Neubau für Saalburger Kindergarten wird favorisiert

Saalburg-Ebersdorf  Der Ausbau des Dachgeschosses im „Löwenzahn“ wird mit rund 230.000 Euro veranschlagt – eine komplett neue Einrichtung mit 1,6 Millionen

Der Kindergarten „Löwenzahn“ in Saalburg könnte mehr Platz gebrauchen. Doch Anbaumöglichkeiten gibt es aufgrund der Lage nicht. Der Ausbau des Dachgeschosses würde ersten Angaben zufolge um die 230.000 Euro kosten.

Der Kindergarten „Löwenzahn“ in Saalburg könnte mehr Platz gebrauchen. Doch Anbaumöglichkeiten gibt es aufgrund der Lage nicht. Der Ausbau des Dachgeschosses würde ersten Angaben zufolge um die 230.000 Euro kosten.

Foto: Peter Hagen

Welche ist die vernünftigste Variante? Das Dachgeschoss im Saalburger Kindergarten „Löwenzahn“ ausbauen, um zehn zusätzliche Plätze zu schaffen, oder lieber gleich ein kompletter Neubau für die gesamte Einrichtung? Vor dieser Frage steht der Stadtrat von Saalburg-Ebersdorf und macht es sich nicht einfach mit der Antwort.

Kosten-Nutzen-Analyse als Diskussionsgrundlage

Zur jüngsten Stadtratssitzung lag eine Kosten-Nutzen-Analyse vor, damit anhand fundierter Zahlen eine konkretere Debatte möglich ist. Dabei wurde darauf verwiesen, dass in den zurückliegenden Jahren vorrangig finanziell geförderte Baumaßnahmen im „Löwenzahn“ durchgeführt worden waren. Dabei habe es sich insbesondere um Aufgaben des Brandschutzes gehandelt. „Das Dachgeschoss musste aus der Nutzung genommen werden“, erinnerte die Verwaltung an Vorschriften, die einzuhalten waren. Denn die angebaute Außentreppe als zweiter Rettungsweg reicht nur bis zum ersten Obergeschoss.

Jedoch rückte die Frage, ob man das Dachgeschoss nicht doch nutzen könnte, bald wieder auf die Tagesordnung. Denn das Haus platzt mit seinen derzeit 35 Plätzen aus allen Nähten. Die von einem beauftragten Architekturbüro erstellte Analyse hat nun ergeben, dass unterm Dach eine Fläche von 44 Quadratmetern und somit Raum für weitere zehn Kindergartenplätze gewonnen werden könnte, was allerdings Investitionen von rund 230.000 Euro erforderlich macht. Die Alternative eines kompletten Neubaus für 45 Kindergartenplätze würde mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Millionen Euro zu Buche schlagen, so die Prognose. Mit diesen Zahlen war die Diskussion im Stadtrat eröffnet.

Dirk Heinrich (CDU) meinte: „230.000 Euro für zehn zusätzliche Plätze klingt schon viel.“ Für ihn dränge sich die Frage auf, ob anhand dieser groben Schätzung nach Fördermöglichkeiten gesucht werden könne. Zweifel kamen bei Emanuel Wolfram (SPD) auf, inwiefern es Sinn mache, „Geld in ein Objekt zu stecken, wo man an Kapazitätsgrenzen kommt“. Für ihn stand fest: „Aus meiner Sicht müssen wir uns eher mit der Alternative eines Neubaus beschäftigen.“

Gewohnt kritisch zeigte sich Uwe Zimmermann (CDU): „Dieses Ergebnis hätte man schon vor einem Jahr haben können.“ Was er bei der Kosten-Nutzen-Analyse weiterhin vermisse, sei eine Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Außenflächen. „Ich weiß nicht, wie sich das noch gestaltet“, gab er zu bedenken, dass bei der Schaffung weiterer zehn Kindergartenplätze dann möglicherweise der Platz im Außengelände zu knapp werden könnte. Zwar hätte er persönlich den „Mut zum Neubau“. Doch stellte Zimmermann klar: „Illusion ist die Vorstellung, Spatenstich im nächsten Frühjahr.“ Er wolle vielmehr in einer der nächsten Sitzungen eine genauere Vorlage für einen Neubau erhalten. „Da brauche ich mehr Futter“, so Zimmermann.

Einem Neubau den Vorzug vor dem Ausbau im „Löwenzahn“ zu geben, war auch die Meinung von Allam Hanna (CDU). Das Gebäude des jetzigen Kindergartens sei an dessen Standort insgesamt wenig ausbaufähig. „Wir müssen die Sache nicht nur ernst nehmen, sondern genau betrachten“, forderte er und hinterfragte die angegebenen 1,6 Millionen Euro für den Neubau. Auch für ihn müsse das konkreter unterlegt werden.

Für Ulrich Pötzl (FDP) kam ebenfalls ein kompletter Neubau eher in Betracht. Und er nannte auch die Gründe dafür. Ihn störe es, dass immer wieder in Häuser investiert werde, die ursprünglich als Wohnhäuser für eine völlig andere Nutzung gedacht gewesen sind. Wenn dann alles behindertengerecht sei und sämtlichen Vorschriften entspreche, stoße man plötzlich an neue Grenzen. „Wenn ich etwas richtig und kindgerecht haben möchte, dann lieber durch einen Neubau“, so Ulrich Pötzl. Das jetzt für den „Löwenzahn“ genutzte Gebäude könnte dann von der Stadt an einen privaten Interessenten verkauft werden. „Ich plädiere für einen neuen Kindergarten – und das so schnell wie möglich“, fasste es Pötzl zusammen.

Meine Meinung

„Löwenzahn“

Der Kindergarten „Löwenzahn“ hat aktuell 35 Betreuungsplätze.

Die kleinen „Stauseeflöhe“ nutzen die unterste Etage mit ­großem Gruppenraum, separatem Schlafbereich und Badezimmer.

In der Etage darüber haben die „Grashüpfer“ ihren Gruppenraum mit Spielhaus, Kuschelecke und großem Bad. Zudem befindet sich dort noch ein extra Spielzimmer.

Der Wurzbacher Graffiti-Künstler Ronny Puppe hat mit Sascha Scheibe die Fassadenbilder gestaltet.

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