Schmöllner Stadtrat empfiehlt die Kombi-Lösung

Schmölln  Günstiger, schneller, sicherer – Technischer Ausschuss spricht sich gegen Container bei Kitaerweiterung aus

Modell einer Container-Kita von der Firma Losberger Modular Systems GmbH.

Modell einer Container-Kita von der Firma Losberger Modular Systems GmbH.

Foto: Losberger Modular Systems GmbH

Die Tagesordnung für die nächste Schmöllner Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag ist gut gefüllt. Um einige letzte Weichen zu stellen, tagte am Montag nochmals der Technische Ausschuss im Rathaus. Neben einer Fragestunde für die Einwohner und drei Beschlussvorlagen war erneut die Kapazitätserweiterung der Kindertagesstätte am Kiesberg Diskussionspunkt.

Zur Erinnerung: Aufgrund der hohen Geburtenrate und des Zuzuges von Familien mit Kindern reichen die momentan in Schmölln zur Verfügung stehenden Kitaplätze nicht mehr aus. Die Fertigstellung einer neuen Einrichtung sei für 2021 geplant. Somit bedarf es einer Interimslösung, um ungefähr 35 betroffenen Kindern einen Platz zu ermöglichen.

Nach erster Prüfung der Stadtverwaltung von möglichen Optionen wurde das Konzept einer Fertigteillösung präsentiert. In insgesamt 51 Containern, welche den rechtlichen Anforderungen entsprechen, hätten die Kinder ab März 2019 untergebracht werden können. Die Gesamtkosten wurden auf ungefähr 1,5 Millionen Euro beziffert. Trotz Gegenstimmen aus den Fraktionen wurde diese Baubeschlussempfehlung des Technischen Ausschusses gefasst.

Erste Bauempfehlung wurde wieder aufgehoben

Nach Drängen einiger Fraktionen und Bedenken seitens der Elternschaft wurde nach weiteren Alternativen gesucht. Die Idee einer Kombi-Lösung durch den Umbau von Bestandseinrichtungen der alten Schule in Lohma und des Jugendclubs in Großstöbnitz kam auf. Eine erste Kostenschätzung für Bau und Ausstattung von dieser Option belief sich auf 650 000 Euro – wesentlich weniger als die Fertigteilvariante. Die Fraktionen im Schmöllner Stadtrat sprachen sich in einer gesonderten Befragung mehrheitlich für diese Kombination an zwei Standorten aus.

Auch die betroffenen Eltern wurden zu einer Befragung eingeladen. Ergebnis: Von den 21 anwesenden Elternpaaren stimmten plötzlich 18 für die Containerlösung im Stadtkern, zwei votierten für die Umland-Variante, zudem gab es eine Enthaltung. Nach einer weiteren Überlegung des Hauptausschusses, dass Stadtratsmitglieder über beide Baubeschlussvorlagen abstimmen sollen, setzte nun am Montag der Technische Ausschuss ein Zeichen. Dem Stadtrat werde am Donnerstag der Baubeschluss zur Kapazitätserweiterung Kindertagesstätte in Form der Kombilösung Lohma/Großstöbnitz empfohlen. Die Realisierung des Bauprogramms soll stufenweise erfolgen, erste Kapazitäten sollen zum 1. März des kommenden Jahres zur Verfügung stehen. Die Finanzierung werde über den Nachtragshaushalt 2018, welcher mittlerweile offiziell genehmigt wurde, abgesichert. Dieser Beschluss habe gleichzeitig die Aufhebung der bestehenden Baubeschlussempfehlung für den Containerbau zur Folge.

„Es ist nicht die optimale Lösung, aber wir müssen eine Entscheidung fällen“, so Bürgermeister Sven Schrade (SPD). Er selbst halte die Containerlösung zwar weiterhin für geeignet, sehe aber die Kombilösung aus finanziellen und bauzeitlichen Gründen leicht vorne. Hauptamtsleiter Wolfgang Linß bestätigt, dass der Bau der Container bei einem strengen Winter gefährdet sei. Der Bau an den bestehenden Einrichtungen in Lohma und Großstöbnitz sei hingegen nicht in Gefahr. Die zu erwartenden Kosten für die Erweiterungsbauten konnte er nur grob beziffern, gehe aber von einer realistischen Kalkulation aus. In Bezug auf Personal und Qualitätssicherung gebe es keine Abstriche zwischen beiden Varianten. Zudem sei eine dezentrale Lage für die Kinder besser als ein Containerbau im Stadtzentrum.

„Fakt ist, dass es sich hierbei nur um eine Zwischenlösung für Kinder bis drei Jahre handelt. Ein neuer Kindergarten ab 2021 ist definitiv notwendig, da für ältere Kinder andere Vorgaben herrschen, die in Lohma und Großstöbnitz nicht realisiert werden können“, so Linß.

Der Technische Ausschuss folgte den Ausführungen und stimmte mehrheitlich für die neue Empfehlung. Lediglich die Stimme der Fraktion Neues Forum fiel dagegen aus.

„Am Ende muss der Stadtrat als gewähltes Gremium eine demokratische Entscheidung fällen“, verteidigt der Bürgermeister die Baubeschlussempfehlung. Wie das Ergebnis im Anschluss vor den Eltern vertreten werde, gab er im öffentlichen Sitzungsteil nicht bekannt.

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