Bad Sulza beteiligt sich an Deckel-Aktion gegen Polio

Bad Sulza.  Seit Anfang des Monats können Plastik-Deckel im Rathaus von Bad Sulza abgegeben werden. 500 Stück entsprechen einer Impfung gegen Kinderlähmung (Polio).

Anita Diener und Dirk Schütze werben für die Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“.

Anita Diener und Dirk Schütze werben für die Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“.

Foto: Martin Kappel

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Seit diesem Monat können Bürger nun auch im Rathaus von Bad Sulza an der Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ teilnehmen. In einem Sammelbehälter können dort Getränkedeckel aus Kunststoff abgegeben werden. Aus dem Verkauf des hochwertigen Rohstoffes sollen dann weltweit – etwa in Ländern wie Afghanistan, Pakistan und Nigeria – Impfungen gegen Poliomyelitis, kurz Polio oder auch Kinderlähmung genannt, finanziert werden.

Die Aktion ins Leben gerufen hat der Verein „Deckel drauf“ bereits im Jahr 2014 nach internationalem Vorbild. Nach Angaben der Initiatoren aus Nürnberg konnten deutschlandweit so bereits mehr als 665,5 Millionen Plastikdeckel gesammelt werden (Stand 31. Dezember 2019). Das entspreche mehr als 1,3 Millionen Schluckimpfungen. Dank einer Kooperation mit der Bill & Melinda Gates Foundation sei das effektive Ergebnis aber sogar noch höher. So versprach die Stiftung des Windows-Begründers Bill Gates, die Erlöse zu verdreifachen, womit also nun bereits über 4 Millionen Impfungen finanziert werden konnten.

Landkreis Weimarer Land beteiligt sich seit 2018 an Deckel-Aktion gegen Polio

Dass sich nun auch die Landgemeinde an der Aktion beteiligt, sei streng genommen einem Zufall geschuldet. Bürgermeister Dirk Schütze sei im Landratsamt in Apolda auf die Aktion aufmerksam geworden. Bereits seit Anfang 2018 beteiligen sich die Kreiswerke Weimarer Land an der Aktion, was zu besagtem Abgabepunkt in der Amtszentrale führte.

Zum offiziellen Start der Aktion besuchte Anita Diener nun am Mittwoch das Rathaus der Kurstadt. Sie ist Sprecherin des Landesverbandes Poliomyelitis und einer Selbsthilfegruppe zu der Viren-Erkrankung in Weimar und dem Weimarer Land. Als 4-Jährige war Anita Diener selbst an Polio erkrankt, zudem leidet sie an dem Post-Polio-Syndrom, einer Folgeerkrankung der Kinderlähmung, die mehrere Jahrzehnte nach der Vireninfektion Muskeln und Gelenke schwächt. Aus diesem Grund freue sie sich über die Teilnahme Bad Sulzas an dem Hilfsprojekt und wolle dieses unterstützen.

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