Eisenach: Sanddecke auf dem Schulhof wirbelt reichlich Staub auf

Eisenach  Schule und Eltern klagen über Probleme mit Belag auf Esplanade. Stadt argumentiert, die Decke brauche Zeit zum Setzen

Der wassergebundene Sandboden der Georgenschule am Markt ähnelt einem Strand, weil sich die Oberfläche nicht verfestigt hat. Kinder wirbeln beim Spielen dort viel Staub auf – der negative Auswirkungen Foto: Jensen Zlotowicz

Der wassergebundene Sandboden der Georgenschule am Markt ähnelt einem Strand, weil sich die Oberfläche nicht verfestigt hat. Kinder wirbeln beim Spielen dort viel Staub auf – der negative Auswirkungen Foto: Jensen Zlotowicz

Foto: zgt

Der zum größten Teil von Fördergeld des Landes sanierte Schulhof der Georgenschule am Markt erlebte in diesem Sommer seine erste Bewährungsprobe – und diese bestand er nicht. In dieser Woche gab es deshalb ein Krisengespräch in großer Runde in der Stadtverwaltung Eisenach, angestrengt von Schulleitung und Schulförderverein. Der hatte für die Gestaltung des Schulhofes immerhin 25 000 Euro beigesteuert.

Die wassergebundene Sanddecke des Außenbereiches der Grundschule entpuppte sich auch wegen des heißen Sommers als Fehlgriff. Binnen kurzer Zeit war der Schulhof mit einer dicken Schicht losem Sand bedeckt.

Wenn gut 100 Kinder in den Pausen und nach der Schule auf der Fläche tobten, staubte es so sehr, dass sich Schüler wie Hortnerinnen über die enorme Staubentwicklung beklagten und sogar von Atemproblemen sprachen.

Schule intervenierte im Vorfeld vergeblich

„Wir hatten die Verwaltung bereits im Vorfeld der Sanierung darauf hingewiesen, dass wir eine wassergeschlämmte Decke kritisch sehen, aber es ging kein Weg hinein, die Pläne zu ändern“, bedauert Schulleiterin Christiane Göpel heute. Da für die Platzgestaltung schon alles in Sack und Tüten war, habe sie nicht geglaubt, dass die Pläne zur Gestaltung des Schulhofs nochmal umgeworfen würden.

Die Schulleiterin war dankbar, dass man von den ursprünglich geplanten fest installierten Bänken und der Lichtstele abgerückt war. Für die Elternsprecherinnen der 1. und 2. Klasse ist das alles kaum nachvollziehbar.

Sie haben schon im Vorfeld bei der Stadt mehr Druck machen wollen, hätten von der Schulleiterin jedoch einen Maulkorb verpasst bekommen.

Göpels Devise lautete: „Erst mal abwarten“. Dass sich die Eltern jetzt, wo das Gespräch mit der Stadtverwaltung anberaumt war, auch noch selbstständig an die Zeitung gewandt haben, sieht Schulleiterin Göpel als „Vertrauensbruch“.

Nun sind baulich vollendete Tatsachen geschaffen, über die weder die Schulleitung noch die Eltern erfreut sind. Bei einem Gespräch am Dienstag in der Verwaltung mit Oberbürgermeisterin Wolf, Dezernenten, Fachämtern, Elternvertreterin und Schulleitung wurde von den Experten betont, dass der wassergebundene Boden richtig gebaut worden sei, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Das Material brauche jedoch noch Zeit, um sich zu setzen. Die Lange Trockenzeit habe dies erschwert.

Ein wassergeschlämmter Boden bedeute grundsätzlich einen erhöhten Wartungsaufwand. Er brauche mehr Pflege als etwa Betonplatten oder eine Wiese. Das sei allen vorher bekannt gewesen und auch vor der Umgestaltung thematisiert worden.

Hausmeister bekommt nun mehr Arbeitsstunden

Im Ergebnis des Gesprächs erhält der Hausmeister für den erhöhten Pflegeaufwand des Schulhofes mehr Stunden.

Es wird ein Bewässerungsplan in Zusammenarbeit mit der Schule erstellt. Darin wird festgelegt, wann der Boden gewässert werden kann. Das gehe beispielsweise früh morgens und intensiver an den Wochenenden.

Da die heißen Tage und die große Trockenheit vorbei sind, werde erwartet, dass der Boden jetzt auch nicht mehr so stark staubt.

Und was ist, wenn das nicht funktioniert, fragen Elternsprecherinnen, wenn dieser Plan nicht aufgeht? „Wer bezahlt denn dann eine erneute Veränderung des Schulhofbodens?“ Nochmal 25 000 Euro werde der Förderverein sicher nicht aufbringen können, heißt es. Es bleibe beim Prinzip Hoffnung.

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