Peter Gülke präsentiert Weimar-Buch

Weimar  Werk gibt Erfahrungen seines Lebens wieder

Der Dirigent, Musikwissenschaftler und Schriftsteller Peter Gülke, Nachfahre der Familie Vulpius, präsentiert am 5. September im Bücherkubus der Anna-Amalia-Bibliothek sein Buch „Mein Weimar“. Er vergegenwärtigt sich die prägenden Erfahrungen seines Lebens: die Kindheit in einer Stadt, die „der Führer“ so gern besuchte; Jugend in der stalinistischen DDR; Musikerberuf im gelenkten Staat; 1983 der Entschluss, das Land zu verlassen, weil der Druck seitens der Stasi unerträglich geworden war; 1990 Rückkehr in sein „fernes, nahes, geschändetes, geliebtes Weimar“, das eine andere Stadt geworden ist.

Immer wieder öffnen sich Blicke auf vergangene Epochen, treten Goethe, seine Frau Christiane Vulpius, Herder, Schiller und Schopenhauer auf den Plan, aber auch Schubert, Bach, Mendelssohn – wie überhaupt Porträts von Musikern und brillante Musikbeschreibungen im Buch einen Schwerpunkt bilden.

Ein wiederkehrendes Motiv sind die Besuche auf dem Ettersberg und dabei der Versuch, sich „das Unfassliche“ des Menschheitsverbrechens zu erklären.

Peter Gülke, geboren 1934 in Weimar, ist Dirigent und einer der führenden Musikwissenschaftler und Musikschriftsteller. Er war u. a. Generalmusikdirektor in Weimar und Wuppertal und Professor für Dirigieren in Freiburg (Breisgau). Derzeit ist er Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker. Gülke ist Autor zahlreicher Bücher, beispielsweise über Rousseau, Mozart, Beethoven, Schubert, Brahms, Bruckner und Dufay.

Für sein Schaffen wurde Gülke u. a. 1994 mit dem Sigmund-Freud-Preis der Akademie für Sprache und Dichtung, 1998 mit dem Karl-Vossler-Preis, 2004 mit der Ehrendoktorwürde der Universität Bern, 2009 mit dem Weimarpreis, 2014 mit dem Siemens-Musikpreis ausgezeichnet. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Donnerstag, 5. September, 18 Uhr, Studienzentrum, Patz der Demokratie 4; Eintritt frei

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