Baugrundgutachten zu Apoldaer Museum im April

Apolda.  Über die bauliche und inhaltliche Zukunft des Glocken-Stadt-Museums Apolda wird nach wie vor engagiert diskutiert.

Gemäß der Museumskonzeption von Birgitt Hellmann, Axel Buschmann und Mirko Albrecht könnte ein Hochzeits-Glocken-Turm so aussehen.

Gemäß der Museumskonzeption von Birgitt Hellmann, Axel Buschmann und Mirko Albrecht könnte ein Hochzeits-Glocken-Turm so aussehen.

Foto: Repro: Dirk Lorenz-Bauer

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Teils rechts emotional wird derzeit offen wie verdeckt die Debatte um die bauliche und inhaltliche Zukunft des Apoldaer Glockenstadtmuseums geführt. Jüngst entzündet sie sich neu an der Frage der Beteiligung relevanter Entscheidungsgremien am Prozess. So hatte es Beschwerden des Finanzausschusses und des Bauausschusses gegeben, nicht ausreichend mit relevanten Fakten versorgt zu werden, wichtige Fragen nicht beantwortet zu bekommen und vom Diskussionsprozess irgendwie ferngehalten zu werden. Dass dem nicht so sei, versichert Kultur-Bürgermeister Volker Heerdegen (CDU) auf Nachfrage.

So verwies er auf das nächste Treffen der (internen) Arbeitsgruppe am 5. März, zu der natürlich auch die Vertreter dieser beiden Ausschüsse eingeladen seien. Der Prozess werde transparent fortgesetzt.

Zudem hätten die Kritiker auch in der Vergangenheit jederzeit die Möglichkeit gehabt, wie auch jeder Bürger an den Sitzungen des federführenden Kultur- und Sozialausschuss teilzunehmen. Auch stünden sämtliche Informationen für die Stadträte abrufbereit im Ratsinformationssystem.

Ja, es gebe berechtigte Fragen, das wolle er gar nicht bestreiten, sagt Heerdegen. So die Frage danach, wie viel Museumsfläche es braucht, um alles zu zeigen, was in Apoldas Geschichte relevant ist. Aber hinter die bisherigen 600 Quadratmeter dürfte man nicht zurückfallen. Wie groß das Museum am Ende tatsächlich wird, dazu sei nichts entscheiden. Auch die Machbarkeitsstudie des Architekturbüros Gerboth sei vorerst eine Idee, eine Arbeitsgrundlage zur ersten Orientierung. Anhand dieser Idee Berechnungen nach Strom-, Heizungs- und Klimatisierungskosten, Kosten für die Fensterreinigung. Personal und so fort zu belegen, sei gar nicht möglich, weil es keine Festlegung darauf gebe. Denn das Ausschlaggebende sei später ein Planungswettbewerb, der ja völlig anderes ergeben könnte.

Ein Blick auf den aktuellen Stand jedenfalls offenbart Folgendes: Nachdem im Kulturausschuss sowohl die Machbarkeitsstudie des Architekturbüros Gerboth als auch die Grobkonzeption zum Museumsinhalt von Kuratorin Birgitt Hellmann vorgestellt wurde, zog die Stadtverwaltung in Sachen Finanzierung auch den Sachverstand von Julia Dünkel zu Rate. Sie ist in Pößneck für Kultur und Finanzen zuständig und war maßgeblich beim dortigen Museumsprojekt „Museum 642“ beteiligt. Auf Dünkels Erfahrungen könne man zurückgreifen, sagt Heerdegen.

Er verwies aktuell auf die Untersuchungen des Untergrundes und der Gründung des Gebäudes Bahnhofstraße 41 durch das Ingenieurbüro für Geotechnik Weimar von Detlef Rütz. Die Baugrunduntersuchungen seien inzwischen mittels Rammsonde angelaufen. Sichtbare Rissverläufe am Museumsgebäude rührten wahrscheinlich vom Untergrund her. Erste Auswertungen hätten nämlich ergeben, dass es Schwächen im Untergrund gibt, zudem diverse Unregelmäßigkeiten. Weitere Untersuchungen seien aber notwendig. Deshalb könne derzeit noch nicht gesagt werden, welches Ausmaß die Untergrundschäden haben, so Detlef Rütz. Dazu bräuchte es eine zweite Untersuchung, für die nach Auskunft von Heerdegen Geld in den 2020er Haushalt eingestellt werden soll.

Detlef Rütz hat aber bereits erklärt, dass das Vorderhaus des Museums sanierungsfähig sei. Zu den beiden rückwärtigen Flügeln indes konnte er noch keine Aussage treffen. Das Baugrundgutachten könnte das Ingenieurbüro voraussichtlich im April vorlegen.

Die ersten Untersuchungen durch Rütz, die Arbeiten von Gerboth und Hellmann sowie die Unterstützung durch Julia Dünkel seien aus den 20.000 Euro gedeckt worden, die der Alt-Stadtrat im Frühjahr 2019 beschlossen hatte.

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