Vom Zwerg zum Bratwurstkönig

Michi, Norbi, Ralf und Rudi haben es geschafft. In Ringelsöckchen, grün-gelben Zipfelmützen, Bierlaune und Sangesfreude kämpften sie die anderen zwei Mannschaften am Sonntagnachmittag auf dem Suhler Marktplatz nieder. Seitdem stellen die Suhler Grillzwerge den Thüringer Bratwurstkönig 2010.

Die Suhler Grillzwerge stellen den Bratwurstkönig 2010. 
Foto: André Heß

Die Suhler Grillzwerge stellen den Bratwurstkönig 2010. Foto: André Heß

Foto: zgt

Suhl. Vor allem am Kostüm und der Präsentation ihrer Bratwürste vor der gestrengen Jury haben sie zwei Jahre gefeilt, verriet Oberzipfelträger und neuer Bratwurstkönig Rudi Butkus. So kredenzten sie der Jury zum Gaumenschmaus zugleich ein Bierchen und ein Schnäpschen. "Natürlich nur im Rahmen des Erlaubten." Derweil sich die Damen ihres Carnevalvereins Ikalla die "Frechheit" herausnahmen, das Thüringer Kulturgut in einem Schock-Angriff für die Augen zu grillen. Pinke Kleider, blonde Perrücke, Sekt und Plüsch am Rost, da wurde beinahe der Senf sauer. So reichte der Auftritt denn auch nur für den dritten Platz von drei gestarteten Teams. Wenn man bedankt, dass das Trio vom Titelverteidiger, Andreas I., vervollständigt wurde, war das doch eine recht arme Wurstveranstaltung auf dem Markt. Doch die Freunde der Thüringer Bratwurst und der Carnevalsverein Ikalla mit drei weiteren Suhler Faschingsklubs legten sich um so mehr ins Zeug. Singend, tanzend, frotzelnd bekleideten sie die heiße Rostzeremonie, unterhielten mit Späßen und gaben ihren Senf nicht nur zur Wurst dazu. "Wir ham' die Bratwurst schön", sangen die Pinkgrillen vor dem Jury-Pult. Getoppt nur vom Kracher der Holzhäuser Mönche: "Lass es Bier vom Himmel regnen und Bratwürste schnei'n, dann wollen wir auch beten, es soll immer so sein."

Bob-Olympiasieger und Jurymitglied André Lange schien's egal zu sein, er konzentrierte sich auf den Bissen in seine Wurst und nicht auf das Rauschen in seinen Ohren. Die Thüringer Bratwurstbotschafterin, Claudia Granzow, ließ sich von den siegreichen Zipfelmännern herzen, dass es eine Freude war. Hunderte Zuschauer hatten an diesem Nachmittag 'was zu Futtern und zu Fachsimpeln. Denn, sind wir doch mal ehrlich. Ne Bratwurst zu braten kriegt doch jeder hin. Bescheiden wie wir sind, verzichten wir aber auf das ganze Tamtam.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.