Keine Atempause nach Rekordjahr für Feuerwehr in Bad Sulza

Bad Sulza.  Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Sulza: 121 Einsätze, 1313 Einsatzstunden und 1120 Stunden Ausbildung.

Mannschaftsfoto auf dem Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Sulza.

Mannschaftsfoto auf dem Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Sulza.

Foto: FFW Bad Sulza

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“Feuerwehr ist kein Hobby, sondern ein ständiges Einsetzen des eigenen Lebens für Andere – egal ob Mensch, Tier oder Umwelt“, mit diesen Worten erinnerte Standbrandmeister Falko Herrmann am Freitagabend an den gesellschaftlichen Stellenwert der Arbeit der Floriansjünger in der Landgemeinde Bad Sulza – aber auch an die persönliche Opferbereitschaft, die die Arbeit eines verlässlichen Kameraden auszeichnen sollte. Zur Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Bad Sulza präsentierte Falko Herrmann die Bilanz des letzten Jahres, die ein Achtungszeichen darstellt – gleichermaßen in mehreren Wortbedeutungen.

Beachtlich ist die Zahl der Einsätze und Einsatzstunden. Bei 121 Einsätzen haben die Kameraden insgesamt 1313 Einsatzstunden geleistet – das entspricht einem merklichen Rückgang gegenüber dem Rekordjahr 2018, bei dem 148 Einsätze den Floriansjüngern insgesamt 1736 ehrenamtlichen Stunden abforderten. Dennoch bewegt sich auch die aktuelle Einsatzzahl deutlich über dem Mittelwert der letzten Dekade, der bei rund 100 Einsätzen pro Jahr liegt.

Weniger Brandeinsätze für Freiwillige Feuerwehr in Bad Sulza

Erfreulich an den neuen Zahlen ist der Rückgang der Brandeinsätze von 26 im Vorjahr – sieben Kleinbrände, acht Mittelbrände und ein Großbrand bei zehn Fehlalarmen – gegenüber 39 im Jahr 2018. Deutlich seltener gebrannt hat es jedoch nicht. Hauptursache für den Rückgang ist eine Halbierung der Fehlalarme (2018: 20 Einsätze).

Auch in diesem Jahr anteilig am häufigsten gefordert waren die Kameraden aber bei den Technischen Hilfeleistungen (THL). Mit 95 ging auch hier die Zahl etwas zurück, waren 2018 insgesamt 109 THL zu verrichten. Unter den Überbegriff werden verschiedenste Szenarien zusammengefasst: Dreimal wurde beispielsweise eine Ölspur beseitigt (2018: siebenmal), achtmal wurde Hilfe bei einem Verkehrsunfall geleistet (2018: zweimal), 16-mal galt es Sturmschäden zu beseitigen (2018: 46-mal), 20-mal wurde der Rettungsdienst unterstützt (2018: achtmal).

Ortschaftswehren sollten sich nicht allein auf Stützpunktfeuerwehr verlassen

Da die Technischen Hilfeleistungen ein buntes Potpourri aus verschiedensten Einsatzformen bilden – außerdem vom Gasgeruch über Türöffnung bis etwa zum Ausleuchten von Landeplätzen –, seien auch die Anforderungen an die Feuerwehr im Allgemeinen sehr hoch, stellt Falko Herrmann fest. Der Stadtbrandmeister macht dies nicht nur am Technik-, sondern auch am steigenden Ausbildungsbedarf fest, damit alle Geräte sicher bedient und Einsätze effektiv ablaufen können. „Es kann davon ausgegangen werden, dass sich die Aufgaben der Feuerwehren der Landgemeinde stark erweitern werden“, spekuliert Falko Herrmann.

Mit 1120 ehrenamtlich absolvierten Stunden bei Aus- und Fortbildungsmaßnahmen hätten die Kameraden der Stützpunktfeuerwehr jedenfalls ein ähnlich hohes und sehr gutes Ausbildungsniveau wie im Vorjahr (2018: 1218 Stunden) halten können. Dass die Floriansjünger der Kurstadt ein verlässliches Rückgrat der Landgemeinde-Wehr sind, konnten die verschiedenen Mannschaften auch beim Leistungsvergleich des Verwaltungsbereiches erneut unter Beweis stellen und mehrere erste Plätze und Positionen auf dem Treppchen sichern.

Der Truppe wird ein hohes Ausbildungs- und Leistungsniveau attestiert

Doch dieses hohe Ausbildungsniveau und die Tatsache, dass sich die Ortschaftswehren auf den großen Feuerwehr-Bruder in Bad Sulza verlassen könnten, der auch die Spezialtechnik vorhalte, führe zuweilen zu einem Verlust der Disziplin in den untergeordneten Wehren. Falko Herrmann appellierte hier, dass sich die Kameraden außerhalb der Kurstadt nicht einfach auf die Stützpunktfeuerwehr verlassen und ihre eigene Einsatzbereitschaft vernachlässigen sollten. Als positives Gegenbeispiel verwies der Chef der Landgemeinde-Wehr auf die gelebte Kameradschaft mit den Floriansjüngern in Schmiedehausen.

Ein Achtungszeichen ist auch die aktuelle Mitgliederzahl der FFW Bad Sulza. Mit 29 Kameraden (25 Männer, vier Frauen) hat die Truppstärke gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen (2018: 32; 26 Männer, sechs Frauen). Die Zahl der Austritte bewegt sich mit zwei in gleicher Höhe wie 2018. „Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, den Nachwuchs zu gewinnen, der erfahrene Kameraden ablösen kann“, warnt der Stadtbrandmeister. Immerhin sei die Jugendfeuerwehr mit 21 Heranwachsenden in seiner Größe aber stabil.

Akteure haben Hausaufgaben mit der Pflichtaufgabe erfolgreich angegangen

Wiederum ein positives Achtungszeichen setzt Falko Herrmann hinter die Arbeit aller Verantwortlichen bei der Umsetzung der Brandschutzkonzeption. Nach einem schlechten Start im vorhergehenden Jahr sei die Landgemeinde hier jetzt auf einem guten Weg, die Zusammenarbeit funktioniere und alle Entscheider kämen der Pflichtaufgabe in vollem Umfang nach.

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