Förderanträge für Investitionen in Thüringen rückläufig

Erfurt.  Investoren setzen auch in Zeiten von Corona auf den Standort Thüringen. Allerdings sind es deutlich weniger als noch 2019.

Am „Erfurter Kreuz“ ging im Sommer mit dem Batterie-Innovations- und Technologie-Center (BITC) ein Kompetenz- und Innovationszentrum an den Start, das im direkten Zusammenhang mit der CATL-Ansiedlung steht und für zusätzliche wirtschaftliche und technologische Dynamik im Freistaat sorgt. Minister Wolfgang Tiefensee übergab symbolisch Fördermittel für das Initialprojekt "BattLife" an Roland Weidl, Leiter des BITC, und Jason Chen Generalmanager CATL (von links).

Am „Erfurter Kreuz“ ging im Sommer mit dem Batterie-Innovations- und Technologie-Center (BITC) ein Kompetenz- und Innovationszentrum an den Start, das im direkten Zusammenhang mit der CATL-Ansiedlung steht und für zusätzliche wirtschaftliche und technologische Dynamik im Freistaat sorgt. Minister Wolfgang Tiefensee übergab symbolisch Fördermittel für das Initialprojekt "BattLife" an Roland Weidl, Leiter des BITC, und Jason Chen Generalmanager CATL (von links).

Foto: Hans-Peter Stadermann

Die Zahl der Förderanträge für Investitionen in Thüringen ist in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen.

So hat das Land Thüringen bis Ende Oktober 105 Millionen Euro aus den Mitteln der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) als Zuschuss für Unternehmer und Existenzgründer zugesagt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 128 Millionen Euro, also gut 20 Prozent mehr. Dieser Trend lässt sich auch an der Zahl der Förderanträge belegen. Waren es in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres 147, so sind es sich auch in Folge der Corona-Pandemie bislang nur 111. Das ist ein Rückgang von 25 Prozent.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium und die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) sehen dennoch ein hohes Interesse für den Standort. „Die Investitionsneigung der Wirtschaft ist weiterhin hoch, die Nachfrage nach Landesförderung ungebrochen“, erklärte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Er gehe derzeit nicht von einem Einbruch bei den Investitionsaktivitäten der Thüringer Unternehmen aus, so der Minister.

„Auch in schwierigen Zeiten Anlass zum Optimismus“

Diese Einschätzung wird durch die mit der Investorengewinnung betraute LEG geteilt. „Unser Ansiedlungsgeschäft zur Gewinnung auswärtiger Unternehmen gibt auch in diesen schwierigen Zeiten Anlass zum Optimismus“, sagte Geschäftsführer Andreas Krey bei der digitalen Jahresveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft kommunaler Wirtschaftsförderer (AGKW). „Wir gehen davon aus, durch die Akquisition von Investoren wirtschaftliche Rückschläge, welche die vergangenen Monate mit sich brachten, gut kompensieren zu können.“ Im Rahmen der Veranstaltung kamen 150 Beschäftigte der Wirtschaftsförderung aus Landkreisen, Städten und Gemeinden zusammen, um sich über Entwicklungen in ihrem Arbeitsfeld zu informieren und auszutauschen.

Die LEG verwies auf Ansiedlungsentscheidungen an diversen Standorten: So hätten Amazon, Daimler Truckstore, Papacks Sales GmbH oder Antennentechnik Bad Blankenburg jüngst angekündigt, sich in Thüringen neu anzusiedeln oder ihr hiesiges Engagement auszubauen. Planmäßig würden zudem die laufenden Ansiedlungsvorhaben beispielsweise von CATL und Marquardt im Industriegebiet „Erfurter Kreuz“ vorangebracht.

Gegenwärtig sei die LEG mit einer dreistelligen Anzahl an Unternehmen in Kontakt, die sich für eine Ansiedlung interessieren. Mehrere Anfragen kommen aus den USA, China und der Schweiz.