Corona-Infektionen nach Bustour: Auf der Rücktour waren alle noch quietschvergnügt

Weimarer Land.  Vornehmlich Ältere sind, nachdem sie von einer Reise aus Westböhmen ins Weimarer Land zurückkehrten, von Covid-19 betroffen. Die Zahlen steigen. Drei Teilnehmer sind nun im Krankenhaus.

Im April 2020 wurde die Corona-Abstrichstelle an der Dreifelderhalle in Apolda eingerichtet.

Im April 2020 wurde die Corona-Abstrichstelle an der Dreifelderhalle in Apolda eingerichtet.

Foto: Dirk Lorenz-Bauer

Eigentlich verlief die die jüngste Tour wie all die anderen zuvor auch schon – entspannt. In geselliger Runde gönnte sich eine Osteoporose-Selbsthilfe-Gruppe aus dem Weimarer Land nämlich eine Kurwoche im westböhmischen Františkovy Lázně. Mehrfach sei man in den vergangenen Jahren ja bereits dort und schon vier Mal in dem Hotel gewesen, in dem man auch jetzt wieder zur vollsten Zufriedenheit genächtigt und die Kuranwendungen bekommen habe, schildert eine der hochbetagten Teilnehmerinnen die Reise auf Nachfrage unserer Zeitung. Am 25. August war die etwa 25 Personen umfassende Gruppe ins Nachbarland gereist. Alles gut bis dahin. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Nach der Rückkehr am 1. September kam dann das böse Erwachen – etliche Teilnehmer hatten sich nämlich offenbar Corona eingefangen. Dabei sei die Rückreise problemlos verlaufen, hätten alle noch quietschvergnügt im Bus gesessen, so die Teilnehmerin im Gespräch mit unserer Zeitung. Wo die Ansteckung erfolgte? – Bloßes Schulterzucken. Im Hotel sei jedenfalls „alles picobello“ gewesen.

Beim Gesundheitsamt des Weimarer Landes heißt es jedenfalls, dass der Anstieg bei den Covid-19-Fall-Zahlen in dieser Woche maßgeblich auf diese Reisegruppe zurückzuführen sei. Zur stationärem Behandlung sind inzwischen drei ältere Personen ins Krankenhaus eingewiesen worden.

Per Stand Freitagnachmittag wurden bislang 109 Krankheitsfälle registriert. Das ist ein Anstieg um sechs Fälle. Aktivkrank sind inzwischen 21 Personen. Innerhalb einer Woche ist das eine spürbare Zunahme. Insgesamt sind nun 90 enge Kontaktpersonen in Quarantäne, eine Zunahme um acht Personen. Verstorben sind bislang vier Bürger

.