Abriss der Gaststätte Großwelsbach steht an

Großwelsbach.  Nach Jahren des Stillstandes soll der ungenutzte Anbau in dem Bad Langensalzaer Ortsteil nun weichen.

Ortsteilbürgermeister Horst-Günther Aurin (rechts) und Jürgen Sparfeld vor dem entkernten Gasthaus in Großwelsbach. Der Anbau ans Bürgerhaus soll abgerissen werden und ein breiter Vorplatz entstehen.

Ortsteilbürgermeister Horst-Günther Aurin (rechts) und Jürgen Sparfeld vor dem entkernten Gasthaus in Großwelsbach. Der Anbau ans Bürgerhaus soll abgerissen werden und ein breiter Vorplatz entstehen.

Foto: Friedemann Mertin / TA

„Es tut uns allen ein bisschen in der Seele weh. Viele von denen, die bei der Entkernung helfen, haben das Gebäude damals mit aufgebaut“, sagt Großwelsbachs Ortsteilbürgermeister Horst-Günther Aurin (parteilos). Doch er weiß: Die ehemalige Gaststätte, die ans Welsbacher Bürgerhaus angebaut wurde, hat keine Funktion mehr. Der Abriss soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.

Altes Gasthaus ist keine 2000 Euro mehr wert

Momentan steht nur noch der Rohbau. Sämtliche Einbauten wie Leitungen, Fenster, Türen, Böden, Wand- und Deckenverkleidungen wurden entfernt. Drei Nachmittage haben Horst-Günther Aurin und „die bekannte Truppe“ aus dem Dorf für die Entkernung gebraucht. Etwa 10 bis 15 Mann seien regelmäßig zur Stelle, wenn irgendwo angepackt werden müsse, lobt Aurin. Sie waren es auch, die im Frühjahr die Sanitäranlagen im Bürgerhaus erneuert haben.

Der Abriss des Gasthauses sollte nach Einschätzung des Ortsteilbürgermeisters unkompliziert vonstatten gehen. Das Obergeschoss beispielsweise ruhe mit großen Betonplatten auf der Unterseite, diese könnten am Stück abgehoben werden. Zwar sei die Bausubstanz noch in Ordnung. Doch Strom, Heizung, Wasser und Abwasser seien hinüber. „Ein Gutachter hat den Gebäudewert mit 1600 Euro beziffert. Hätte man das Gebäude weiter nutzen wollen, zum Beispiel für Wohnungen, hätte vor 20 Jahren investiert werden müssen“, erklärt Aurin.

Seit Mitte der 90er-Jahre stehen die Gasträume leer. Nur die Küche wurde ab und an noch für Veranstaltungen im direkt angrenzenden Bürgerhaus genutzt. Seit Jahren drängen die Großwelsbacher auf einen Abriss des linken Gebäudeflügels. Doch es bewegte sich nichts.

Stadt Bad Langensalza hat Gaststätte gekauft

Denn die zwei Gebäude, die von außen wie ein Haus wirken, gehörten zwei Eigentümern. Der linke Flügel, die Gaststätte, gehörte der Wohnungsbaugesellschaft Bad Langensalza (WBL). Der rechte Teil, das Bürgerhaus mit Saal und Sanitärraumen, gehört der Stadt. Die WBL lehnte einen Abriss ab. Noch im Sommer 2019 sagte WBL-Chef Dirk Lindner, dass ein Abriss bestehender Wohn- und Gewerbeflächen wirtschaftlicher Unsinn sei.

Über Jahre blieb dieses Problem ungelöst. Mit der Amtsübernahme von Matthias Reinz (parteilos) im Bad Langensalzaer Rathaus wurden Fakten geschaffen. Mittlerweile hat die Stadt das linke Grundstück und die Gaststätte von der WBL übernommen, einem Abriss steht nichts mehr im Wege. Während Horst-Günther Aurin die schnelle Erreichbarkeit und gute Kommunikation mit der Stadtverwaltung lobt, spielt Matthias Reinz diesen Ball zurück: „Ohne Horst-Günther Aurin und das Engagement der Großwelsbacher wäre der Abriss nicht möglich. Die erbrachten Eigenleistungen sind ein wesentlicher Faktor zur Senkung der Kosten.“

Der Auftrag sei erteilt, die Genehmigungen lägen vor, bis Jahresende soll die Gaststätte Geschichte sein. Die freie Fläche soll dann eingefasst werden, Sitzgelegenheiten bieten und den barrierefreien Zugang zum Bürgerhaus ermöglichen. Der jetzige Eingang soll von der Straße an die Stirnseite des Hauses verlegt werden. An der genauen Ausgestaltung werde noch mit der Planerin gefeilt. Matthias Reinz signalisierte, dass über eine finanzielle Beteiligung der Stadt an der Neugestaltung gesprochen werden könne.

„Wenn das alles erledigt ist, geht es an die Sanierung vom Bürgerhaus. Dann habe ich erreicht, was ich mir für diese Amtszeit vorgenommen habe. Noch eine hänge ich nicht dran“, sagt Horst-Günther Aurin lachend.