„Villa Kinderglück“ in Zeulenroda-Triebes wird geschlossen

Zeulenroda-Triebes  Nach Aufhebung des Beschlusses vom Juni des Jahres durch die Stadträte, nun kostengünstigere Variante beschlossen

Die Gruppenverbände des Kindergartens „Villa Kinderglück“ sollen möglichst auch nach der Auflösung der Einrichtung erhalten bleiben.

Die Gruppenverbände des Kindergartens „Villa Kinderglück“ sollen möglichst auch nach der Auflösung der Einrichtung erhalten bleiben.

Foto: Heidi Henze

Es tat weh, zuzusehen müssen, wie die Hoffnung schwindet, sagte Gabriele Förster, stellvertretende Leiterin des DRK-Kindergartens „Villa Kinderglück“ in Zeulenroda-Triebes, nach der Stadtratssitzung. Waren es noch Ende Juni Tränen der Erleichterung, sind es jetzt Tränen der Enttäuschung.

Die Kindereinrichtung „Villa Kinderglück“ wird umziehen in das Gebäude des Kindergartens „Sonnenschein“ in Zeulenroda. Dabei ist es mit dem Umzug der einen Einrichtung in das Gebäude der anderen nicht getan. beide Einrichtungen sollen verschmelzen.

Doch der Reihe nach. Ende Juni fassten die Stadträte den Beschluss die dringend notwendigen Baumaßnahmen im Kindergarten „Villa Kinderglück“ durchführen zu wollen. Kostenpunkt rund 375 000 Euro. Nach diesem Konzept wäre die Weiterbetreibung des Kindergartens gesichert. Allerdings würden für die Stadt jährlich zusätzliche Kosten von rund 10 000 Euro entstehen.

Für 51 200 Euro wollte das Deutsche Rote Kreuz (DRK), als Freier Träger des Kindergartens, diesen erwerben. Die baulichen Maßnahmen sollten durch das DRK umgesetzt werden und refinanziert werden sollten die finanziellen Aufwendungen für Kauf und Baumaßnahmen über 20 Jahre durch die Stadt im Rahmen der Infrastrukturpauschale in Höhe von in Höhe von 375 000 Euro. Nach diesem Konzept wäre das DRK Objekteigentümer geworden (bisher die Stadt Zeulenroda-Triebes) und es wäre die Weiterbetreibung des Kindergartens gesichert gewesen. Allerdings würden für die Stadt jährlich zusätzliche Kosten von rund 10 000 Euro entstehen.

Auf dieser Stadtratssitzung hatte die Fraktion „Die Linke“ angeregt, zu prüfen, ob die Baumaßnahmen in Jahresscheiben ausgeführt werden können, um die Kosten dadurch auf mehrere Jahre zu verteilen. Die CDU-Fraktion hatte sich damals extra eine Auszeit genommen, um entscheiden zu können.

Am Ende bekannten sich die Stadträte damals zum Erhalt des Kindergartens „Villa Kinderglück“ und der damit verbundenen Sanierung des Gebäudes in der Ernst-Thälmann-Allee in Zeulenroda-Triebes.

Kommunalaufsicht schreitet ein

Die zweite, kostengünstigere Variante, dass der Kindergarten in das Gebäude des Kindergartens „Sonnenschein“ in die Straße der DSF umziehen muss, war somit vom Tisch. Die Kosten würden hier mit rund 74 000 Euro in der Stadt zu Buche schlagen. Allerdings muss in dem Gebäude vor dem Einzug einige notwendige Baumaßnahmen durchgeführt werden wie Brandschutzmaßnahmen, Sanitäranlagen und mehr. Zudem sind weitere Organisationen in dem Gebäude untergebracht wie der Seniorenbeirat und der Bund der Vertriebenen. Für beide muss eine neue Unterkunft gesucht werden. Und der Kindergarten „Sonnenschein“ hatte bis dato einige Räume zusätzlich in diesem Gebäudeteil genutzt für Therapiezwecke und mehr. Schließlich verfolgt diese städtische Einrichtung das Konzept einer integrativen Einrichtung. Hier werden auch Kinder mit Behinderung betreut.

Die Stadt Zeulenroda-Triebes befindet sich seit 2017 bis voraussichtlich 2027 in der Haushaltssicherung und ist somit laut Kommunalordnung des Landes Thüringen verpflichtet, der Stadt keinen finanziellen Schaden zuzufügen. Sie sind verpflichtet bei allen Maßnahmen die kostengünstigste zu wählen. Das war zwar Ende Juni allen Ratsmitgliedern und dem damaligen Bürgermeister, Dieter Weinlich (parteilos), bekannt. Doch es wurde ignoriert.

Es kam wie es kommen musste, die Kommunalaufsicht des Landkreises Greiz wies darauf hin, dass dieser Beschluss haushaltstechnisch nicht umsetzbar ist. Er hätte bereits im Juni zur Stadtratssitzung durch den Bürgermeister aufgehoben werden müssen. So wurde der Sonderstadtrat mittlerweile vom Bürgermeister Nils Hammerschmidt (parteilos) einberufen. Lediglich die letztere Variante, der Umzug, stand am Mittwochabend zur Debatte.

Von der Stadtratsfraktion Die Linke meldete sich Stadträtin Diana Skibbe zu Wort und erinnerte an den Vorschlag, die Maßnahmen in Jahresscheiben umzusetzen und somit die Kosten aufzuteilen. „Darauf haben wir keine Antwort bekommen“, so Skibbe. Sie erinnerte auch daran, dass die Ratsmitglieder sich ganz bewusst dazu bekannt haben, diese kleine Kindereinrichtung (32 Mädchen und Jungen) erhalten zu wollen.

Nichtsdestotrotz wurde der Beschluss vom Juni mit fünf „Nein“-Stimmen, sieben „Ja“ und sechs Enthaltungen aufgehoben.

Verschmelzung beider Einrichtungen besiegelt

Der zweite Beschluss, die Schließung der Kindereinrichtung „Villa Kinderglück“ und die damit verbundene Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen im Kindergarten „Sonnenschein“ ging mit acht „Ja“ und zehn Enthaltungen durch und besiegelte die Verschmelzung beider Einrichtungen. 2019 wird er umgesetzt werden.

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