Thüringer Bratwürste auf Münchner Oktoberfest

Schmalkalden  Oktoberfest-Besucher können sich in München auch Spezialitäten aus dem Nachbarbundesland schmecken lassen. Die Thüringer Bratwurst gehört auch dieses Jahr wieder zum Angebot eines Wiesn-Wirtes.

Thüringer Bratwürste gehören auch in diesem Jahr wieder zum Angebot eines Wiesn-Wirtes.

Thüringer Bratwürste gehören auch in diesem Jahr wieder zum Angebot eines Wiesn-Wirtes.

Foto: Imago / A. Wetzel

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wenn am Sonnabend der Münchner Oberbürgermeister nach wenigen Hammerschlägen das erste Bierfass öffnet und das 186. Oktoberfest in der bayerischen Landeshauptstadt offiziell eröffnet, dann können sich die Besucher auch wieder Spezialitäten aus Thüringen schmecken lassen.

Die Thüringer Bratwurst aus Schmalkalden gehört auch dieses Jahr wieder zum Angebot eines Wiesn-Wirtes auf der sogenannten Oidn-Wiesn, also der alten Wiesen, bestätigte der Marketing- und Vertriebschef der Firma Thüringer Landstolz in Schmalkalden, Holger Schulz. „Wir haben die ersten Bratwürste an den Wirt geliefert, der bestellt aktuell nach und wir bringen bei Bedarf Nachschub“, erläutert Schulz den Vertriebsweg aus Südthüringen nach Bayern.

Auf Wunsch des Partners in München bringt die Firma auch den Senf für die Würste mit. „Es ist Bornsenf aus Erfurt“, verrät Schulz. 2010 sei der Wirt erstmalig an ihn herangetreten und hatte nach der Möglichkeit gefragt, Thüringer Bratwürste zu beziehen, berichtet Schulz.

Da habe man sich natürlich nicht lange bitten lassen. Er sei dann auch sofort persönlich nach München gefahren, um die Verhandlungen zu führen. „Das kam bei den Partnern sehr gut an, dass wir nicht nur per Telefon Kontakt hatten“, so Schulz.

Thüringer Bratwurst keine Konkurrenz sondern Ergänzung

Das Angebot aus Thüringen sei keine Konkurrenz zu den Hähnchen, Weißwürsten, Haxen und Brezeln, die man traditionell auf dem Oktoberfest erwartet, sondern eine Ergänzung, versichert Schulz. Aufgebaut wird die Oide-Wiesn seit dem Jahr 2010 regelmäßig auf dem Südteil der Theresienwiese, direkt neben dem Riesenrad.

Wer in einem der historischen Fahrgeschäfte Platz nimmt und anschließend im Bierzelt bayrisches Brauchtum erlebt, bekommt eine Ahnung davon, wie das Oktoberfest früher einmal war. Als im Jahr 2010 die Jubiläumsfeier „200 Jahre Oktoberfest“ anstand, plante man, den Festbesuchern mit dieser Oidn-Wiesn einen historischen Einblick zu geben. Was eigentlich als einmalige Sache geplant war, erfuhr einen derart großen Zuspruch, dass man sich entschied, sie als festen Teil des Oktoberfestes zu etablieren.

Dabei habe ein Wiesn-Wirt bewusst daran erinnern wollen, dass das Oktoberfest ursprünglich ja auch einen direkten Bezug zu Thüringen hatte, berichtet Schulz von seinen Gesprächen mit dem Kunden. Demnach basiert das heute größte Volksfest der Welt – mit jährlich bis zu sechs Millionen Besuchern – auf der Idee eines bayerischen Offiziers.

Bis zu 20.000 Thüringer Bratwürste werden jährlich verzehrt

Der regte damals an, die Hochzeit von Prinzregent Ludwig von Bayern, dem späteren König Ludwig I., und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen einmal anders zu feiern: nämlich mit einem großen Pferderennen. Geheiratet wurde am 12. Oktober 1810, und am 17. Oktober fanden dann die offiziellen Feierlichkeiten auf der – später nach der Braut benannten – Theresienwiese statt, mit diesem Pferderennen.

Bis zu 20.000 Thüringer Bratwürste werden seit dem ersten Auftritt im Jahr 2010 inzwischen jährlich auf dem Münchner Oktoberfest verzehrt, weiß Holger Schulz zu berichten. „Es hängt natürlich immer auch ein bisschen vom Wetter ab, aber für dieses Jahr stimmen die Prognosen der Meteorologen ja durchaus optimistisch“, sagt der Vertriebschef des Unternehmens.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren