Eine Branche feiert Lichtblicke: Tourismuspreise für Mut trotz Krise

Hanno Müller
| Lesedauer: 3 Minuten
Im August öffnete das Hotel „Das Kehrs“ auf dem Erfurter Petersberg. Jetzt wurde es mit dem Tourismuspreis des Wirtschaftsministeriums ausgezeichnet.

Im August öffnete das Hotel „Das Kehrs“ auf dem Erfurter Petersberg. Jetzt wurde es mit dem Tourismuspreis des Wirtschaftsministeriums ausgezeichnet.

Foto: Marco Schmidt

Erfurt.  Noch liegt einiges im Argen beim Angebot an Hotels, Pensionen und Restaurants in Thüringen. Dennoch wurden am Tourismustag Gewinner geehrt, aber auch mehr Einsatz von Kommunen gefordert.

Interessante und engagierte Leuchttürme auf der einen, zu wenig Qualität und zu viel Unentschlossenheit in den Kommunen auf der anderen Seite – so beschreibt der Thüringer Tourismustag am Montag die aktuelle Situation der Urlaubsbranche in Thüringen. Nachdem man im vergangenen Jahr noch virtuell getagt hatte, konnten sich Politik und Branchenvertreter erstmals seit Ausbruch der Pandemie wieder real zu Vorträgen, Gesprächen und Workshops in der Erfurter Arena treffen.

Hans Marcher, Geschäftsführer der Hans am See-GmbH in Hohenfelden, erinnerte an 18 Monate Krise mit langen Schließzeiten und warb für Liebe, Lust und Leidenschaft im Beruf. Auch dank staatlicher Unterstützung hätten viele Touristiker die Zeit genutzt, um neue Netzwerke zu bilden, Ideen zu verwirklichen und ihre Betriebe mit Mut und Kraft weiterzubringen.

Mut, Kreativität und gute Mitarbeiter

Für mutige Entscheidungen oder die Nachwuchspflege trotz Krise wurden einige der Besten mit dem zum zehnten Mal ausgeschriebenen Tourismuspreis des Wirtschaftsministeriums geehrt. Ausgewählt hatte sie eine Jury aus fast 50 Vorschlägen. So sei das Preisträger-Hotel „Das Kehrs“ auf dem Erfurter Petersberg ein magischer Ort, an dem man „die Alltagshaut ablegen und sich auf hohem Niveau verwöhnen lassen kann“. Marco Elze vom „Campingplatz im Grünen“ überzeuge mit Naturnähe, „Liebe zum Detail an allen Ecken und Enden“.

Zur Halbzeit der 2017 verabschiedeten „Thüringer Tourismusstrategie 2025“ sieht Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) weiter Nachholebedarf bei der Professionalität. Auf dem Weg zum Tourismusland brauche es gute Mitarbeiter. Die gewinne und halte man nur mit guten Löhnen und Arbeitsbedingungen sowie mit einer Willkommenskultur für ausländische Fachkräfte.

Eindringlich mahnte Tiefensee die Kommunen, trotz Freiwilligkeit mehr für den Wirtschaftsfaktor Tourismus zu tun. Geld sei da, oft fehle es vor Ort jedoch an Entschlusskraft und damit an touristischer Qualität und Vielfalt. Kreative Ideen sollten mehr Unterstützung finden. So bekam Christian Hegenbarth, Betreiber des „Rollybootes auf dem Hohenwartestausee“, gestern zwar den erstmals vergebenen Branchenpreis. Ob er sein Luxus-Hausboot auch nächstes Jahr noch verleihen darf und die Flotte erweitert werden kann, konnte der Ostthüringer am Montag noch nicht sagen.

Die Preisträger

Kategorie „Mut trotz Krise“

  • 1. Preis: Hotel „Das Kehrs“ auf dem Petersberg in Erfurt
  • Anerkennungspreise an Tobias Ruge, „Neue Chalets“, Gehlberg, und Marco Elze, „Campingplatz im Grünen“, Oettern

Kategorie „Nachwuchspreis – Heute schon an morgen denken“

  • Erster Preis: Jaqueline Schambach, Ahorn-Panorama Hotel Oberhof
  • Anerkennungspreise an Hotel Santé Royale Bad Langensalza und Gordon Keiling, „Thüringer Hof“ in Bad Frankenhausen

Kategorie „Sonderpreis für den Nachwuchs“

  • Auszubildende der Wirtschaftsbetriebe Mühlhausen GmbH für ihren Instagram-Account „#fitforfuture“

Kategorie „Sonderpreis Digitale Lösungen im Tourismus“

  • Christian Eckert, Theresa Wittgenstein und Uta Kühne für „Live-Stadtführungen in Weimar“ und „Park-Plaudereien“
  • Kai und Charlotte Lehmann, Schloss Wilhelmsburg, „Geschichte ganz anders erzählt“

Kategorie „Die Branche sucht ihren Sieger“

  • Christian Hegenbarth, „Rollyboot am Hohenwartestausee“

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