Studenten stellen in Weimar Ideen zur Mobilität vor

Weimar  bauhaus.mobil: Studenten arbeiten im Bauhaus-Semester an Verkehrsideen für den Uni-Campus und die Stadt

Lukas Knepper und Marco von der Heyden mit dem Fahrradlastenanhänger für den Verleih. Er hat eine Universalhalterung und ist nach StVO verkehrstauglich.

Lukas Knepper und Marco von der Heyden mit dem Fahrradlastenanhänger für den Verleih. Er hat eine Universalhalterung und ist nach StVO verkehrstauglich.

Foto: Michael Baar

Walter Gropius stand nicht nur beim Motto Pate. „Wollen, erdenken, erschaffen wir gemeinsam die Mobilität der Zukunft!“ stand über dem Aufruf, dem seit Oktober 2018 immer 21 Studenten aller vier Fakultäten der Bauhaus-Universität folgen. Montagabend präsentierten sie im Hörsaal C an der Marienstraße acht Projekte.

Mobilität und Klimaschutz im Stadtverkehr und auf dem Campus wollen die Projekte in Theorie und Praxis unter einen Hut bringen. Besondere Herausforderung: Die Ideen sollen nicht nur konzipiert, sondern auch im Bauhaus-Semester umgesetzt werden. Geleitet wird der Kurs von zwei Studenten: Maximilian Wunsch und Lena Klopfstein sind Masterstudenten der Umweltingenieurwissenschaften und waren bereits selbst mit dem Thema beschäftigt.

Kurz vor dem Freischalten ihrer Mobilitätshomepage stehen Laura, Sarah und Luise. Sie fassen dort alle Informationen zu Mobilität in Weimar so zusammen, dass sie möglichst direkt anwendbar sind. So wird die Anfahrt zur Uni und ihren Standorten mit dem eigenen Auto ebenso bedacht wie öffentliche Verkehrsmittel, die mit aktiven Links zu Fahrplänen verknüpft sind. Bahnhöfe, Parkplätze, Carsharing und sogar der Flugplatz Umpferstedt bekommen Platz. Nicht zu vergessen das Fahrrad, die Fahrradwerkstatt der Uni und E-Mobilität samt Ladestationen.

Physisch greifbar ist der Fahrradlastenanhänger für die Bauhaus-Universität, den Lukas Knepper und Marco von der Heyden zwar nicht entwickelt, aber zum Leihobjekt erhoben haben. Samt Universalhalterung für die meisten Fahrradtypen ist er für Studenten in der Fahrradwerkstatt ausleihbar. So können Studenten „auch größere Anschaffungen mühelos von A nach B transportieren, ohne dass ein Pkw benötigt wird“, sagt Lukas. Der Verleih ist ausbaufähig und studentenfreundlich, weil er den Geldbeutel und die Umwelt zugleich schont.

Der Umgang mit dem Stadtraum beschäftigt die Gruppe „Weimar parkt um“. Für einen Tag wollen sie ein Stück Schützengasse umgestalten und dafür fünf Pkw-Stellplätze auslagern. Die Umsetzung im Januar scheiterte am Geld: Für die Sondernutzung verlangt die Stadt 200 Euro. Das fehlende Geld soll nun bis April zusammen sein.

„Weimar neu denken“ hat Martin Deppert sein Projekt genannt. Er möchte auf einer interaktiven Karte studentische Arbeiten mit Bezug zu Verkehrs- und Raumgestaltung in Weimar sammeln und so öffentlich machen. Auslöser: die Diskussion um den Sophienstiftsplatz. Auch er hatte viel Arbeit in seine Ideen gesteckt, aber niemand erfuhr davon. Das ergehe bisher vielen studentischen Ideen so.

Nico und Marcus planen eine Fahrradständerbeleuchtung in der recht finsteren Coudraystraße. Das Konzept steht, die Umsetzung kämpft noch mit Leuchtenmodellen und Denkmalamt.

Weiter ist die Fahrradservicestation mit stationärer Pumpe und Werkzeugen in der Coudraystraße, wo es eben keine Fahrradwerkstatt wie an der Marienstraße gibt. Die Pumpe ist bestellt und soll mit einem kleinen Fest eingeweiht werden.

Straßenmalerei und -rätsel gehören zum Instrumentarium von Projekt 8. Es möchte Weimar zur Fortbewegung zu Fuß ermuntern, was vor allem fröhlich oder lustvoll, aber nicht belehrend erfolgen soll.

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