Thüringer Firmen sollen vom Wachstum im Ausland profitieren

Jena.  Hypovereinsbank: In Ostthüringen hängen besonders viele Arbeitsplätze am Export – und wer exportiert, wächst stärker

Die Hypovereinsbank hat erhoben, dass Unternehmen aus Jena und Ostthüringen stärker als in anderen Regionen vom Export profitieren.

Die Hypovereinsbank hat erhoben, dass Unternehmen aus Jena und Ostthüringen stärker als in anderen Regionen vom Export profitieren.

Foto: Andreas Gebert / dpa

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Wer als Unternehmen ins Ausland geht, setzt sich zwar einem höheren Risiko aus, kann aber letztlich bessere Renditen erwirtschaften. „Die Wirtschaft vieler Länder wächst schneller als die in Deutschland“, sagt Patrick Grünauer-Kloevekorn, Leiter des Firmenkundengeschäfts der Hypovereinsbank in Mitteldeutschland. „Internationale Aktivitäten werden immer wichtiger“, findet er. Allein in Westthüringen seien 39.000 Arbeitsplätze in Unternehmen verankert, die direkt exportieren. In Ostthüringen sind es 28.000. „Wenn man alle hinzurechnet, die als Zulieferer mit dem Export verbunden sind, sind es noch viel mehr“, sagt er.

Vergleiche man etwa Ostthüringen und seine insgesamt 316.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze – davon 28.000 mit direktem Exportbezug – mit der Region um Leipzig, dann steht die mit 422.000 sozialversicherungspflichtigen Jobs zwar größer da. Der Exportanteil ist mit 29.000 aber geringer als in Ostthüringen.

Internationales Umfeld ist unruhig – Bank sieht sich als Wegweiser

Wichtigste Handelspartner seien die USA, Ungarn, Frankreich, das Vereinigte Königreich und China. Die Exporte in die USA lagen 2017 bei 1,06 Milliarden Euro. Nach Russland gingen im gleichen Zeitraum noch Waren und Dienste im Wert von 283 Millionen Euro, wobei die Tendenz zuletzt wieder steigend war.

Wegen Unwägbarkeiten in der internationalen Politik nehme die Bank auch steigenden Beratungsbedarf von Unternehmen wahr, etwa schwankende Währungen abzusichern. Das sei zum Beispiel für Firmen interessant, die außerhalb des Euro-Raums nach Ungarn lieferten. „Der Forint schwankt immer wieder“, so der Banker. Gerade auch bei Investitionen oder größeren Aufträgen seien solche Angebote für Unternehmenskunden interessant. In vielen Ländern könne man Expertise vor Ort bieten – entweder selbst oder über Partner. „Zur Not muss man einem Kunden auch von einer Investition abraten, wenn zu viel dagegen spricht.“

Anders stelle sich etwa der Bedarf von Firmen rund um den Internet-Handel dar. Hier gehe es eher um eine hohe Zahl von Transaktionen denn um Absicherungsinstrumente. Zudem seien die Firmen hier oft kleiner, aber in mehr Märkten vertreten.

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