Rotes Tor in Stadtroda kommt wieder - Versicherer zahlt

Das Rote Tor soll wieder aufgebaut werden. Das erklärte Bürgermeister Harald Kramer (CDU) gestern in einem Gespräch gegenüber unserer Zeitung. Der Versicherer will alle Kosten übernehmen. Der Baubeginn ist für Anfang 2011 vorgesehen, der Spendenaufruf zurückgezogen.

Vergangenen Mittwoch eingestürzt: Das Rote Tor in Stadtroda. Foto: Monika Schöler

Vergangenen Mittwoch eingestürzt: Das Rote Tor in Stadtroda. Foto: Monika Schöler

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Stadtroda. Stadtrodas Bürgermeister stützt sich bei seiner Zusicherung auf Aussagen, die in einem Gespräch mit dem Versicherungsunternehmen des Unfallverursachers getroffen wurden.

Vergangenen Mittwoch war das im Jahre 1720 errichtete, denkmalgeschützte Stadttor durch den Aufprall eines Müllfahrzeuges der Firma Veolia komplett zum Einsturz gebracht worden.

Dierk Engelke von der HDI-Gerling Versicherung AG erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, dass das Unternehmen eine Schadensregulierung in voller Höhe umsetzen werde. „Wir bezahlen alle Kosten, die zur Wiederherstellung des Roten Tores, in dem Zustand wie es vorher war, notwendig sind. Dazu zählen auch Beschädigungen, die im Umfeld durch den Einsturz des Tores entstanden sind. Und wir werden Kosten der Stadt für Gutachter, Rechtsanwalt sowie alle mit dem Wiederaufbau in Zusammenhang stehende Aufwendungen übernehmen“, sagte Engelke.

Das sei ein wichtiges Signal für Stadtroda, freute sich Bürgermeister Harald Kramer. Nach derzeitigem Stand wolle man noch dieses Jahr die Ausschreibungen für den Wiederaufbau einleiten. Baustart soll nach dem Willen der Stadt Anfang 2011 sein. Bauamtsleiter Frank Herzig rechnet mit einer halbjährigen Bauzeit, so dass im Herbst nächsten Jahres das alte Stadtrodaer Wahrzeichen wieder sichtbar sein werde.

Noch in der Diskussion sei, ob das Rote Tor seine Denkmaleigenschaft behalten kann. Dazu bedürfe es noch einer Reihe von Gesprächen mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Allerdings habe die Stadt großes Interesse, den Status für das Wahrzeichen beibehalten zu können, so Kramer.

Bereits letzten Freitag hat ein vom HDI-Gerling Versicherungsunternehmen beauftragter Sachverständiger vor Ort eine erste Begutachtung aufgenommen. Reinhard Besselmann, zertifizierter Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, äußerte sich gestern zu den Erkenntnissen. Man müsse davon ausgehen, sagte er, dass vielleicht nur 50 Prozent der Steine wieder verwendet werden können. Eventuell sind es auch weniger. In einem ersten Schritt müsse man die Steine schnellstens sichern, nummerieren und in einem geschützten Areal zwischenlagern.

Nicht konkret wollte sich der Sachverständige zur Schadenshöhe äußern. „In den Medien ist von 500.000 Euro gesprochen worden, davon gehen auch wir derzeit aus. Genauere Berechnungen werden aber noch folgen“, so Besselmann.

Die Stadt will noch diese Woche mit der Bergung eines Teils der Steine beginnen, um einen kleinen Durchgang zu schaffen. Die Beräumung der restlichen Steintrümmer erfolge zeitnah, hieß es. Um in der Zwischenzeit die Überreste vor „Mauerspechten“ zu schützen, so Kramer, habe man einen Wachschutz engagiert. Zugleich werde der Bereich mit Zäunen gesichert.

Für die Festwoche „700 Jahre Stadtrecht“ plant die Stadt keine Installation am Roten Tor, die in irgendeiner Weise das Wahrzeichen darstellen soll. Das seien unnötige Aufwendungen. Allerdings entfalle das von Gymnasiasten geplante Sagenspiel am derzeit nicht mehr existenten Tor.

Zugleich zieht Bürgermeister Kramer seinen Spendenaufruf zurück. Er werde mit den Institutionen bzw. Bürgern, die ihre Bereitschaft angekündigt haben, sprechen. „Vielleicht besteht die Möglichkeiten, sie für andere Objekte in unserer Stadt begeistern zu können“, so Kramer.

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