Ideen für Seilbahn zum Inselsberg werden konkreter

Bad Tabarz.  Die Ideen für eine Seilbahn zum Inselsberg werden konkreter. Eine österreichische Montagefirma schätzt die Bauzeit nicht viel länger als ein Jahr ein. Zu dem Vorhaben gibt es jedoch auch Kritik.

David Ortmann, Bürgermeister von Bad Tabarz (links) und Kuramtsleiter Marcel Wedow auf dem Inselberg.

David Ortmann, Bürgermeister von Bad Tabarz (links) und Kuramtsleiter Marcel Wedow auf dem Inselberg.

Foto: Gerald Müller

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Die vom Bad Tabarzer Bürgermeister David Ortmann ins Gespräch gebrachte Idee einer Seilbahn zum Großen Inselsberg sorgt für Diskussionen. Gegner und Befürworter bringen verschiedenste Argumente vor, sie reichen von Kritik an einem massiven Eingriff in die Natur bis hin zur Begeisterung, dass der Berg dann zu jeder Jahreszeit bestens erreichbar und auch in der Freizeit vielfältig nutzbar wäre.

Der SPD-Politiker verweist darauf, dass sein Gedanke bisher jedoch nur eine Vision ist. „Ich möchte aber, dass über sie geredet wird“, sagt der 36-Jährige. Für ihn gibt es „keine Alternative zu einer Gondel - ohne sie droht angesichts nur einer Zufahrtsstraße ein Verkehrschaos.“

Denn der Inselsberg soll in den nächsten Jahren im Rahmen der bis 2025 geplanten Landestourismusstrategie zu einem touristischen Magnet werden. Noch im ersten Quartal dieses Jahres startet ein europaweiter Wettbewerb, bei dem Architekten ihre Entwürfe zur Gestaltung des Areals auf dem 916 Meter hohen Berg einreichen können. Laut Wirtschaftsministerium könnte bei einem entsprechenden Konzept eine Seilbahn „möglicherweise ein Schlüsselprojekt werden.“

Bad Tabarz, Brotterode, Friedrichroda oder Fischbach als Startorte im Gespräch

Ortmann hatte gegenüber dieser Zeitung eine Gondel vom Kleinen zum Großen Inselsberg favorisiert, die Kosten dafür würden sich nach grober Schätzung zwischen 10 und 15 Millionen Euro bewegen. Doch inzwischen haben sich auch schon Sympathisanten der Seilbahn gemeldet, die vehement andere Startorte ins Gespräch bringen: Zum Beispiel Bad Tabarz, Brotterode, Friedrichroda oder Fischbach, mit möglicher Anbindung an andere touristische Ziele wie die Marienglashöhle oder den Trusetaler Wasserfall. Für Ortmann ist klar, dass dabei auch wirtschaftliche und logistische Gründe erörtert werden müssten.

Eine Gondel zum Inselsberg wäre die erste dieser Art der Personenbeförderung in Thüringen. Laut Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte e.V. mit Sitz in München sind in Deutschland derzeit insgesamt 184 verschiedene Anlagen in Betrieb, in dieser Auflistung sind aus dem Freistaat auch der Fallbachlift in Oberhof und in der Skiarena Silbersattel in Steinach aufgeführt.

Laut der in Österreich ansässigen Firma Doppelmayr, die weltweit mehr als 15.000 Anlagen errichtet hat – auch mehrere Hundert in Deutschland – könnte die Bauzeit in einem Mittelgebirge wie dem Thüringer Wald etwa ein Jahr betragen.

Für David Ortmann gehört die Seilbahn zur Zukunft des Inselsbergs

Dabei hänge die Dauer weniger von der Topografie ab, „vielmehr entscheidet die Art des Systems“, so Nadine Haas aus dem Bereich Projekt und Projektierung des Unternehmens aus Wolfurt. „Wie viele Personen sollen transportiert werden, sind Zwischenstationen geplant, ist ein Transport von Kinderwagen oder Rollstühlen vorgesehen, wie ist der Abstand zwischen Tal - und Bergstation?“ – das seien unter anderem Fragen, die Einfluss auf das Projekt und die Kosten hätten.

Und natürlich müsste vor der Planungs-, Genehmigungs- und Bauphase auch die Umweltverträglichkeit geprüft werden.

David Ortmann ist sich all der vielen Fragen und der noch fehlenden Antworten bewusst. „Doch das Ergebnis des Architekturwettbewerbs wird für die Zukunft des Inselsbergs Lösungen aufzeigen“, sagt er. Eine Seilbahn gehört für ihn dazu.

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