Ohrdruf: Musical mit Love-Story von Martin Luther und Katharina

Ohrdruf  Schüler und Lehrer des Gymnasiums Gleichense zeigen in Trinitatiskirche eine Ausstellung zur Reformation. Musical erklingt zur Vernissage

Zur Eröffnung der Ausstellung des Gymnasiums „Gleichense“ in der Trinitatiskirche führen Siebtklässler das Musical über Martin Luther (Gregor Scherneck, sitzend) und Katharina von Bora auf. Musiklehrerein Christiane Herger hat es verfasst und mit ihnen einstudiert. Foto: Wieland Fischer

Foto: zgt

Die Ohrdrufer haben das Reformationsjahr 2017 eröffnet. In der Trinitatiskirche sind jetzt Arbeiten von Schülern des Gymnasiums „Gleichense“ zu Luther-Zitaten, kalligraphisch schön gestaltet, Malerei und Fotos zu sehen. Zur Vernissage am Freitag führte Musiklehrerin Christiane Herger das von ihr verfasste und mit Siebtklässlern einstudierte Musical auf, eine frei erfundene „Love-Story“ zu Martin Luther und Katharina von Bora.

Angesichts der Fülle von Ereignissen zum Reformationsjubiläum spricht Pastorin Gundula Bomm von der „gefühlten“ 827. Veranstaltung, bemerkt aber anerkennend: Für Ohrdruf ist es die erste.

Lehrer und Schüler des Gymnasiums der Bachstadt bereiteten sich schon zu Beginn dieses Schuljahres darauf vor und nahmen sich des Themas an, erinnerte Lehrerin Margarete Pohl. Sie drehte unter anderem mit Schülern einen Luther-Videoclip (zu sehen auch bei YouTube). Christiane Herger studierte das Musical ein. Beides hatte Premiere zum Weihnachtskonzert des Gymnasiums.

Mit der Ausstellung in der Trinitatiskirche setzt „Gleichense“ nun das dritte Ausrufezeichen in Sachen „500 Jahre Reformation“. Den Anstoß dazu hatte Wolfgang Zigawe von der Kirchgemeinde gegeben, erinnerte Margarete Pohl. Er habe mehrmals den Wunsch geäußert, eine neue Ausstellung zum Jubiläum in der Kirche zu zeigen. Lehrer fassten den Entschluss, das mit Schülerarbeiten zu realisieren. Die Fachschaft Kunst nahm sich der Herausforderung an.

Lehrerin Saskia Berger-Neumannn regte Neuntklässler an, Bildmotive des Schwans als Aquarelle und die Zehner als Pastellarbeiten umzusetzen. Anregung dazu gibt ein Martin-Luther-Wort zum böhmischen Reformator Jan Hus sowie ein Bild des Arnstädter Hofmalers Gottfried Wunderlich, das Luther begleitet von einem Schwan zeigt. Elftklässer fassten Luther-Zitate kalligraphisch, ebenfalls die Fünftklässler. Doch die Aktivitäten sich noch breiter gefächert. Zum Schmiedesymposium im Tobiashammer gestalteten Gymnasiasten eine Thesen-Tür.

Für all diese Arbeiten in Sachen Reformation gibt es auch lokale Bezüge, merkte Margarete Pohl an. Auf seinem Weg von Tambach 1537 habe Luther in Ohrdruf Station gemacht. Sein Mitstreiter Georg Spalatin war im Zisterzienserkloster Georgenthal Novizen-Meister und trat in Hohenkirchen seine erste Pfarrstelle an. Vater Hans Luther, Bergwerksbesitzer, war in das Netzwerk der an Ohrdruf vorbeiführenden Kupferstraße eingebunden. Den Annalen nach ist der Tobiashammer ein Jahr älter als Martin Luther und besteht somit 535 Jahre. Zum Schmiedesymposium 2017 soll das dort auch anklingen.

Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.