Festwoche zur 800-Jahrfeier in Kösnitz

Kösnitz.  Vom 30. April bis 10. Mai will die 120-Seelen-Gemeinde Kösnitz im Weimarer Land auf der Saaleplatte das runde Jubiläum ganz groß feiern

Am Geburtshaus von Albert Ruppe im Ortskern von Kösnitz soll zum Dorfjubiläum eine Steintafel in Erinnerung an den Wegbereiter der Automobilindustrie angebracht werden.

Am Geburtshaus von Albert Ruppe im Ortskern von Kösnitz soll zum Dorfjubiläum eine Steintafel in Erinnerung an den Wegbereiter der Automobilindustrie angebracht werden.

Foto: Sascha Margon

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Eigentlich dürften die Kösnitzer in diesem Jahr schon ihr 995-jähriges Jubiläum feiern, erklärt Bürgermeisterin Christel von der Gönne dem verwirrten Zeitungsreporter, der eigentlich darauf eingestellt war etwas über die Vorbereitungen zur 800-Jahrfeier zu erfahren. Die Erklärung schiebt von der Gönne allerdings gleich hinterher.

So wurde vor Jahrzehnten in Kösnitz eine Urkunde gefunden, die festhielt, dass der Ort schon im Jahre 1025 erstmals erwähnt wurde. Allein die offiziellen Stellen haben das Dokument nicht anerkannt, weil sich der Stempel auf dem Papier nicht mehr eindeutig lesen ließ. Als dann Mitte der 1990er-Jahre ins Bürgermeisteramt eingebrochen wurde und die Diebe die umfangreiche Chronik mitgehen ließen, waren alle beweiskräftigen Dokumente und damit der Blick in die Vergangenheit verschwunden.

Erst durch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) konnte die Chronik in mühevoller Kleinstarbeit wieder erstellt werden. Unzählige Stunden in Kirchenregistern, Archiven in Apolda, Weimar und Erfurt gingen dabei ins Land. Dabei wurde auch jenes Dokument des einstigen Landgrafen wieder entdeckt, das in die Zeit zwischen 1217 bis 1221 eingeordnet werden kann. Am Ende legte man sich auf das Jahr 1220 als Gründungzeitpunkt von Kösnitz fest. Und da dies genau vor 800 Jahren war, will die Dorfgemeinschaft dies nun groß feiern.

Der Auftakt der Festwoche ist für den 30. April geplant. An diesem Donnerstag soll es auf dem Plan mit den Feierlichkeiten zum Jubiläum los gehen. Parallel dazu startet im ehemaligen Konsum und heutigem Dorfgemeinschaftshaus eine Ausstellung mit Bildern, die aus einem Malwettbewerb im Dorf derzeit entstehen. Am darauffolgenden Freitag startet im Ort die Kirmes ins lange Wochenende, die am Montag mit einem Frühschoppen enden soll. Der Dienstag ist dann zum Durchatmen und als Ruhetag anberaumt, bevor am Mittwoch, den 6. Mai, am Nachmittag und Abend zum Dorfkino eingeladen wird. Während die Nachmittagsvorstellung für Familien und Kinder gedacht ist, gibt es am Abend einen Streifen für die großen Kösnitzer.

Damit, so Christel von der Gönne, will man an alte Zeiten anknüpfen, als einmal wöchentlich in Kösnitz zum Kinoabend einladen wurde. Damals galt der Ort deshalb auch als heimlicher Heiratsmarkt der Region, weil hier eben alle zusammenkamen. Am Freitag, den 8. Mai startet ab 15 Uhr das große Kinderfest. Am Abend soll dann das Tanzbein im Festzelt auf dem Sportplatz geschwungen werden. Weil zu dieser Veranstaltung auch zahlreiche ehemalige Kösnitzer mit eingeladen sind, will man am Abend den Gästen zudem die Chronik präsentieren und auszugsweise vorlesen.

Am Samstag hat der Ortschaftsrat einen Markttag mit zahlreichen Händler und vielen Attraktionen für Kinder organisiert. So werden sich dabei auch die Feuerwehr und der Feuerwehrverein präsentieren, die Alpakas aus Utenbach werden erwartet, und die Kinder dürfen auf Ponys reiten, um nur einiges zu nennen.

Den Ausklang findet das Dorfjubiläum am 10. Mai zu einem zünftigen Frühschoppen für alle Gäste und Sponsoren. Letztere werden derzeit noch gesucht, etwa für ein Fass Freibier zum Auftakt, erklärt die Bürgermeisterin.

Auch wenn der Termin derzeit noch nicht feststeht, will man innerhalb der Festwoche ein Bürger des Ortes mit einer Erinnerungstafel würdigen. Dabei geht es um Albert Ruppe, Großvater von Hugo Ruppe, der untrennbar mit der Entwicklung des Automobilbaues verbunden ist. Zudem soll in einer noch nicht definierten Form, Heinrich Wohlfahrt (1797-1883), geehrt werden. Der Komponist ist ebenfalls ein waschechter Kösnitzer, er machte sich mit seinem Werk: „Kinder-Klavierschule“ und dem „Musikalischen ABC“ weltweit einen Namen.

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