums für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG), Markus Hoppe, einig.

Die offizielle Übergabe des generalsanierten Laborgebäudes am Rosenhof in Heiligenstadt war der nunmehr vierte Besuch des Staatssekretärs. Er hatte sechs Worte für die Planer, Verantwortlichen und die gesamte Belegschaft: „Gut gemacht. Herzlichen Glückwunsch. Vielen Dank.“ Sein Dank ging dabei vor allem an die geduldigen Mitarbeiter, die während der „OP am offenen Herzen“ am Ball geblieben waren, denn die Arbeiten wurden im laufenden Betrieb realisiert.

In dem Gebäude waren seit Ende 2016 Treppenhaus, Versorgungsleitungen und Brandschutzanlagen erneuert und alle Labore renoviert worden. Das Wissenschaftsministerium hat das mit 2,6 Millionen Euro gefördert.

Das Institut, so führte Markus Hoppe aus, sei ein international gefragter Partner für interdisziplinäre Forschung und habe seit 1992 rund 65,7 Millionen Euro institutionelle Förderung vom Land Thüringen bekommen. „Das Iba ist wie eine Perle – klein aber fein“, sagte er. Dazu noch wunderschön gelegen – im grünen Wiesengrunde. Ihm stehe aber ein „epochaler Personalwechsel“ ins Haus. Denn Direktor Dieter Beckmann werde am Ende des Jahres in den Ruhestand gehen. Als eine gute Idee der Personalfindung bezeichnete er das Berufungsverfahren in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Ilmenau.

Der Generationswechsel wurde so frühzeitig eingeleitet. Und auch um den Nachwuchs kümmert sich das Iba momentan. In Heiligenstadt soll ein Schülerforschungszentrum entstehen. Sieben davon gibt es bereits in Thüringen. So könnten Schüler frühzeitig für Fragestellungen im naturwissenschaftlichen, mathematischen und technischen Bereich sensibilisiert werden. Das sei eine Möglichkeit, wissenschaftlichen Nachwuchs zu generieren. „Im Thüringer Haushalt für 2020 ist eine Steigerung des Etats der Förderung für das Iba um 350.000 Euro vorgesehen“, so Markus Hoppe. Das würde einen Gesamtzuschuss von 3,6 Millionen Euro im kommenden Jahr bedeuten. „Ich hoffe, dass der Landtag“, richtete er seine Worte an den Abgeordneten Thadäus König (CDU), „diesen Haushalt beschließt, denn damit hat das Iba auch Planungssicherheit.“

Bevor Direktor Dieter Beckmann den symbolischen übergroßen Schlüssel vom Staatssekretär überreicht bekam, berichtete er noch vom erfolgreich abgeschlossenen Brückenbau auf dem Gelände und freute sich damit über ein „fast vollständig generalsaniertes Institut“.

Nach dem musikalischen Abschluss des Eichsfelder Streichertrios unter der Leitung von Gregor Bim lernten die Anwesenden beim Rundgang durch die Laborräume viel über die Arbeit auf dem Campus und bekamen einen Eindruck davon, was viele weitere Gäste am Nachmittag erleben würden. Denn von 13 bis 17 Uhr hatte das Iba zum Tag der offenen Tür eingeladen. Bei Kurzvorträgen lernten die interessierten Besucher etwas über die drei Grundpfeiler der Forschungsarbeit vor Ort: Da ging es um Biofilme, also eine Schleimschicht, auf der Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze eingebettet sind, zum zweiten um Krebsforschung und zuletzt um Implantate. Dann warteten acht verschiedene Stationen im Labor darauf, entdeckt zu werden. Mitarbeiter boten Führungen an, und man konnte sich in chemischen Experimenten auch selbst ausprobieren. Am Abend kamen dann ehemalige Mitarbeiter, Praktikanten und Werkstudenten zu ihrem 6. Alumni-Treffen zusammen.

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