Brass, Blues und Cajun wie in New Orleans

Mühlhausen  Ausgelassene Stimmung beim Festival im Garten des Mühlhäuser Puschkinhauses

Zum vielleicht vorletzten Mal entführte Rolf Schubert über 500 Jazz-begeisterte Mühlhäuser in die Welt der New-Orleans-Music. Vor 48 Jahren gründete der Rheinländer sein Kölner Konzertbüro, organisierte für die namhaftesten Musiker der Jazz- und Blues-Szene unzählige Konzerte und Tourneen und nahm Hunderte Musik-Fans mit auf seine Bildungsreisen zu den Ursprungsorten der von ihm geliebten Musik in Chicago und New Orleans.

„Ich bin eigentlich in Ruhestand“, erklärte er am Samstagabend seinem Mühlhäuser Publikum. 18 Jahre lang präsentierte er immer im August auch in Mühlhausen sein „Rolf Schuberts New Orleans Music Festival“. Als Veranstalter trat dieses Jahr jedoch bereits die Mühlhäuser Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Priorat auf.

Um auf der Bühne Wissenswertes über die Jazz-Interpreten des Abends zu erzählen und aus der Geschichte des Jazz zu plaudern, war Schubert jedoch gerne wieder nach Mühlhausen angereist. „Es ist absolut klasse, wenn junge Leute kommen und Musik machen, die ich mag“, begeisterte er sich über die Band „Freakaz“. Die jungen Kölner Brass-Musiker sorgten mit ihrer frischen Straßenmusik zu Beginn des Abends für ausgelassene Stimmung.

Mit Richard Bargel kam erstmals ein Urgestein des deutschen Blues nach Mühlhausen. „Der hat unheimlich viel gemacht, immer schönen alten Blues gespielt“, sagte Schubert. Mit seiner tiefen Bass-Stimme zu meisterhaftem Spiel auf der Akustik- und der Steelgitarre gab er auch in Mühlhausen eine Kostprobe des „echten“ ursprünglichen Blues.

„Der Blues entstand Anfang des 20. Jahrhunderts in New Orleans und war bei der afroamerikanischen Bevölkerung beliebt“, sagte Schubert. Erst ab 1960 sei er nach Europa gekommen.

Für fröhliche Rhythmen sorgte schließlich Yannik Monot mit seiner Band „Nouvelle France“. Aus dem Mississippi-Delta in Louisiana hatte er nicht nur den Gitarristen und Fiddler Helt Oncale mitgebracht, sondern auch jede Menge Cajun- und Zydeco-Musik.

Die Freifläche vor der Bühne war binnen kurzem mit Tanzpaaren gefüllt. Auch für nächstes Jahr sei in Mühlhausen das New Orleans Music Festival schon gebucht, verriet Rolf Schubert. Eingefleischte Blues- und Jazz-Liebhaber lud er zu dem jeden Mittwoch stattfindenden Stammtisch an seinem Altersruhesitz in der Nähe des spanischen Granada ein.

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