Abschiedstränen im Apoldaer Kinderland

Apolda.  Irgendwann ist immer Schluss – diese Binsenweisheit gilt auch bei Thomas und Elke Parpart vom Kinderland, in dem es nun große Veränderungen gibt.

Generationenwechsel: Thomas und Elke Parpart vom „Kinderland“ in Apoldas Bachstraße übergeben ihren Laden demnächst an Silvio Hopf (2. v. r.) und seine Partnerin Katrin Krahmer (links).

Generationenwechsel: Thomas und Elke Parpart vom „Kinderland“ in Apoldas Bachstraße übergeben ihren Laden demnächst an Silvio Hopf (2. v. r.) und seine Partnerin Katrin Krahmer (links).

Foto: Dirk Lorenz-Bauer

Diese quasi persönliche, aber letztlich auch innerstädtische Zäsur lässt Thomas und Elke Parpart vom Spielzeugladen „Kinderland“ in Apolda nicht unberührt. Im Gespräch mit unserer Zeitung wurde da jetzt schon das eine oder andere Tränchen verdrückt . . .

Anders wäre das auch gar nicht zu verstehen, immerhin stehen beide als Ehepaar seit rund drei Jahrzehnten in der Bachstraße hinter den Ladentischen ihres Geschäfts, blicken also gemeinsam auf ihr Lebenswerk.

In den kommenden Wochen wird indes alles anders – natürlich für die Parparts. Aber auch für die beiden Oberroßlaer Silvio Hopf und seine Lebenspartnerin, Katrin Krahmer. Der 40-Jährige und die 39-Jährige werden im „Kinderland“ nämlich ab November die Regie übernehmen, wobei Katrin Krahmer als Geschäftsführerin agieren wird.

Während sich Thomas Parpart ab Ende Oktober mit seinen 65 Lenzen dann ins verdiente Rentnerdasein begibt, bleibt Elke Parpart noch bis zum Jahresende im Laden, um das Duo Hopf-Krahmer beim Start ins Leben als Einzelhändler mit Rat und Tat zu unterstützen. Dann geht es auch für die 62-Jährige in den Ruhestand. Im Geschäft verbleibt die bisherige Angestellte. Sie wird übernommen. Auch Thomas Parpart wird, wenn seine Hilfe gefragt ist, ab und an noch mit seiner Erfahrung zur Seite stehen.

Dass das „Kinderland“, das über die Stadtgrenzen hinaus nicht zuletzt wegen der persönlichen Note bekannt und bestens beleumundet ist, auch weiter für die junge und ältere Kundschaft da ist, darin sind sich die beiden Paare einig. Und so stieß unsere Zeitung beim quasi Generationenwechsel dazu, der in wenigen Tagen und nach Erledigung aller nötigen Formalitäten vollzogen werden soll.

Rückschau: Am 2. November 1990 hatten die Parparts, die im DDR-Einzelhandel gelernt hatten, ihren Laden in der Bachstraße eröffnet, nachdem sie zuvor als Kommissionäre arbeiteten. Was folgte, war gleichsam der Sprung ins kalte Wasser der Marktwirtschaft, den das Paar mit Bravour und unter hohem persönlichen Risiko bewältigte. Ein Kredit musste damals unter anderem aufgenommen werden, um den Laden umzubauen. Ware musste bestellt, Kontakte zu Vertretern, Firmen und nicht zuletzt den Kunden aufgebaut werden. Viele Familien sind – quasi über Generationen hinweg – treu geblieben. Diesen Bonus möchten Silvio Hopf und Katrin Krahmer nutzen, die Kunden kennenlernen und die Bindung zu diesen festigen. So wie bei Parparts auch – mit persönlicher Ansprache, bester Beratung und einem breiten Sortiment.

Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Silvio Hopf, dass man den Laden teils etwas anders nutzen werde. So soll das Sortiment neben den Spielwaren in Richtung Baby- und Kleinkindsachen erweitert werden, könnte es perspektivisch Kindergeburtstage im Dachgeschoss geben. Zudem seien Kurse für werdende Mütter denkbar. Ausbauen wollen die Nachfolger sukzessive das Segment mit Lernspielen und Holzspielzeug. Auch Carrera-Abend seien eine Option und der traditionelle Zuckertüten-Service werde natürlich fortgeführt, ein Weihnachtsmannservice quasi wieder eingeführt. Auch Spiel-Veranstaltungen gehören zu den Optionen von Hopf-Krahmer. Kurzum: das Paar ist voller Tatendrang und geht die Herausforderung engagiert an.

Nun aber freut es sich erstmal darauf, die Kunden bei Weihnachtsgeschenken beraten zu können, sich nach und nach bekannt zu machen. Dass das Paar einen Zugang zu Spielen hat, bestätigt es schmunzelnd, gehören zum Haushalt doch auch vier Kinder im Alter zwischen vier bis zwölf Jahren. Allesamt Spiele-Berater ihrer Eltern. Und Trendsetter.

– Und dass der Silvio ebenso wie er selbst ein „Spieleverrückter“ ist, versichert Thomas Parpart lachend auch noch. Besser, so das gute Gefühl, könnten die Voraussetzungen für die Übergabe des Staffelstabs im „Kinderland“ wohl kaum sein.