Warmweiße Dorfidylle

Auf den Weg zu einer klimaneutralen Gemeinde rüstet Eberstedt dieser Tage auf stromsparende LED-Technik bei der Straßenbeleuchtung um.

Mario Bock (li) und Martin Sulze haben in den vergangenen Tagen in Eberstedt die alten 80-Watt-Lampen gegen stromsparende LED ausgetauscht.

Mario Bock (li) und Martin Sulze haben in den vergangenen Tagen in Eberstedt die alten 80-Watt-Lampen gegen stromsparende LED ausgetauscht.

Foto: Sascha Margon

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Um auch die engsten Straßen und Wege im Ort gut zu erreichen, tauschten dieser Tage Mario Bock und Martin Sulze von der Firma Elektro Becker aus Niedertrebra kurzerhand den Firmentransporter gegen einen Handwagen ein. Der war bestückt mit Leiter, Putzeimer und einem Vorrat an neuen Leuchtmitteln. Die Aufgabe der beiden Elektromonteure war, die alten Lampen in den Straßenlaternen gegen neue auszutauschen, samt der dazugehörigen Technik. Gleichzeitig wurden die Glaskörper und Einsätze der Straßenlaternen vom Schmutz befreit. Das große Ziel der Gemeinde: Energie und damit auch das klimaschädliche Kohlendioxid einzusparen. Mit den neuen LED-Leuchtmitteln ist Eberstedt diesem hehren Vorhaben nun ein großen Schritt weiter. Schließlich verbrauchten die alten Hochdruckdampflampen stolze 80 Watt, die neuen LED-Lampen hingegen nur 25. Eine Ersparnis von knapp 70 Prozent. Bei insgesamt 100 Straßenlaternen im Ort werden die künftigen Stromrechnungen unter diesem Posten signifikant niedriger ausfallen. Andernorts übliche Strategien, nur jede zweite Laterne brennen zu lassen oder Teilbereiche ganz abzuschalten, um kostbare Energie einzusparen, wollte in Eberstedt niemand. Allen voran Bürgermeister Hans-Otto Sulze. „Wir leben ja nicht in Finsterwalde“, sagt Sulze ironisch. Der Ortschef hatte eigens zur Beantragung der Fördermittel aus dem Landesprogramm „Klimainvest“ eine dafür nötige Schulung und Orientierungsberatung absolviert. Woraufhin 7.500 Euro Fördergelder flossen. Damit konnten nun gut zwei Drittel aller Straßenlaternen im Ort umgerüstet werden. Der Rest soll mit einer neuen Förderung im kommenden Jahr realisiert werden. Im Vorfeld der Umrüstung hatten die Eberstedter einen Testlauf gestartet. Mit jeweils einer warmweißen und kaltweißen Lampe ausgestatteten Laterne sollte die angenehmere Lichtfarbe ermittelt werden. Am Ende war der Testlauf zwar obsolet, weil das Förderprogramm nur das warme Licht bezuschusst, allerdings entschied sich auch die Mehrheit der Einwohner klar für die warme Beleuchtung.

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