Auf Streifenwagen zugefahren: Mordversuch an Polizist wird verhandelt

Erfurt.  Ein Autofahrer wollte einer Polizeikontrolle entkommen. Bei seiner Flucht fuhr er auf einen Streifenwagen zu. Für die Staatsanwaltschaft war das ein Mordversuch.

Das Erfurter Landgericht am Domplatz (Archivfoto).

Das Erfurter Landgericht am Domplatz (Archivfoto).

Foto: Alexander Volkmann / TA

Für den Angeklagten steht viel auf dem Spiel. Eine mögliche Verurteilung wegen versuchten Mordes mit anschließender Sicherungsverwahrung. Er soll unter anderem im April 2019 auf der Autobahn 71 in Richtung Suhl versucht haben, einer Polizeikontrolle zu entgehen, indem er mehrere Fahrzeuge rammte und auf einen Streifenwagen zufuhr. Ein im Aussteigen befindlicher Beamter konnte sich offensichtlich nur durch einen Sprung retten. Dieses Handeln wertet die Staatsanwaltschaft als versuchten Mord.

Ein sogenanntes Prognosegutachten eines Psychiaters soll für die Prozessbeteiligten Klarheit bringen, ob der 32-Jährige mit seiner Drogensucht therapierbar ist oder auch nach seiner Strafhaft weiter eine Gefahr für anderen Menschen darstellen könnte und deshalb hinter Gitter bleiben muss.

Der Gutachter sieht diese Gefahr. Die Verteidiger argumentieren am Donnerstag vor dem Landgericht Erfurt, das dem Experten für eine solche Einschätzung die Qualifikation fehle und lehnen den Gutachter samt seiner Expertise ab. Die Schwurgerichtskammer weist das zurück und betont die Berufserfahrung des Experten und verweist auf die zahlreich von ihm erstellen Expertisen. Darunter ist bisher allerdings kein solches Prognosegutachten.

Auf Polizisten zugefahren: Noch kein Urteil im Prozess wegen versuchten Mordes in Erfurt