VdU-Vorsitzende Simone Neubauer über Erfolgsfaktoren für Gründerinnen

Erfurt.  Simone Neubauer führt jetzt den Thüringer Verband der Unternehmerinnen. Unternehmensnachfolge gehört zu den zentralen Themen.

Frauen müssen etwas widerstandsfähiger sein als Männer – zumindest zu Beginn eines Projektes oder in der Gründungsphase. Simone Neubauer VdU-Vorsitzende.

Frauen müssen etwas widerstandsfähiger sein als Männer – zumindest zu Beginn eines Projektes oder in der Gründungsphase. Simone Neubauer VdU-Vorsitzende.

Foto: hellbunt fotografie

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Wenn der VdU am kommenden Dienstag zum Neujahrsempfang einlädt, steht erstmals Simone Neubauer an der Spitze dieses Thüringer Unternehmerinnenverbandes. Die Diplom-Ingenieurin hat von Katrin Katzung den Staffelstab übernommen. Der VdU soll „für alle Frauen mit unternehmerischen Hintergrund das Netzwerk zum Austausch und Stärkung ihrer Interessen sein“, erklärt Neubauer im Gespräch mit dieser Zeitung.

Sie hat sich mit einem Geschäftspartner in den 1990er Jahren nach ihrem Studium an der Bauhaus-Uni Weimar selbstständig gemacht; mittlerweile ist das Architektur- und Ingenieurbüro mit mehr als zehn Beschäftigten in Thüringen sowie seit 2003 auch in Nordrhein-Westfalen bei der Entwicklung, Planung und Durchführung von Bauprojekten erfolgreich. Zu ihrem Engagement beim VdU sagt sie: „Mein Einsatz ist dann erfolgreich, wenn sich die Außenwirkung des Verbands als kompetent, weiblich, stark und zukunftsorientiert manifestiert.“

Boot Camp zum Thema „Wachstum und Finanzierung“

Gerade in männerdominierten Bereichen scheint es, als müssten Frauen sich noch mehr als sonst anstrengen. Simone Neubauer betont jedoch, dass es „keine geschlechtsspezifischen Faktoren für wirtschaftlichen Erfolg“ gebe. Das Wichtigste sei „eine gute Ausbildung. Gepaart mit Neugier, einem guten Netzwerk, Freude an der Arbeit und einer gewissen Risikobereitschaft ist jede und jeder auf einem guten Weg zu unternehmerischem Erfolg.“ Allerdings stellt sie fest, „dass wir Frauen etwas widerstandsfähiger sein müssen als Männer – zumindest zu Beginn eines Projektes oder in der Gründungsphase eines Unternehmens gilt es, unausgesprochene Vorbehalte wie ‘Kann die das?’ oft zu überwinden.“ Als Mentorin im Projekt „Mint – Mentoring für Studium, Beruf & Karriere“ der Fachhochschule Erfurt kann sie ihre Erfahrung jungen Studentinnen während ihres Studiums weitergeben.

Als Neubauer gefragt wurde, ob sie am Mint-Mentoring-Programm teilnehmen wolle, habe sie spontan zugesagt, „weil mich die Aussicht auf neue Kontakte zu jungen Studentinnen sehr interessiert und ich im Berufsalltag zu wenig Input aus diesem Bereich habe. Der Austausch ist für mich besonders wertvoll, da ich zum Beispiel mit der Beantwortung der Fragen nach der Wahl des Berufsweges und der damaligen Vorstellung vom eigenen Leben reflektiere, ob ich meine ursprünglichen Vorhaben erfüllt habe“. Als Hilfe für Gründerinnen bietet der VdU erneut ein Boot Camp zum Thema „Wachstum und Finanzierung“ an.

Next Generation Award für erfolgreiche weibliche Nachfolge

Gerade jetzt, da der Fachkräftemangel zunehme und die Wirtschaft um gut ausgebildete Frauen mit attraktiven Angeboten werben müsse, sei das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus Sicht des VdU besonders wichtig. Sie selbst setze sich zudem schon lange für „mehr Beständigkeit und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen“ ein.

Unternehmensnachfolge ist ein wichtiges Wirtschaftsthema und eine Chance für Frauen. Neubauer verweist in diesem Zusammenhang auf den Next Generation Award für die erfolgreiche weibliche Nachfolge in zwei Kategorien: die unternehmensinterne und die externe Nachfolge. Bewerbungen für 2020 sind bis zum 29. Februar möglich. Weiterhin geben wird es auch den mittlerweile renommierten Emily-Roebling-Preis in Thüringen. Die Verleihung wird im Rahmen des 13. Unternehmerinnentages am Donnerstag, 24. September, in Erfurt stattfinden.

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