Innovationen aus Triptis: Damit der Laster nicht kippt

Triptis.  Fliegl Fahrzeugbau aus Triptis hat im vergangenen Jahr etwa 5000 Fahrzeuge verkauft – etwa 60 Prozent davon ins Ausland.

Der Fahrzeugbauer Fliegl hat Ende der zweiten Januarwoche seine "Bautage" veranstaltet. Der geschäftsführende Gesellschafter Helmut Fliegl erläutert einige der Modelle.

Der Fahrzeugbauer Fliegl hat Ende der zweiten Januarwoche seine "Bautage" veranstaltet. Der geschäftsführende Gesellschafter Helmut Fliegl erläutert einige der Modelle.

Foto: Florian Girwert

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Helmut Fliegl ist nicht nur Chef, sondern an diesem kurzzeitig sonnigen Freitagmorgen auch Chef-Vermarkter in der großen Produktionshalle des Fahrzeugbauers, der seinen Namen trägt. „Ich zeig’s euch“, spricht er die Autoren einer Reihe von Fachmagazinen für Bau- und Transportwesen an, zieht an einer hochgeklappten Rampe eines Tiefladers, die sich bedrohlich schnell in Richtung Boden bewegt. Dann quietscht es laut, eine Feder bremst die Rampe auf Zeitlupentempo. Fliegl läuft mit federndem Schritt auf die Rampe, bis sie mit einem metallischen Klacken auf dem Boden aufsetzt. Der Chef springt herunter und zieht die Rampe mit Schwung wieder nach oben. „Geht mit nur einem Arm“, sagt er.

Zu den „Bautagen“ ist Fachpublikum gefragt. Neuigkeiten wollen verbreitet werden, sonst nützen auch die besten Entwicklungen des Fahrzeugbauers nichts. Und von denen gibt es einige. Eine Art Umkippschutz für Kipper, damit nur das Schüttgut dorthin kommt, wo es hin soll – und nicht der Kipper hineinfällt. „Was leider immer wieder vorkommt“, so Fliegl. In Triptis hat man eine Kippstabilisator-Technik zur Marktreife gebracht, die das Fahrzeug durch Gewichtsverlagerung stabilisiert.

Mit Triptiser Technik sparen

Ebenfalls wichtig: Sparmöglichkeiten. „Früher hat man uns belächelt, als wir die ersten Konstruktionen durch Löcher in den Trägern möglichst leicht machten“, sagt der Chef. Heute machten das alle großen Hersteller. Für einige tausend Euro mehr gibt es einen Kipplader aus Aluminium, der auch sonst besonders leicht ist. „So kann man pro Fahrt mehr transportieren.“ Ergo lässt sich Kraftstoff sparen, Fahrer haben weniger Fahrten, Diesel wird gespart. „Alle reden von grün. Wir handeln schon lange danach.“

Die Firmengruppe, seit 1991 in Triptis ansässig, hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben etwa 5000 Fahrzeuge verkauft. Darunter Tieflader, Baustoffanhänger oder Planenauflieger für den Güterverkehr. „Es gibt Kunden, die kaufen ein Fahrzeug, es gibt Kunden, die kaufen 250 Fahrzeuge“, sagt Fliegl über den Umfang der Aufträge. Rund 60 Prozent der Fertigung gehen in den Export. „Frankreich zum Beispiel zieht gerade an, Österreich zieht an. Deutschland hinkt gerade hinterher.“

Insgesamt mehr als 500 Mitarbeiter

Hiesige Kunden neigten wegen fehlenden Vertrauens in die Politik nicht zu Investitionen – das bekomme man zu spüren. Derzeit habe das Unternehmen in Triptis 270 Mitarbeiter, in Bosnien 220 und in Österreich noch einmal 30. Sie erwirtschaften einen Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe. Umsatz und Mitarbeiterzahl seien auch schon mal größer gewesen. Bei den Preisen mit der Konkurrenz mitzuhalten, sei schwierig. „Die fallen derzeit eher.“ Gleichzeitig steigen die Kosten: „Bei Löhnen ist das auch in Ordnung. Angebot und Nachfrage eben“, so Fliegl. Ein Problem seien aber die Nebenkosten. Man versuche, mit Qualität und Innovationen zu punkten.

„Die Weiterentwicklung bleibt nie stehen“, sagt er. Man verstehe sich daher als innovatives Unternehmen und verkaufe an innovative Kunden.

Viele Thüringen dürften auf die Produkte schon einen Blick erhascht haben: Von der Autobahn A 9 aus sind Werkhalle und zahlreiche Fahrzeuge nahe der Ausfahrt Triptis bestens zu sehen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren