2021 Kooperation von Kreissportbund und Ehrenamtszentrale im Weimarer Land

Weimarer Land.  Auftakt mit digitaler Lehrveranstaltung zum Thema „Steuern und Finanzen im Verein“. Weitere Angebote für das Weimarer Land sollen folgen.

KSB-Vereinsberater Michael Stolze nimmt an der Ehrenamtsschulung „Steuern und Finanzen im Verein“ teil.

KSB-Vereinsberater Michael Stolze nimmt an der Ehrenamtsschulung „Steuern und Finanzen im Verein“ teil.

Foto: Martin Kappel

Rein räumlich sitzen der Kreissportbund (KSB) und die Ehrenamtszentrale ohnehin schon eng zusammen. Auf einer Etage über der Sparkasse am Brückenborn in Apolda teilen sich die Mitarbeiter der KSB-Geschäftsstelle und die hauptamtlichen Ehrenamtshelfer einen Flur. Mit der gemeinsam organisiert und durchgeführten Schulung „Steuern und Finanzen im Verein“ ist jüngst die Kooperation beider Institutionen zum Ausdruck gebracht worden – zum ersten und nicht zum letzten Mal.

Insgesamt 72 Anmeldungen von 65 Vereinen aus der gesamten Ehrenamtslandschaft hatten vorgelegen für das von Steuer-Expertin Annette Sachse angeleitete Seminar. Vom Thüringer Weinbauverband Bad Sulza bis zum Städtepartnerschaftsverein Apolda, von der Feuerwehr bis Kirmesverein – die gesamte Breite der Vereinslandschaft aus dem gesamten Weimarer Land war vertreten. Etwa die Hälfte der Teilnehmer kam aber aus dem Bewegungsbereich„Das ist das erste Mal, dass das in dieser Form stattfindet. Bisher gibt es solche Kurse nur in Kleingruppen und auch nur für den Sport“, erklärt KSB-Vereinsberater Michael Stolze.

Coronabedingt und auch wegen der Zusammenarbeit mit der Ehrenamtszentrale hatte sich das Teilnehmerfeld – nicht zuletzt wegen der digitalen Möglichkeiten – für alle geöffnet. Das gewählte Thema ist durch das Krisenjahr mit den ausgefallen Veranstaltungen oder entgangenen Mitglieds- oder Kursbeiträgen umso wichtiger für die gebeutelte Vereinslandschaft.

Erste Vereine wegen Finanznot im Prozess der Auflösung

„Es gibt erste Vereine, die in ernster finanzieller Not sind – erste befinden sich bereits in Auflösung“, erklärt Michael Stolze. Laufende Kosten, Einschränkungen beim Angebot und letztlich dadurch Zahlungsschwierigkeiten plagten viele Vorstände. Manche hatten Hilfen beim halbe Million Euro großen Sonderfonds des Landes beantragt. Im Weimarer Land waren das 14 Vereine.

Die Erwartungen an die Ehrenamtszentrale – deren Kosten in der Pilotphase überwiegend mit Bundesmitteln getragen werden – sind hoch, die Findungsphase ist vorbei. Das schlägt sich in weiteren Kooperationen nieder: 2021 wollen der KSB und die Ehrenamtshelfer gemeinsam eine offene Fortbildungsreihe „Ehrenamtsmanagement“ auf den Weg bringen mit insgesamt sieben Wochenendkursen. Vereinssportler sollen hier die Lizenz „Vereinsmanager“ erhalten können, was in nur zwei anderen Kreisen in Thüringen dezentral möglich ist. Nicht-Sportler sollen für die Teilnahme ein Zertifikat bekommen. Ebenfalls im Boot ist übrigens die Kreisvolkshochschule, die Referenten, Räume und Erfahrungen als Partner zur Verfügung stellen will.