Ausreichend Intensivbetten in Thüringen für Covid-19-Patienten

Bad Liebenstein.  Die m&i Fachklinik in Bad Liebenstein ist thüringenweit die einzige mit ausgelasteten Intensivbetten. Rolf-Peter Hoehle, kaufmännischer Direktor, erklärt warum.

Im März nahm das KMG-Klinikum Sömmerda acht neue Intensivbetten in Betrieb.

Im März nahm das KMG-Klinikum Sömmerda acht neue Intensivbetten in Betrieb.

Foto: KMG Klinikum

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Um immer zu wissen, wo wie viele Intensiv- und Beatmungsplätze zur Verfügung stehen, führen die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und das Robert Koch-Institut (RKI) das sogenannte „DIVI IntensivRegister“ – eine Website, über welche intensivmedizinisch behandelte COVID-19-Patienten und Bettenkapazitäten auf Intensivstationen von allen Krankenhäusern Deutschlands erfasst werden. Seit Mitte April ist die Meldung für alle intensivbettenführenden Krankenhaus-Standorte verpflichtend. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

In Thüringen sind mit Stand vom 4. Mai von den über 1000 betreibbaren Intensivbetten knapp 60 Prozent belegt. Darunter sind allerdings nur 47 Covid-19 Fälle, von denen aktuell 32 (68 Prozent) beatmet werden. Sichtbar wird die Auslastung der Intensivbetten auf der Karte des Klinik-Monitors, den das Interaktivteam der Funke-Mediengruppe anhand der Krankenhaus-Meldungen beim Divi-Register quasi in Echtzeit ständig aktualisiert. Blaue Marker stehen für freie Kapazitäten, gelbe für erste Engpässe. Einzige Thüringer Klinik mit einem roten Punkt für „ausgelastet“ ist die Fachklinik Bad Liebenstein.

Das aber sei nicht der Belegung mit Covid-19-Patienten geschuldet, versichert Klinikdirektor Rolf-Peter Hoehle. Als sogenannte Level 3-Klinik des Thüringer Pandemie-Planes sei man für deren Behandlung erst im tatsächlichen Katastrophenfall vorgesehen, der aber bisher zum Glück nicht ausgerufen werden musste. Die mittlerweile acht Intensiv- und Beatmungsbetten der vor einem Jahr eingerichteten Intermediate Care-Station stünden somit weiter anderen Intensivpatienten zur Verfügung.

„Auch in Zeiten von Corona müssen weithin Herzinfarkte oder Schlaganfälle behandelt werden. Wir übernehmen Akut-Patienten nach neurologischen Ereignissen auch von anderen Kliniken, um sie ohne Beatmung wieder ins Leben zurückzuführen. Das gibt anderen Krankenhäusern die Möglichkeit, ihre Beatmungskapazitäten für schwere Covid-19-Verläufe freizuhalten“, sagt Rolf-Peter Hoehle.

Tatsächlich seien die Intensiv-Kapazitäten in Bad Liebenstein damit komplett ausgelastet. „Auch wir müssen unsere Intensivbetten an das Divi-Register melden, deshalb der rote Punkt“, erklärt der Klinikchef. Sorge müsse deshalb in der Region niemand haben.

In Bad Salzungen (Level 2) und Eisenach (Level 1) ausreichend Kapazitäten für Covid-19-Fälle zur Verfügung. Klinikdirektor der m&i-Fachklinik Bad Liebenstein erklärt, warum sein Haus derzeit das einzige in Thüringen mit einer Komplettauslastung der Intensivbetten ist.

Corona-Pandemie: Karte zeigt Auslastung deutscher Kliniken

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