Investoren aus Thailand bei „Kutec“ in Sondershausen

Sondershausen. Internationale Investoren nach Sondershausen zu holen, das war ein Beweggrund für den Bau der Lithiumkarbonat-Anlage in der Stadt.

Mit einer Pilotanlage erprobt das Unternehmen K-UTEC AG Salt Technologies in Sondershausen ein neues Verfahren zur Lithium-Gewinnung. Foto: Dieter Luecke

Foto: zgt

Die Rechnung scheint aufzugehen, wie der Vorstandschef der Sondershäuser Kutec Salt Technologies AG, Heiner Marx, im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt. „Wir werden in einigen Tagen Investoren aus Thailand in Sondershausen zu Besuch haben, die die Anlage besichtigen wollen und sich über unser Verfahren informieren wollen“, sagte Marx.

Die Pilotanlage in Sondershausen – mit einer Kapazität von 3000 Tonnen Lithiumkarbonat im Jahr – hat die Kutec im Auftrag des US-Konzern Western Lithium geplant und errichtet. Die Firma aus Nevada plant perspektivisch den Bau einer größeren Anlage in den Vereinigten Staaten. Das nötige Geld dafür soll bei privaten Investoren eingesammelt werden.

Sind die thailändischen Investoren von der Anlage in Sondershausen und der dahinterstehenden Technologie überzeugt, werden sie Aktien von Western Lithium erwerben und so zur Finanzierung der Anlage in den USA beitragen, erläuterte Marx das Anliegen des Besuches.

Ihre Erfahrungen in der Planung und Errichtung einer derartigen Anlage – zur Gewinnung von Lithiumkarbonat für Hochleistungsbatterien – kamen den Sondershäusern auch bei der Ausschreibung einer Lithiumfabrik in Bolivien zugute. Die Firma Kutec konnte sich gegen internationale Wettbewerber durchsetzen und bekam den Zuschlag (TA berichtete).

„Wir haben einen Punktekatalog zugeschickt bekommen, aus dem hervorgeht, dass wir die meisten Punkte erzielt haben“, sagte Heiner Marx.

In den nächsten Tagen soll der Firma ein Vertragsentwurf zugehen, danach habe man 30 Tage Zeit, einen Vertragstext in Spanisch und Deutsch aufsetzen zu lassen. „Ich gehe davon aus, das wir im Juli einen Vertrag unterschreiben können“, so Marx.

Anfang kommenden Jahres werde man die ersten Unterlagen nach Bolivien entsenden. Die geplante Aufnahme der Fertigung in der Fabrik, im Jahr 2020, ist nach Ansicht von Marx ein ambitioniertes, aber durchaus erreichbares Ziel.

Die Anlage am größten Salzsee der Welt – dem Salar de Uyuni – in Bolivien plant die Kutec aus Sondershausen mit Zulieferteilen von deutschen Maschinen- und Anlagenbauern. „Wir geben in unseren Planungen vor, welche Zulieferer genutzt werden müssen, wenn der Prozess funktionieren soll“, so Marx.

Einen noch größeren Auftrag als jenen in Bolivien hat sich die Kutec in Laos sichern können. Dort soll ein Werk zur Kaligewinnung durch das Solverfahren errichtet werden, wie es bei der Deusa in Bleicherode eingesetzt wird. Das Investitionsvolumen für die Fabrik in Laos liegt laut Marx bei rund 300 Millionen US-Dollar.

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