Angeklagte im Eisenacher Waffenprozess weisen Vorwürfe zurück

Zwei der drei Angeklagten im Prozess um unerlaubten Waffenbesitz, -erwerb und -handel haben am Montag vor dem Amtsgericht Eisenach ihr Treiben verteidigt.

Am Amtsgericht Eisenach wird zwei Männern im Alter von 40 und 43 Jahren vorgeworfen, Schusswaffen und Munition ohne erforderliche Erlaubnis besessen und erworben zu haben. Archiv-Foto: Sascha Margon

Am Amtsgericht Eisenach wird zwei Männern im Alter von 40 und 43 Jahren vorgeworfen, Schusswaffen und Munition ohne erforderliche Erlaubnis besessen und erworben zu haben. Archiv-Foto: Sascha Margon

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Eisenach.Im Eisenacher Waffenprozess haben zwei der drei Angeklagten am Montag ihr Vorgehen verteidigt. Die beiden Mitglieder des Schützenvereins Vacha gaben vor dem Amtsgericht an, nach Gesprächen mit dem Ordnungsamt davon ausgegangen zu sein, dass sie trotz Fehlens einer Besitzkarte Waffen zu Hause aufbewahren dürften. Demnach habe der angeklagte Vorsitzende des Vereins einem Mitangeklagten zwei Waffen zum Schießtraining überlassen, damit dieser nach dem erforderlichen Training seine Erlaubnis wieder erlangen könne. Ein dritter Angeklagter schwieg indessen.

Die Staatsanwaltschaft wirft zwei Männern im Alter von 40 und 43 Jahren vor, Schusswaffen und Munition ohne erforderliche Erlaubnis besessen und erworben zu haben. Ein ebenfalls angeklagter 54-Jähriger soll versucht haben, mit Waffen zu handeln.

Der Vorsitzende des Vereins, der auch ein Waffengeschäft im südthüringischen Vacha betreibt, sagte, er habe 2001 im Ordnungsamt in Bad Salzungen den Umgang mit Vereinswaffen abgesprochen. Demnach habe er Mitgliedern auch ohne Waffenbesitzkarte für maximal vier Wochen Vereinswaffen überlassen dürfen. Für die Waffen gab es seinen Angaben zufolge eine Vereinswaffenbesitzkarte, die das Ausleihen erlaubt hätte.

Behörde: Waffenbesitzkarte wurde eingezogen

Deshalb habe er dem mitangeklagten 43-Jährigen im Einvernehmen mit der Behörde zum Schießtraining 2010 eine Kalaschnikow und eine halbautomatische Pistole gegeben, sagte er weiter. Die notwendigen Voraussetzungen dafür habe dieser mit der erforderlichen Sachkunde über den Umgang mit Waffen und einer sicheren Aufbewahrungsmöglichkeit erfüllt. Ferner habe der Mann die Waffe zu Trainingszwecken gebraucht.

Der derzeitige Sachbearbeiter im Landratsamt Bad Salzungen sagte, dass, der 43-Jährige habe die Waffen nicht zu Hause aufbewahren dürfen, da er keine Waffenbesitzkarte hatte. Lediglich der Transport zu einem Schießstand und das dortige Schießtraining seien ihm gestattet gewesen. Zum unverzüglichen Rücktransport gebe es keine ausdrückliche Regelung. Auf Nachfrage der Verteidigung gab er an, dass er nicht wisse, wie sein Vorgänger in der Ordnungsbehörde über den Umgang mit Vereinswaffen entschieden habe.

Ein Landratsamtsmitarbeiter erklärte weiter, dass dem Berufskraftfahrer der Besitz der Waffenbesitzkarte 2007 wegen Unzuverlässigkeit entzogen worden sei. Demnach habe er gegen das Waffengesetz verstoßen. Auch dem Vereinsvorsitzenden sei die Verantwortung für die Vereinswaffen wegen des derzeitigen Strafverfahrens entzogen worden. Darüber hinaus werde auch seine persönliche Zuverlässigkeit für die Waffenhandelserlaubnis mit Blick auf sein Geschäft überprüft. Seinen Angaben zufolge gibt es derzeit 2.500 Waffenbesitzer im Wartburgkreis.