Verleihung in Berlin: Thüringer Forscher hoffen auf Deutschen Zukunftspreis

Jena.  Drei Teams sind für die Auszeichnung nominiert – darunter auch Wissenschaftler aus Jena. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier benennt am heutigen Mittwochabend den Sieger.

Mit ihrem Projekt „EUV-Lithographie – Neues Licht für das digitale Zeitalter“ nominiert für den Deutschen Zukunftspreis 2020 (v.l.): Dr. Sergiy Yulin, Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, Dr. Peter Kürz, ZEISS Sparte SMT und Dr. Michael Kösters, TRUMPF Lasersystems for Semiconductor Manufacturing.

Mit ihrem Projekt „EUV-Lithographie – Neues Licht für das digitale Zeitalter“ nominiert für den Deutschen Zukunftspreis 2020 (v.l.): Dr. Sergiy Yulin, Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, Dr. Peter Kürz, ZEISS Sparte SMT und Dr. Michael Kösters, TRUMPF Lasersystems for Semiconductor Manufacturing.

Foto: Ansgar Pudenz / Deutscher Zukunftspreis

Die Spannung steigt – in der deutschen Hauptstadt wird am heutigen Mittwochabend der Deutsche Zukunftspreis verliehen. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier wird den Umschlag öffnen und den Namen des Siegerteams bekanntgegeben, das den mit 250.000 Euro dotierten „Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation“, wie er offiziell heißt, entgegennehmen kann.

Hoffnung auf die begehrte Auszeichnung, die bereits seit 23 Jahren verliehen wird, machen sich dabei auch Wissenschaftler aus Jena. Das Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF aus der Saalestadt ist am Projekt „EUV-Lithografie“ beteiligt. Gemeinsam haben die Jenaer mit Experten der Firmen Carl Zeiss SMT in Oberkochen und Trumpf Lasersysteme in Ditzingen das neue Licht für das digitale Zeitalter entwickelt.

Innovative Technologie basiert auf ultraviolettem Licht

Ob Smartphone, autonome Fahrzeuge oder künstliche Intelligenz -- alle diese Lösungen erfordern immer mehr Daten und damit leistungsfähigere Mikrochips. Diese sind mit der bisher üblichen Technik nicht mehr herstellbar. Daher haben die Forscher die EUV-Lithografie entwickelt, eine innovative Technologie, die auf ultraviolettem Licht basiert. Damit lassen sich wesentlich kleinere Strukturen erzeugen, in der Größenordnung weniger Nanometer, etwa ein Zehntausendstes der Dicke eines menschlichen Haares. Dem Team Peter Kürz, Michael Kösters und Sergiy Yulin ist es laut der Nominierung gelungen, die „Grenzen des technisch Machbaren drastisch“ zu verschieben.

Sie treten im Rennen um den hoch dotierten Zukunftspreis unter anderem gegen ein weiteres Team aus dem Unternehmen Carl Zeiss an. Die Wissenschaftler der Carl Zeiss Meditec AG haben gemeinsam mit Kollegen der Universitätsklinik für Neurochirurgie Bern in der Schweiz ein Robotisches Visualisierungssystem geschaffen.

Das von Andreas Raabe, Michelangelo Masini und Frank Seitzinger entwickelte System für mikrochirurgische Eingriffe unterstützt die Ärzte bei Eingriffen an der Wirbelsäule oder am Gehirn durch automatisierte Funktionen und einzigartige Einblicke in den Körper. Das ermöglicht kürzere und schonendere Operationen, mit denen sich zudem ein bestmögliches Ergebnis erzielen lässt. Die von den drei Wissenschaftler geschaffene Plattform schafft nicht nur die Grundlage für die wirkungsvolle Behandlung von Patienten bei komplizierten Operationen sondern entlastet auch die Ärzte und das Pflegepersonal.

Als drittes Team im Wettstreit um den Zukunftspreis gehen Friedbert Scharfe, Thorsten Gerdes und Klaus Hintzer ins Rennen. Sie haben eine spritzbare Fassadendämmung mit Hohlkugeln aus Glas entwickelt für die energieeffiziente Isolation von Gebäuden.

Thüringer Forscher für Deutschen Zukunftspreis nominiert

Der Deutsche Zukunftspreis im TV: heute ab 22.45 Uhr im ZDF