Thüringen will Kreativwirtschaft stärken

Karsten Jauch

Die Kreativbranche in Thüringen hat nach Ansicht von Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) ein großes Entfaltungspotenzial.

Weimar. "Unser Ziel ist es, Thüringen im Bereich Kreativwirtschaft auch international besser aufzustellen", sagte der SPD-Politiker am Montag auf der Branchenkonferenz "Creative Innovation Summit" in Weimar.

Mit Unterstützung des Thüringer Wirtschaftsministeriums hat dort die Thüringer Agentur für Kreativwirtschaft (THAK) 250 Interessierte versammelt, um mit internationalen Experten und Unternehmern über Trends und Perspektiven der Kreativwirtschaft zu diskutieren.

Mit der Stärkung der Kreativwirtschaft könne das wirtschaftliche Profil Thüringens geschärft werden, sagte Matthias Machnig. "Diese internationale Konferenz bildet den ersten Baustein unseres Thüringer Modells für die Kreativwirtschaft", betonte Agenturchef Dirk Kiefer.

Die wichtigsten Märkte der Kreativbranche seien hierzulande die Bereiche Verlagsgewerbe, die Software-Industrie und der Werbemarkt.

Die Agentur geht von 3200 Firmen und fast 22.500 Erwerbstätigen aus. Allerdings dürften dies nur 12.000 Vollzeitstellen sein. Der Jahresumsatz soll bei 1,7 Milliarden Euro liegen.

Thüringen sei das einzige Bundesland, dass eine derartige Stärkung der Kreativbranche in Angriff genommen habe, erklärte am Montag das Thüringer Wirtschaftsministerium.

Dazu gehörten neben der Gründung der Agentur als Beratungsstelle, einem eigenen Messestand auf der Frankfurter Buchmesse und verschiedenen Workshops auch die Thüringer Buch-Tage.

Sie sollen in diesem Jahr erneut in Jena stattfinden, erklärte gestern der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Über 50 Verlage präsentieren sich am 14. und 15. September im Volksbad. Das Wirtschaftsministerium unterstütze dies mit etwas weniger als 20.000 Euro.

Intershop-Gründer Stephan Schambach sieht in Thüringen indes Nachholbedarf bei Infrastruktur und Bildung.

In den kommenden Jahren müsse es sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene mehr Anstrengungen geben, um Thüringen attraktiver für Investoren zu machen, sagte Schambach. Zentraler Punkt sei die Verkehrserschließung.

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